400 Päckchen für den Glauben: Monsignore Schmid fährt mit dem Wohnmobil durchs Bistum

04.04.2020
Im Glaubens-Paket enthalten: Weihwasser, Palmbuschen, eine Kerze, ein Osterei, ein Osterhase, ein Heft mit Vorschlägen zur Feier des Osterfestes, ein Heft mit Gedanken zur geistigen Kommunion und eine Novene zur heiligen Corona.
Präsent in Folie verpackt

Beten, sich austauschen in der Glaubensgemeinschaft - für gläubige Menschen etwas Alltägliches. Doch was vorher alltäglich war, wird jetzt zu Zeiten von Kontaktverboten und Ausgangssperren speziell für die "Risikogruppen" - etwa die älteren Menschen - fast unmöglich. Monsignore Thomas Schmid, zuständig für die missionarische Pastoral im Bistum Regensburg, wollte das nicht auf sich sitzen lassen. Zwar gibt es mittlerweile viele Angebote im Internet, aber betroffen, so Schmid, seien jetzt oft die, die ohnehin nicht so gut mit dem Internet umgehen können. "Da bleiben viele allein, weil sie den Zugang nicht haben übers Internet."

 

Corona hin oder her: das Osterfest muss zu den Menschen

Wie also diese Leute erreichen, und wie erreichen, dass sie trotz fehlender Liturgie und Eucharistie ihr Osterfest feiern können? Wenn sie schon die liturgischen Feiern in der Kirche entbehren müssen, sollten die Leute wenigstens die Freude am Osterfest nicht verlieren, so der Gedanke. Also mussten Hausgottesdienste her, die dem Osterfest gerecht werden. Herausgekommen ist ein ganzes "Glaubenspaket", das Schmid nun an Haushalte im ganzen Bistum verteilt.

Darin sind zum Beispiel Palmbuschen für Palmsonntag, Weihwasser zum Osterfest selbst oder einfach Ideen, wie man jetzt zu einer Osterkerze kommt. Dinge, die auf den ersten Blick äußerlich erscheinen mögen, von denen es aber doch abhängt. "Diese Zeichen sind tiefe Zeichen und Symbole, die eine innere Gewissheit vermitteln", so Schmid. Zum Beispiel, dass Christus Herr über das Leben bleibe - egal, was wir auf dieser Welt überstehen müssen.

 

Was ist drin im Glaubenspaket?

Impulse zur geistigen Kommunion, ein Leitfaden zur Gestaltung der Kar- und Ostertage zu Hause, sogar eine Novene zur heiligen Corona ist beigelegt. All das soll helfen, diese Zeit zu füllen: "Mit Gebet füreinander, für die Kirche und für unsere Welt, damit wir diese Zeit gut überstehen."

Msgr. Thomas Schmid bei der Ablieferung des ersten Glaubenspakets: Übergabe natürlich immer mit Sicherheitsabstand.
Priester begegnet Mann an dessen Wohnungstür

400 Glaubens-Care-Pakete

Und um den Menschen das Glaubenspaket zu bringen, kurvt Monsignore Thomas Schmid ab dem Samstag vor Palmsonntag mit dem Wohnmobil durchs ganze Bistum: 400 Pakete will er in zwei Tagen an den Menschen bringen. Vorrangig an viele ältere Leute, die eben nicht die Möglichkeit haben, Ostergottesdienste übers Internet zu sehen. Natürlich gemäß der Vorschrift: Ohne Kontakt wird das Päckchen an die Haustür geliefert. Na ja, fast ohne Kontakt: Einmal zum Fenster winken ist schon drin. "Und wer später telefonieren möchte, hat dann auch die Möglichkeit dazu", setzt Schmid hinzu.

 

Was wir persönlich tun können? Beten!

Ein erstes Paket hat er schon ausgeliefert. Für das Ehepaar aus Schmids Bekanntenkreis kam die Sendung überraschend. Umso größer ist die Freude: "Wir feiern jetzt in enger Verbundenheit mit den anderen Gläubigen und hoffen, dass alles gut vorüber geht und dass wir bald wieder gemeinsam Gottesdienst feiern können." Und beten, sagen sie, tun sie viel. Das ist auch Thomas Schmid ein Anliegen bei seiner Aktion: Den Gläubigen zeigen, dass ihr Gebet das Größte und Reichste ist, was sie jetzt einbringen können.

"Wer glaubt, ist nie allein": Mit diesem Wohnmobil wird Msgr. Schmid vor Ostern im Bistum unterwegs sein.
Wohnmobil mit bunter Aufschrift

"Wir werden niemanden allein lassen"

Die besten Ideen kommen bekanntlich unerwartet: Überall nach dem Aufflammen der Corona-Pandemie war die Aussage zu hören, niemand würde allein gelassen. In der Politik, aber auch von Seiten des Bistums. Bei Monsignore Thomas Schmid war sofort die Verbindung da zum "Wer glaubt, ist nie allein", dem Lied zum Papstbesuch 2006 in Regensburg. "Es hat damals Bezug genommen auf die tragende Gemeinschaft der Kirche über alle möglichen Grenzen hinweg. Und jetzt lassen wir uns auch von einem Virus nicht die Grenzen setzen, sondern wollen zusammenhalten." Deshalb steht der Schriftzug "Wer glaubt, ist nie allein" jetzt groß und breit auf dem Wohnmobil, zusammen mit den Regensburger Domtürmen. Geplant war das nicht, sondern die Schrift wurde noch kurzfristig vor Beginn der Aktion angebracht.

Wer in den kommenden Tagen also ein weißes Wohnmobil mit quietschbunten Domtürmen und der Aufschrift "Wer glaubt, ist nie allein" sieht, der weiß: Hier sind die Gläubigen jetzt gut versorgt, um ihr Osterfest zu feiern - trotz Corona, zu Hause.

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