180 Jahre und 713 Mädchen – Die Dr.-Johanna-Decker-Schulen feierten Jubiläum mit Bischof Rudolf Voderholzer

28.10.2019

Die Amberger St. Martins-Kirche war am Freitag, dem 25. Oktober bis auf den letzten Platz besetzt. Alle Schülerinnen, Lehrer, Eltern und Ehrengäste waren gekommen, um gemeinsam das 180-jährige mit einem Pontifikalamt zu feiern.

Vorgesorgt war für alle Fälle: Hier zwei junge Damen vom Nothilfeteam.

Worauf Thomas Helm und die Ministranten ganz genau warteten, blieb ein Geheimnis. Wenig später begrüßte der Pfarrer von St. Martin am Altar die Gemeinde, den Zelebranten und die Konzelebranten: Bischof Rudolf Voderholzer, Pater Karl Wallner, Domdekan Johann Neumüller, Regionaldekan Ludwig Gradl, Dekan Markus Brunner, Pater Stefan Danko und Pfarrvikar Reinhard Bogensperger.

Die Predigt Bischof Rudolfs schlug den Bogen durch die 180 Jahre, die es zu feiern gab. Der tiefste Sinn des BILDungsbegriffes ziele auf die Gleichgestaltung mit Jesus Christus. Er ist das VorBILD menschlichen Seins schlechthin, ihn zu verkünden, das sei Kernaufgabe der Kirche, aller Christen und auch der Leitgedanke christlicher Schulen und christlicher Bildung.

So wichtig gute Ausstattung von Schulgebäuden mit modernen Lehrmitteln auch immer sind, der entscheidende Faktor gelingender Bildung seien Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihrem Vorbild den Schülerinnen dienen.

Deshalb galt der besondere Dank des Bischofs den Lehrerinnen und Lehrern. Sie könnten auf große Gestalten in ihren Reihen zurückschauen, wie etwa auf die selige Maria Theresia Gerhardinger (1797-1879). Die Ordensfrau aus Stadtamhof gilt als Pionierin der Frauenbildung in Bayern. Mit den Schulen, die sie prägte, setzte sie Maßstäbe, denen die staatlichen Einrichtungen noch Jahrzehnte später nacheiferten.

Zum Abschluss seiner Predigt bat Bischof Rudolf Voderholzer um Gottes Segen für die nächsten Jahre und Jahrzehnte. „Wir werden alle zusammenhalten, damit auch zum 200. Jubiläum die Dr.-Johanna-Decker-Schulen blühen und ihr Zeugnis geben zum Wohl der Menschen. Maria Theresia Gerhardinger, bitte für uns.“

Für jede der beiden Dr.-Johanna-Decker-Schulen brachten Bischof Rudolf Voderholzer und Schulstiftungsdirektor Domdekan Johann Neumüller einen „Regensburger Dom“ mit. Die goldfarbenen Skulpturen schuf der für seine seriellen Installationen bekannte Künstler Ottmar Hörl.

Weiter ging es nach dem Pontifikalamt in der Turnhalle der Schulen.

Festredner war Pater Karl Wallner von den Zisterziensern in Heiligenkreuz bei Wien und Nationaldirektor von MISSIO Österreich. Auf dem Bild ist er zu sehen auf dem Amberger Rathausplatz mit seinem Assistenten und dem Ehepaar Stefanie und Günther Jehl. Letzterer ist der Direktor der Dr.-Johanna-Decker-Schulen und Lehrer für Mathematik und Physik. Bischof Rudolf hatte übrigens bereits mehrfach betont, wie wesentlich für seine Berufung der naturwissenschaftliche Unterricht war. Eine gläubige Existenz stehe in keinem Konflikt mit naturwissenschaftlicher Erkenntnis. Das habe er gelernt.

Was Pater Wallner den Mädchen „rüberbringen“ wollte, das sagte er schon in seinem ersten Satz: „Was ist meine Mission? Fragt Euch das bitte.“ Er war erfolgreich. Jedenfalls bezeugten alle acht Schülerinnen, die der Chronist fragen konnte, dass sie sich diese Bitte gemerkt hätten. „Meine Mission“: Was das sein könnte, wie tief diese Frage in die Fundamente des eigenen Lebens hinweist, das machte Pater Karl in seiner direkten, heiteren und jederzeit ins Existentielle gleitenden Ansprache deutlich. Kostprobe: So etwa ab 13 fangen ja Mädchen an, sich zu verlieben und auf Jungen zu schauen. Dabei sei klar: Irgendeinen kriege jede ab. „Aber das ist es ja gar nicht, worauf Ihr hinauswollt. Ihr wollt nicht irgendeinen. Ihr wollt den Richtigen.“ Und wer der Richtige sei, das sei eine Frage, die sich sinnvoll nur beantworten ließe, wenn man sich gleichzeitig frage, was denn die Mission im eigenen Leben sei.

Die Schulsprecherin übergab Pater Karl einen Scheck. 1.400 Euro hatten die Schülerinnen „erlaufen“.

Grußworte sprachen zuvor Schulstiftungsdirektor Domdekan Johann Neumüller, Dr. Peter Nothaft, Direktor des Katholischen Schulwerks Bayern, Franz-Xaver Huber, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in der Oberpfalz und Martin Preuß, 2. Bürgermeister der Stadt Amberg.

Zu den Ehrengästen des Jubiläums zählte auch Elisabeth Strobel (101), die zwar nicht die älteste Ambergerin ist, aber wohl die rüstigste Ü-100 der Stadt. Sie ist Johanna Deckers Schulfreundin.

Dr. Johanna Decker (1918-1977) drückte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zusammen mit Elisabeth die Schulbänke der heute nach ihr benannten Schulen. Sie wirkte als Ärztin in Rhodesien/Zimbabwe. Sie blieb bei den Menschen, die auf ihren Dienst angewiesen waren, auch nachdem im Lande der Bürgerkrieg ausgebrochen war. Sie wurde von marodierenden „Kämpfern“ ermordet.

Nach dem Festakt waren die Gäste zu einem sensationellen Buffet geladen. Hier sind vier der jungen Damen zu sehen, die für ein perfektes Gaumenfestival sorgten.

Exemplarisch sei verwiesen auf die Nussecken….

… und die selbstgemachten Pralinen.

Völlig zu Unrecht wird die Musik in diesem Bilderalbum zu guter Letzt erwähnt. Verantwortlich waren in der Martinskirche und beim sich anschließenden Festakt die Schulchöre...

... unter Leitung von Regina Fiebich-Wiesner und Franz Hanauska, die sich auf begeisternde Sängerinnen verlassen konnten.

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