Bestseller seit 50 Jahren: das Directorium Spirituale

14.04.2019

Das Directorium Spirituale, ein monatlich erscheinender geistlicher Leitfaden mit Erläuterungen zu den Schrifttexten der Bibel, hat am 12. April 2019 sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Anlässlich dieses Jubiläums zelebrierte Bischof Rudolf Voderholzer am späten Freitagnachmittag in St. Kassian Regensburg einen Gottesdienst und hielt anschließend ein Impulsreferat im Bischofshof.

Bereits 1969 hatte Bischof Rudolf Graber, Initiator des Werkheftes, in seinem ersten Geleitwort die Gefahr der Hektik und der fehlenden Ruhe im priesterlichen Alltag geschildert. So schreibt er: „Es gebe eine Sehnsucht und einen Hunger nach Stille und Meditation. Umso wichtiger sei es einen geistlichen Leitfaden zu erstellen, der dem vielbeschäftigten Priester einen Ausweg aus der Hektik des Alltags bietet.“ Auch fünfzig Jahre nach der ersten Ausgabe des Directorium Spirituale hat das geistliche Werkheft, das seit 2017 unter der Leitung des Spirituals Matthias Effhauser steht, denselben Anspruch. In einer Zeit, die weitaus hektischer und schnelllebiger ist, ist es umso wichtiger, die Ruhe in sich selbst und in der Schrift zu finden. So handelt es sich bei dem 1969 erstmals erschienenen Heft auch heute noch um einen „Bestseller“ geistlicher Lektüre, der nicht nur von Personen, die in der Kirche bestellt sind, verwendet wird, sondern darüber hinaus eine große Leserschaft begeistert.

Dialog, Glaube und Wahrheit

„50 Jahre Directorium Spirituale, 50 Jahre treue Redaktionsarbeit, 50 Jahre treue Autorschaft, 50 Jahre treue Leserschaft.“ Mit diesen Worten eröffnet Bischof Rudolf Voderholzer den Gottesdienst anlässlich des Jubiläums des Directorium Spirituale.
In seiner Predigt nimmt er Bezug auf den ersten Betrachtungstext der Ausgabe, in der drei unterschiedliche Themen angesprochen werden. Zum einen heißt es dort, dass es bei unterschiedlichen Meinungen zu gewaltbereitem Handeln kommen kann. Bischof Voderholzer verweist auf die Aktualität dieser Aussage und zeigt auf, dass ohne sachliche Argumentation und mit gewaltbereitem Handeln kein friedlicher Diskurs geführt werden kann, denn „Gewalt und Geschrei verderben den Dialog“.
Ebenso wichtig und zeitkritisch wie vor fünfzig Jahren ist die Frage nach der Person Jesus Christus. Auch hier verweist Bischof Rudolf auf aktuelle Äußerungen, wie „Jesus, ein Mensch, der ganz auf der Seite Gottes stand“ oder „Ein Mensch, der Gott in besonderer Weise zugetan war“. Doch kann es im Glauben an Jesus Christus keinen Kompromiss geben. Umso wichtiger ist es, sich selbst, ganz persönlich und unbedingt die Frage zur Person Jesu Christus zu stellen, „denn ein Ja zu Christus ist ein schrankenloses Ja zu seiner Sohnschaft Gottes“. Das unterscheidet Glaube von Unglaube.
Zum Ende seiner Predigt verdeutlicht Bischof Voderholzer die Überzeugungskraft des Glaubens. Damals wie heute sind Menschen auf der Suche nach dem Heil. Johannes der Täufer hat in Gestalt eines schlichten Seelsorgers den Menschen, die ohne Vorkenntnisse der Theologie und Exegese waren, den Weg zum Heil durch den Glauben an den dreieinigen Gott gewiesen. Es ist nicht notwendig, so Bischof Voderholzer weiter, die Menschen mit auffälligen Attraktionen zu begeistern, denn der Glaube allein überzeugt. Denn „mit der Wahrheit fackelt man nicht, sie ist selber Feuer“.

Impulsreferat im Bischofshof

Im Anschluss an den Gottesdienst ging es in den Bischofshof, wo der Bischof das Impulsreferat hielt. Zu Beginn sprach Spiritual Matthias Effhauser ein Grußwort und zeigte die Anfänge des Directorium Spirituale und dessen Ausrichtung als „geistliches Werkheft für Priester“ auf. Das Ziel, damals wie heute, ist es demnach, „aus der Fülle der Betrachtungen geistliches Leben neu zu erwecken.“ Derzeit steht im Raum, sich neuer Kanäle zur Verbreitung der Publikation zu bedienen. Nach der persönlichen Ehrung der derzeitigen 43 Autoren und aller beteiligten Personen verwies Spiritual Matthias Effhauser auf die zahlreiche nationale und internationale Leserschaft, bevor er das Wort an Bischof Rudolf Voderholzer übergab.
Dieser zeigte kurz die Themengrundlagen des Directoriums Spirituale, den Bibelleseplan eines jeden Tages, sowie die Liturgie auf. Diese besäßen zwar eine reichhaltige Variationsbreite, doch müsse man zukünftig allumfassender arbeiten. Dazu formulierte Bischof Voderholzer einige Themenvorschläge. Denn ähnlich wie Bischof Graber bereits 1969 von einem „modernen Leser“ sprach, der „alles in einem“ vereint haben wollte, ist es heute ebenso wichtig, „keine Zerstreuung in geistigen Dingen zu bieten, sondern Einheit“. So schlägt Bischof Voderholzer vor, neben den üblichen Schrifttexten der Werktage und Sonntage auch Präfationen, Orationen, Hymnen und Psalmen zu erschließen. Ebenso seien das Liedgut im neuen Gotteslob und die Theologie im Kirchenraum einer Vertiefung wert, denn mit einfachsten Hinweisen können auch heute die Menschen zum Staunen gebracht werden.


Bestellmöglichkeit:
Das Directorium Spirituale erscheint in 12 Ausgaben im Jahr zum Preis von €27,50 zzgl. Versandkosten.
Bestellungen sind möglich über die Redaktion „Directorium Spirituale“, Bischöfliches Ordinariat, Niedermünstergasse 1,
93047 Regensburg, (Tel. 0941 / 597-1702).
Auf Anfrage ist auch ein Probe-Abonnement (zwei Gratis-Hefte) erhältlich.

Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Bistum Regensburg.

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