Altarweihe in der renovierten Hauskapelle im Priesterseminar St.Wolfgang

04.05.2005

(pdr) Nach 2jähriger Renovierungszeit erstrahlt die Hauskapelle im Priesterseminar Sankt Wolfgang in neuem Glanz und Bischof Gerhard Ludwig Müller vollzog am Festtag der Apostel Jakobus und Philipus die Weihe des neuen Altares. Gleichzeitig erhielten auch der Ambo, der Tabernakel und das Priesterseminar den kirchlichen Segen.
„Das Priesterseminar ist das Herz der Diözese, die Hauskapelle das Herz des Priesterseminars und der Altar das Herz unserer Hauskapelle“ erläuterte Regens Monsignore Gottfried Dachauer bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste und bedankte sich bei Bischof Gerhard Ludwig für sein Kommen. Da die Tore zur Kapelle ebenfalls neu gestaltet worden waren, klopfte Bischof Gerhard Ludwig mit seinem Hirtenstab gemäß dem Ritus der Kirchweihe an die Eingangstüre und betrat nach dem feierlichen Öffnen der Tore dann als erster das Gotteshaus. Der helle, lichtdurchflutete Raum wurde vom Künstler bei der Neugestaltung sehr schön gegliedert. So fand die Eröffnung des Pontifikalgottesdienstes im ersten Teilbereich statt: Beim Brunnen mit Weihwasser wurde die Tauferinnerung gefeiert. Beim Blick nach vorne bestachen sowohl das Lichtkreuz, als auch das beim Brunnen beginnende in den Boden gelegte Marmor-Kreuz durch das gesamte Kirchenschiff und das alte restaurierte Kreuz am Hochaltar. „Diese verschiedenen Kreuze weisen auf die Erlöserkirche hin“, so Regens Monsignore Gottfried Dachauer. Auffallende Elemente der Raumteilung waren die großen Wandbehänge in blau und gold mit den Konturen von 12 Menschen: Hinweis auf die 12 Stämme Israels, die 12 Apostel, aber auch alle Menschen. „Sie sollen dem Hereinkommenden das Gefühl vermitteln, dass schon jemand da ist“ erläuterte der Regens.
Im zweiten Teil des Kirchenschiffs gliedern sich die Sitzbänke im Halbrund um den Altar. „Dieser Ambo ist der Tisch des Wortes und aus dieser Botschaft wollen wir leben und danach handeln“ hieß es als Erläuterung zum Segen des neuen Ambos. Erst nach dessen Segnung durch Bischof Gerhard Ludwig wurde die Lesung vorgetragen und das Evangelium feierlich verkündet. In seiner Predigt ging Bischof Gerhard Ludwig Müller auch die innere Lähmung und Entmutigung in Deutschland bezüglich des Priestermangels ein. Aber aus dieser resignierten Stimmung heraus könne keine Neuevangelisierung einsetzen. „Wir brauchen flammende Herzen“ forderte der Bischof. Dabei betonte er, dass es auf der Welt kein Konsumparadies gebe und sich der Mensch an Jesus Christus orientieren solle, da er das wahre Heilsversprechen sei. Jeder Priester sage ja zum Aufbau der Kirche Jesu Christi. Und gerade bei einer liturgischen Feier, wie der Segnung des Ambos und der Weihe des Altares würden die wesentlichen Züge und Aufgaben des Priestertums gezeigt, die von Christus gesandt und bevollmächtigt seien so wie früher die Apostel. „Die Apostel waren keine Herrscher der Gemeinden, sondern Diener des Wortes“ betonte Bischof Gerhard Ludwig Müller. Gottes Wort werde in die Menschen gelegt. Es spreche Trost und Hilfe des lebendigen Gottes zu. „Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes“ erinnerte der Bischof. Der Priester sei auch Diener am Altar und erinnere an Christus, den guten Hirten, der sein Leben hingab für seine Schafe. Die Eucharistiefeier nannte Bischof Gerhard Ludwig als Vollendung des Weihepriestertums. Er ermunterte seine Zuhörer, vertrauensvoll in die Zukunft zu gehen und sich nicht entmutigen zu lassen vom Zeitgeschehen. Die Kirchengeschichte zeige, dass der Heilige Geist immer wirke und die Kirche innerlich bekräftige. „Kirche ist auch heute Zeichen, dass jeder Mensch durch Gott gerettet wird“, so Bischof Gerhard Ludwig Müller.
In einem beeindruckenden liturgischen Ritus wurde anschließend die Altarweihe vollzogen. Der Allerheiligenlitanei folgte die Einsetzung der Reliquien des Heiligen Wolfgangs. „Dieser Altar sei die Mitte unseres Lobens und Dankens, bis war am Ende der Zeit die Freuden der ewigen Heimat erlangen“ hieß es im Weihegebet. Die Besprengung mit Weihwasser, die Salbung mit Chrisam und das Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar zeigte die Bedeutung des Ortes, an dem sich die Geheimnisse der Erlösung vollziehen. Feierlich verlas Regens Gottfried Dachauer die bischöfliche Urkunde zur Altarweihe. Subregens Thomas Vogl erläuterte, dass die Altarweihe Grund sei, Dank zu sagen für das Können und Wirken der Menschen beim gutgelungenem Umbau der Hauskapelle und des Priesterseminars. In einer festlichen Prozession wurden anschließend die Kerzen zum Altar gebracht und am Licht der Osterkerze entzündet. Und auch die 12 Apostelleuchter wurden zum Ausdruck des feierlichen Pontifikalamtes mit Altarweihe entzündet.
Die erste Eucharistiefeier am geweihten Altar zelebrierte Bischof Gerhard Ludwig Müller gemeinsam mit Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner, Regens Gottfried Dachauer, Subregens Thomas Vogl und Spiritual Dr. Josef Graf unter der Assistenz von Diakon Thomas Helm. Nach der Kommunionausteilung wurde der neue Tabernakel gesegnet und der liturgische Dienst zog zur Segnung des renovierten Hauses durch das Priesterseminar. Beim anschließenden Festakt fanden Regens Gottfried Dachauer , Generalvikar Wilhelm Gegenfurtner und Architekt Michael Naumann lobende Worte für die optimale Renovierung und die besseren Nutzungsmöglichkeiten. Bei dem „reizvollem Haus“ war vor allem auf die historische Baumasse und den ursprünglichen Charakter der alten Gemäuer und Fenster geachtet worden. Modern und zeitgemäß präsentierten sich dagegen die Wohngruppen für die Studenten. Bis zum Herbst werden die Räume für Ausbildung und Beratung fertiggestellt.

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