175. Regensburger Diözesan-Fußwallfahrt nach Altötting beginnt am Donnerstag

25.05.2004
Pilgerführer Bernhard Meiler (links) und derVorstand der Pilgergruppe präsentieren die Pilgerkerze.

(pdr) Am nächsten Donnerstag, 27. Mai, wallfahrten zum 175. Mal in ununterbrochener Folge Pilger aus dem Bistum Regenburg zum Pfingstfest nach Altötting. Heuer werden wieder etwa 8.000 Pilger am Pfingst-Samstag über den Kapellplatz in die Basilika von Altötting ziehen und mit dem Regensburger Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller den Empfangsgottesdienst feiern. Damit ist die Regensburger Fußwallfahrt die zweitgrößte Fußwallfahrt in Europa und die wohl größte in Deutschland. Im Jahr 1830 war der Bauer Andreas Pirzer aus dem Oberpfälzer Kirchenbuch zusammen mit einigen Gläubigen aus der Pfarrei Wiefelsdorf am Donnerstag vor Pfingsten in Regensburg zur Wallfahrt aufgebrochen. Während all der Jahre ist sie kein einziges Mal ausgefallen. Auch während der Nazi-Zeit, in der die Wallfahrt auf dem Weg gestoppt und verboten worden war, ist es doch einigen Pilgern gelungen, nach Altötting zu gehen und die Tradition nicht abreißen zu lassen. „Euer unüberschaubar langer Pilgerzug gibt jedem, der ihm während der drei Tage begegnet, ein eindrucksvolles Zeichen dafür, was unsere Kirche in ihrem Wesen ist: das pilgernde Gottesvolk, das Christus, dem Herrn , entgegengeht“, so dankt der Regensburger Bischof in der Festschrift den Pilgern für ihr Glaubenszeugnis. Die Pilger seien in diesen Tagen das beste Beispiel dafür, das die christliche Botschaft auch heute ihre Strahlkraft nicht verloren hat. Gerade die große Beteiligung der Jugend zeige, dass die Fußwallfahrt eine Zukunft hat und der Glaube an Christus auch heute bei vielen Jugendlichen lebendig ist.
Der Regensburger Bischof wird am Samstag ab der Herrenmühle das letzte Stück der Wallfahrt mitgehen und dann die Pilger am Kapellplatz empfangen. Unmittelbar nachdem sich der Pilgerzug formiert hat, verabschiedet Bischof Gerhard Ludwig am Donnerstag die Pilger in Burgweinting und gibt ihnen ein Wort mit auf den Weg.
Eine vorherige Anmeldung zur Wallfahrt ist wegen der umfangreichen Organisation nicht nötig. Der Pilgergottesdienst in der Pfarrei Albertus Magnus beginnt um 7.15 Uhr. Die Wallfahrt setzt sich um 8 Uhr am Metro Parkplatz in Regensburg in Bewegung.

Besondere Gestaltung der Jubiläumswallfahrt – Friedensbaum, Jubiläumskerze und Lichterprozession mit 8.000 Pilgern
Im Rahmen des Eröffnungsgottesdienstes in St. Albertus Magnus wird ein von der Vorstandschaft gestiftetes Fahnenband gesegnet und an der Wallfahrtsstandarte angebracht. Zum Jubiläum ist der Weg am Donnerstag von 12.40 bis 14.30 Uhr von Sünching nach Geiselhöring in diesem Jahr als „Eucharistische Prozession“ gestaltet, bei der das Allerheiligste in einer Monstranz mitgetragen wird.
Im sogenannten „trostlosen Tal“, in dem bei heißem Wetter die Mittagssonne am zweiten Tag der Wallfahrt erbarmungslos auf die Pilger herunterbrennt, pflanzen die Wallfahrer einen Friedensbaum am Pilgerweg. Diese Aktion ist für Freitag, 28. Mai, gegen 13.30 Uhr auf dem Weg zwischen Frontenhausen und Gangkofen geplant. Am Samstag früh startet mit den dann 8.000 Teilnehmern die Wallfahrt um 3 Uhr morgens in Massing als Lichterprozession bis Geratskirchen. Beim Empfangsgottesdienst segnet der Regensburger Bischof die 2,35 Meter lange Jubiläumskerze der Wallfahrer. Wie in anderen Jahren auch, zählt die Übertragung des Gnadenbildes aus der Kapelle in die Basilika am Pfingst-Sonntag um 8 Uhr zum Abschlussgottesdienst zu den Höhepunkten der Wallfahrt.

