Basisausstattung bis Extras: Erkundungstour Krippenfiguren

10.12.2019
Andrea Wittmann mit ihrer teuersten Figur

Zur klassischen Weihnachtsfeier bei uns gehört die Krippe. Oft ist sie ein lange tradiertes Familienstück. Es ruht im Keller und wird nur an wenigen Wochen des Jahres hervorgeholt. Dann werden in den Tagen vor Weihnachten die Figuren aus dem Zeitungspapier herausgewickelt, der Stall oder die Grotte von Staub befreit und auch die Landschaft mit in diesem Jahr gesammeltem Moos und Wurzeln neu gestaltet. Es gehört dazu, die Krippe jährlich durch eine neue Figur zu bereichern. Dann wird mal ein Schaf hinzugekauft oder ein Hirtenbub oder auch etwas Exotischeres – je nach Geschmack, Platz und bisherigem Figurenensemble.

Links die klassisch-bäuerliche Figur mit barockem Faltenwurf, rechts die orientalisch-moderne

Sammlerfreude

Der Christkindlmarkt auf dem Regensburger Neupfarrplatz bietet an verschiedenen Ständen die Möglichkeit, Krippenfiguren zu erwerben. Da ist etwa der Stand von Angela Zrenner und ihrer Geschäftspartnerin Birgit Wittmann, der schon lange zu den Ständen des Weihnachtsmarktes gehört. Alle Figuren der beiden Frauen – in den verschiedensten Stilen und Größen – stammen aus Südtirol, aus dem Grödnertal. Man kann hier Krippenfiguren aus Holz in einer großen Preisspanne erstehen, von 5,50 Euro (für ein Lamm) bis zu über 600 Euro (für einen Elefanten). Die beiden vorherrschenden Stile seien der orientalisch-modernere und der klassisch-bäuerliche. Letzteren erkenne man daran, dass die Schnitzweise etwas barocker sei: Die Kleider haben mehr Faltenwurf. Das Besondere? Dass man die Figuren sammeln kann. Angela Zrenner und Birgit Wittmann führen eine Kundendatei, in der verzeichnet ist, welche Figurengröße Kunden gewählt haben: So kann dann im nächsten Jahr wieder ein passende Figur dazugekauft werden. Übrigens bieten Angela Zrenner und Birgit Wittmann das ganze Jahr über Krippen an, in ihrem Regensburger Laden „Hosianna“ in der Brückstraße 4.

Gruß aus Südtirol

An einem anderen Stand ist ein echter Südtiroler anzutreffen: Er verkauft Krippenfiguren aus seiner Heimat, von der Holzschnitzerei Oswald Amort und einigen kleinen Betrieben aus derselben Region. Die Figuren sind aus Holz, maschinell vorgefräst, dann handbearbeitet und handbemalt. Bis zu 30 Zentimeter bestehen alle Figuren aus Ahornholz, größere Figuren sind aus Linden-, Eschen- und Zirbenholz gefertigt. Komplett handgeschnitzte Figuren haben sie nicht, da es keine Abnehmer gäbe, sie seien einfach zu teuer. Auf Anfrage würden sie aber noch gelegentlich handgeschnitzte Figuren anfertigen. Ob ein Trend zu beobachten ist? Insgesamt sei das Geschäft sehr konstant und der Geschmack ändere sich kaum. Im Stil modernere Figuren seien derzeit vielleicht ein wenig mehr angesagt.

Irene Schottenhammer mit ihren kleinsten Figuren

Dieses Jahr neu: Braunbären

Irene Schottenhammer verkauft an ihrem Stand schon seit über 20 Jahren Figuren aus Kunstharz, die gegossen und dann mit der Hand bemalt werden. „Die Braunbären sind dieses Jahr neu“, berichtet sie und weist auf die exemplarisch ausgestellten Tierfiguren hin. Kunstharzfiguren stellen preislich den niedrigsten Bereich dar. Junge Leute kauften bei ihr häufig erst einmal eine Heilige Familie. Da sehe man dann, dass hier mit der Krippentradition neu begonnen wird. Die Älteren kaufen alles Mögliche, Ergänzungen für die schon bestehenden Krippen. Bei Irene Schottenhammer kann man auch ganz besonders kleine Figuren finden. Viele Leute, so schildert sie, nehmen eine Rinde oder Wurzel und bauen sich mit den Kleinstfiguren dann eine Miniaturkrippe.

Krippen für die Kleinsten

Die letzte Station ist der Stand „Menschenskinder“. Eigentlich ein Spielwarenladen in Regensburg, führt der Stand erwartungsgemäß einige Krippen, die für Kleinkinder geeignet sind. Die Figuren dieser Krippen, mit denen man richtig spielen kann, sind plastisch, vertragen es, in den Mund genommen zu werden, und gehen beim ersten Herunterfallen nicht gleich kaputt. Dann gibt es hier aber auch andere Besonderheiten: Olivenholzkrippen aus Betlehem etwa. Oder die Guckkästchen. Diese papiernen Krippen stecken zunächst flach in einem Umschlag und können dann aber so auseinandergefaltet werden, dass sie einen kleinen Schaukasten bilden, mit Blick in eine Krippenszene. Das sei eine wunderbare Abwechslung zur klassischen Weihnachtskarte, sagt der Standbetreiber.

Eine Krippe für Kleinkinder

Eine echte Fundgrube

Ob die alte Krippe angereichert wird oder in diesem Jahr der Erwerb erster Figuren für eine neue Krippe ansteht: Der Christkindlmarkt auf dem Neupfarrplatz ist eine Fundgrube für Krippenfreunde und solche, die es werden wollen. Im Zentrum des Ganzen: die Krippe mit Holzfiguren, die sich – häufig unerkannt oder unbeachtet – zwischen den Verkaufsständen verborgen hält. Wissen Sie, wo?

Ein Guckkästchen

Krippenfreude online

Übrigens: Auf der neuen Webseite des Bistums Regensburg www.jahreskrippen.de finden Krippenbegeisterte eine Online-Krippenwelt. Die reicht von verschiedensten Krippenaufstellungen über Krippenbautipps bis hin zu Nachrichten und Neuigkeiten aus dem Reich der Krippen – werfen Sie einen Blick hinein!

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