Altarweihe in der Pfarr- und Klosterkirche Windberg mit Weihbischof Reinhard Pappenberger

14.05.2019

Die Altarweihe zum Abschluss der Innenrenovierung in der Pfarr- und Klosterkirche Windberg (Landkreis Straubing-Bogen) wurde von den Gläubigen lange ersehnt, denn nach der umfangreichen Innenrenovierung, in der die Kirche Mariä Himmelfahrt zweieinhalb Jahre geschlossen war, wurde nun der Pontifikalgottesdienst mit Weihe des neuen Zelebrationsaltares durch Weihbischof Reinhard Pappenberger gefeiert. Groß und klein war auf den Beinen, um bei diesem historischen Ereignis dabei zu sein und alle Sinne ansprechen zu lassen, denn bei der Altarweihe, gibt es viel zu sehen, zu riechen und zu hören.

 

Menschen brauchen Orte, um innerlich aufatmen zu können

Kindergartenkinder boten dem Weihbischof ein herzliches Willkommen, Blasmusik erklang und viele Vereinsfahnen mit ihren Mitgliedern zogen im Kirchenzug mit der Geistlichkeit zur Kirche. "Menschen nah und fern, werdet Volk des Herrn" ertönte durch festliche Orgelmusik und kräftigem Volksgesang nach dem Einzug in das renovierte Gotteshaus. "Gott sei Dank" sagte Pfarradministrator und Abt Hermann Josef Kugler bei der Begrüßung. Dank, dass nun wieder Gottesdienst gefeiert werden kann, Dank für die unfallfreie Bauzeit, Dank, dass nach 875 Jahren wieder eine Altarweihe stattfindet und Dank für die vielen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Pfarrgemeinde. "Menschen brauchen Orte und Räume, wo sie innerlich aufatmen und zur Ruhe kommen können. Es tut gut, solche Räume zu haben" sagte der Abt.

 

Zu Beginn standen die Segnung des Wassers und die Tauferinnerung. Später folgte die Segnung des neuen Ambos - "Tisch des Wortes Gottes" -  und hier betonte der Weihbischof: "das Wort nicht nur hören, sondern es auch tun". In seiner Predigt blickte sich Weihbischof  Reinhard Pappenberger in diesem wunderbaren liturgischen Raum um, in dem man nun wieder Gottesdienst feiern könne. Er erinnerte an diese Kirche, die seit über 850 Jahren ein Ort des Gebetes, der Sammlung und des Gottesdienstes sei. Sowohl für die Pfarrgemeinde Windberg, als auch für die Klostergemeinschaft der Prämonstratenser. Im täglichen Chorgebet erklinge das Lob Gottes und die Pfarrgemeinde sei die lebendige Kirche vor Ort. Gemeinsam habe es in diesen Räumen Höhen und Tiefen gegeben für die Menschen, die hier leben. "Gott will mit dir zu tun haben, soll uns dieser Raum, dieser Altar sagen", so der Weihbischof, der für ein lebendiges Zeugnis des Glaubens plädierte und auf die Reliquien blickte, die eingesetzt werden.

 

Segen und Trost, Heil und Frieden für jeden der kommt

Alle vier haben einen Bezug zur Kirche von Windberg, zur Geschichtes des Ordens oder zum Bistum: Der Heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg und Patron des Bistums, die Heilige Mystikerin Anna Schäffer aus Mindelstetten, der Heilige Norbert als Gründer des Prämonstratenserordens und die Selige Prämonstratenserin Bronislawa. Abschließend erzählte Weihbischof Reinhard Pappenberger, dass er beim Einschreiten durch das Kirchenportal das Kreuz mit dem Bischofsstab nachgezeichnet habe, dass damals bei der Kirchenweihe durch den Bischof gezeichnet wurde. Und sein Gebet und Wunsch sei: "Wer immer diese Schwelle übertritt, wer immer hier hereinkommt, der soll Segen und Trost, Heil und Frieden hier finden. Jetzt und jederzeit".  

 

 

 

Kinder und Jugendliche sind Hoffnung und Zukunft

Reich sind die Rituale einer Altarweihe mit der Allerheiligenlitanei, der Beisetzung der Reliquien, der Besprengung des Altares mit Weihwasser, der Salbung des Altares mit Chrisam, dem Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar zur Erinnerung der fünf Wundmale Jesu, dem Weihegebet und schließlich dem Eindecken des Altares und dem festlichen Anzünden der Altarleuchter. Alles was bei einer Altarweihe geschieht ist sehr aussagekräftig und die meisten Menschen können eine Altarweihe nur ein einziges Mal miterleben und so ein Jahrhundertereignis "mit offenem Herzen aufnehmen". Weihbischof Reinhard ließ beim Einsetzen der Reliquien die Kindergartenkinder ganz nah an den Altar treten und beim Verbrennen des Weihrauches die Erstkommunionkinder: denn die Kinder und Jugendlichen sind die Hoffnung und Zukunft.

Die erste Eucharistie am neuen Volks- oder Zelebrationsaltar feierte Weihbischof Reinhard Pappenberger gemeinsam mit Abt Hermann Josef Kugler, Abt Denis aus der niederländischen Abtei Berne, Pater Stefan, Prior des Windberger Tochter-Klosters Roggenburg in der Diözese Augsburg und Generalabt Emeritus Pater Thomas Handgrätinger. Die musikalische Gestaltung der Liturgiefeier übernahm mit der "Missa parochialis" von W. Menschick der Abteichor Windberg gemeinsam mit einem Bläserkreis unter der Gesamtleitung von Dekanatskirchenmusiker Peter Hilger.

 

 

 

Von 2017 bis 2019 wurde die Pfarr- und Klosterkirche Windberg umfassend renoviert. Vorrangiges Ziel war die Bestandssicherung. außerdem wurden die liturgischen Orte im Altarraum, im nördlichen Querschiff (Beichtkapelle mit dem Ort der Verehrung des heiligen Norbert), der Ort der Marienverehrung im Eingangsbereich und der Ort der Taufe um den mittelalterlichen Taufstein neu gestaltet. Unter der Gesamtleitung des Landshuter Architekten Michael Nadler bekam die Kirche auch eine völlig neue Technik, neue LED-Beleuchtung, Wärmeversorgung durch die Fernwärme des Klosters, Generalüberholung der beiden Orgeln, neue Farbe für die Wände und Restaurierung von Gestühl und Figuren. Durch das Künstlerehepaar Lutzenberg aus Bad Wörishofen wurde der neue Altar und Ambo aus Adneter Marmor geschaffen, sowie Vortragskreuz, Sedilien, Oster- und Altarleuchter gestaltet. Die Gesamtkosten der umfangreichen Arbeiten liegen bei rund 3 Millionen Euro. Davon übernimmt der Staat 1,1 Millionen Euro, die Diözese Regensburg und die kleine Pfarrgemeinde Windberg jeweils 680.000 Euro, die Denkmalpflege, die Gemeinde Windberg und der Bezirk Bayern je 30.000 Euro.

 

 

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