Einzige Voraussetzung: Bereitschaft zu christlich-religiöser Gesinnung
„Jeder kann mitgehen, der bereit ist, in christlich religiöser Gesinnung mitzumachen“, nennt Pilgerführer Bernhard Meiler die Voraussetzung für die Beteiligung an der 111 Kilometer langen dreitägigen Wallfahrt. Damit stellt er heraus, dass es nicht um sportliche Höchstleistungen oder eine bloße Wanderung geht. Zu dieser spirituellen Atmosphäre trägt eine umfassende Organisation mit einem 160köpfigen ehrenamtlichen Team bei. Zwölf Priester hören während der drei Tage am Ende des Zuges und hinter der Pilgerstandarte die Beichte. 20 Doppellautsprecher übertragen die Gebete und Gesänge in den kilometerlangen Zug zum Mitbeten und Mitsingen. Täglich finden Pilgergottesdienste statt. Um die Belastung auf den bis zu 50 Kilometer langen Tagesetappen nicht noch zu vergrößern, transportieren 70 Begleitfahrzeuge das Gepäck für die Übernachtung. Auch um ein Bett für die Nacht brauchen sich die Pilger nicht selbst zu kümmern. Mit einem Übernachtungsschein, den sie im mitfahrenden Bürowagen erhalten, bekommen sie am Abend ein Quartier in insgesamt 28 Orten. Dorthin werden sie, koordiniert von CB-Funkern, mit Bussen gebracht und am nächsten Morgen um drei Uhr wieder zum Ausgangspunkt transportiert. An 16 Stationen entlang des Weges werden 2 WC-Wägen mit insgesamt 20 Kabinen aufgestellt. Zwölf Sanitätsfahrzeuge, zwei Notarztwägen, vier Ärzte und 40 Rotkreuzhelferinnen und –helfer sind bei der Wallfahrt dabei. An den Rastorten gibt das Bayerische Rote Kreuz kostenlos Tee aus. Die Polizei begleitet den Pilgerzug zur Absicherung gegen Unfälle. Diese rein ehrenamtlich geleistete Organisation, so Pilgerführer Bernhard Meiler, „ist nicht Selbstzweck. Sie dient vielmehr dazu, dass die Pilger sich wirklich auf ihren Weg, ihre mitgenommenen Anliegen und das Gebet konzentrieren können.“

An- und Abreise mit Sonderzügen und Sonderbussen
Am Donnerstag, 27 Mai, wird für die Pilger aus der Oberpfalz von Marktredwitz aus ein Sonderzug eingesetzt. Abfahrt ist in Markredwitz um 3.49 Uhr. Er hält an allen Bahnhöfen bis Regensburg. Fahrkarten gibt es im Zug sowie am Bahnhof Weiden. Ein Buspendelverkehr bringt die Pilger zwischen 6.45 und 7.45 Uhr vom Regensburger Bahnhof zum Ausgangspunkt der Wallfahrt. Der Sonderzug fährt am Samstag um 13.52 Uhr von Altötting zurück. Heuer verkehrt am Donnerstag erstmals ein Sonderbus vom Bahnhof Amberg zum Bahnhof Schwandorf. Für Pilger, die erst am Sonntag zurückfahren, werden Busse nach Weiden und Amberg eingesetzt. Vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Nähere Auskünfte auch im Internet unter: www.regensburger-fusswallfahrt.de und bei Pilgerführer Bernhard Meiler (09607) 699; Fax (09607) 8405.

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