Mediathek Startseite

Porzellan für die Welt - aus bayerischen Fabriken

11.08.14   |  

Bild von
  • Die Burgundische Madonna in weißem Porzellan ist in der Herz-Jesu-Kirche von Selb zu sehen.

  • Die Ausstellungstafel zeigt, wie lange ein Facharbeiter der Porzellanindustrie arbeiten musste, um sein täglich Brot zu verdienen. so verlangte ein Maß Bier 1905 38 Arbeitsminuten, 1929 59 Minuten, 1960 25 Minuten und 1990 7 Minuten.

  • Direktor Wilhelm Siemen sitzt in einer nachgebauten Arbeiterwohnstube des 19. Jahrhunderts. Bis zu 18 Personen teilen sich die kleinen Räume. Man schlief in mehreren Schichten.

  • Bis zu 6 Liter Bier täglich stellte die Firma den Arbeitern, die mit den mehr als 70 Grad heißen Öfen arbeiteten.

  • Sabine Reichel-Fröhlich ist die Pressesprecherin und Marketingleiterin des Porzellanikons. Sie zeigt, wie die Arbeiterinnen die gefertigten Porzellanteller zum Weiterversand trugen. Die schwere Schulterlast war Frauensache. Fotos der Belegschaft zeigen, dass auch schon zu Beginn des 20. jahrhunderts die Hälfte der Beschäftigten Frauen waren.

  • Die deutsche Porzellanindustrie der Gegenwart zeigt, dass es zwischen hochwertigem Design und Massenproduktion keinen Widerspruch geben muss.

  • Die Ausstellung inszeniert Stilwelten, die die Trendentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zum Ausdruck bringen. Sie sind zugleich auch ein Spiegelbild unserer Zeit, verweisen sie doch auf das Selbstverständnis und das Selbstbild der heutigen Menschen.

  • Viele Menschen beziehen sich durchaus auf die Stilklassiker der Vergangenheit, wie die Löwenkopfterrine zeigt.

  • Porzellan ist ein nachhaltiger Werksstoff. Ideal zur Aufbewahrung von Lebensmitteln.

  • Eine Kaffeehaustasse, die täglich 10 Mal serviert wird, ersetzt pro Jahr 3650 Pappbecher.

  • Die Hodge-Podge-Tafel besteht aus Einzelstücken, und spiegelt das Verlangen, auch den Alltag unverwechselbar, einmalig und eigentümlich zu gestalten.

  • Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nutzte man Porzellan, um herausgehobene Ereignisse festzuhalten – wie hier die Silberhochzeit….

  • ….oder hier eine Liebeserklärung.

  • Der Export in die USA spielte eine gewichtige Rolle in der bayerischen Porzellanindustrie. Für diesen Markt wurden Produkte ganz eigener, zeit- und geschmacksbedingter Aufmachung entwickeln, wie hier die Hutnadelhalter und die Haardose….

  • … oder hier die Vase von 1890 in üppigen Farben, die den Dekorgeschmack des amerikanischen Kunden spiegelt.

  • Die Alt-Meissener Blaudekore waren gesetzlich nicht geschützt und fanden deshalb eine beispiellose Verbreitung. Hier ein Krug um 1900 im Strohhalmmuster Indischblau.

  • Spezialaufträge führten zu Spezialgeschirren, wie hier ein Ensemble für entcoffeinierten Kaffee,….

  • …die Spezialporzellanflasche für Rum

  • …das Geschirr für den Zeppelin

  • …das Ensemble für die Lufthansa.

  • Schon fast traditionell erhält der Heilige Vater aus Selb ein Geschirr mit seinem Wappen geschenkt. Papst Franziskus lehnte in diesem Jahr ab. In Selb respektiert man seine Entscheidung, man spürt aber zwischen den Zeilen auch eine gewisse Enttäuschung.

  • Diese Tasse vom Beginn des 20. Jahrhunderts zeigt, dass dezentrierte Untertassenbuchtungen keine Erfindung der Gegenwart sind.

  • Viele Porzellanhersteller etablierten eigene Kunstabteilungen, die Formen, Farben und Darstellungen entwickelten.

  • Dieses elegante Mokkagedeck stammt aus dem Jahr 1913.

  • Diese Kanne aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts übernimmt Formelemente und Farbklima des Jugendstils.

  • Der Erste Weltkrieg hinterlässt seine Spuren auch in Porzellan.

  • Die Reichsporzellanwoche war eine staatliche Unterstützung der Porzellanindustrie. In den wirtschaftlich schweren Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wurden Geschäfte in ganz Deutschland aufgefordert, die neuestens Trends und Entwicklungen in ihren Schaufenstern zu zeigen.

  • Porzellan zeigt auch die Damenmode.

  • Der Bügel am Rand dieser Tasse schützt den modischen Schnurrbart vor dem Kontakt mit dem Kaffee. Das heiße Getränk verwässerte die Wirkung der Schnäuzerpomade und ließ die modische Lippenpracht traurig in die Mundwinkel sinken. Der Steg konnte dies erfolgreich verhindern.

  • Seit 1969 realisierte man realistische Tierplastiken in Porzellan, die vor allem in den USA gesammelt wurden und werden.

  • Petra Werner hat die Ausstellung zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen federführend konzipiert.

200 Jahre Porzellan aus bayerischen Fabriken


Vielleicht eine der lebensberührendsten und engagiertesten Ausstellungen Deutschlands kann man in der tagsüber durchgehend geöffneten katholischen Diasporakirche von Selb beginnen. Drei Virtrinen seitlich des Altarraums zeigen die Mutter Gottes, den Heiligen Josef oder die Heilige Familie für die weihnachtliche Krippe – anrührende Kunstwerke aus Porzellan.

Nähere Informationen finden Sie unter "Porzellan für die Welt"

Online Welt wieder einblenden

Onlinewelt öffnen
Onlinewelt schließen