Antrittsbesuch des neuen Regionalbischofs

26.05.2004
Bischof Gerhard Ludwig und Regionalbischof Weiss

(pdr) Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller hat gestern, 25. Mai, den neuen evangelischen Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss zu einem Antrittsbesuch empfangen. In einem zweistündigen Vier-Augen-Gespräch wurden unter anderem die Möglichkeiten eines verstärkten ökumenischen Dialogs erörtert. Dabei machten sowohl Bischof Gerhard Ludwig als auch Regionalbischof Weiss deutlich, dass unterschiedliche Überzeugungen gegenseitig respektiert werden müssten. „Es geht im ökumenischen Dialog nicht darum, vordergründige Kompromisse zu schließen. Die Wahrheit ist nicht verhandelbar“, so Bischof Gerhard Ludwig. „Vielmehr sollten wir das viele Gemeinsame stärker betonen, zumal wir in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft vor gemeinsamen Herausforderungen stehen. Die Vergewisserung der Grundsubstanz des christlichen Glaubens bedarf dringend gemeinsamer Anstrengungen.“

„Der ökumenische Dialog muss deutlich, aber unverkrampft geführt werden“, betonte Regionalbischof Weiss. „Es ist wichtig, sich noch stärker als bislang gegenseitig Anteil am gemeinsamen Glauben und an spezifischer Frömmigkeit zu geben.“ Beide Gesprächspartner waren sich einig in dem Anliegen, die Gemeinden zur Feier ökumenischer Gottesdienste zu ermutigen. „Ökumenische Gottesdienste zur Förderung der Einheit der Christen sind ausdrücklich erwünscht und empfohlen“, so Bischof Gerhard Ludwig. An Sonntagen seien alle Katholiken jedoch zur Mitfeier der Eucharistie eingeladen, weswegen am Sonntagvormittag keine ökumenischen Gottesdienste stattfinden. „Ökumenische Gesinnung zeigt sich gerade darin, dass man die Ordnungen der Kirche, der man durch Taufe und Glaubensbekenntnis angehört, respektiert“. Der Bischof verwies auf Ausnahmegenehmigungen, die vom Ökumenereferenten in Rücksprache mit dem Diözesanbischof erteilt werden könnten, wenn der katholische Pfarrer einen Antrag bei der Diözese stellt. „Diese Ausnahmen sind gemäß den Kriterien der Ordnung der Deutschen Bischofskonferenz möglich bei kirchlichen Anlässen von überregionaler Bedeutung. Weltliche Feste gehören nicht dazu“.

Regionalbischof Weiss gab der Hoffnung Ausdruck, dass es dereinst auch am Sonntagvormittag zu ökumenischen Gottesdiensten kommen könnte. „Mit heißer Nadel gestrickte Aktionen sind diesem Anliegen jedoch nicht dienlich.“ Die beiden Gesprächspartner waren sich vollkommen einig darin, dass man dem Anliegen der Ökumene am besten dient mit Leidenschaft in der Sache und Besonnenheit in der Form.

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