Bischof Dr. Rudolf Voderholzer beim Actus academicus – Absolventinnen und Absolventen wurden ausgezeichnet

06.12.2019

Im Rahmen des Actus Academicus an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg sind im Beisein von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Weihbischof Dr. Josef Graf die Absolventinnen und Absolventen der Fakultät geehrt worden. Außerdem hielt Professor Dr. Ute Leimgruber, die kürzlich berufene Professorin für Pastoraltheologie und Homiletik, ihre Antrittsvorlesung zum Thema „‚Hidden Patterns‘ – Überlegungen zu einer machtsensiblen Pastoraltheologie“.

 

„Zwei ausnehmend wichtige Ereignisse“

„Es sind zwei ausnehmend wichtige Ereignisse, die diesen Actus heute gliedern“, eröffnete Dekan Professor Dr. Dr. Thomas Schärtl-Trendel die Veranstaltung. Zum einen würden die Absolventinnen und Absolventen der Fakultät geehrt und denen, die anwesend waren, die Zeugnisse überreicht. „Damit würdigen wir die Leistungen von Menschen, die die prägenden Jahre ihres Lebens mit uns an dieser Universität verbracht haben, die uns anvertraut wurden und die wir formen durften“, so der Dekan weiter. Zum anderen werde Professor Dr. Ute Leimgruber, seit 1. Juli 2019 Professorin für Pastoraltheologie und Homiletik, in diesem feierlichen Rahmen ihre Antrittsvorlesung halten.

„Kritische Urteilskraft in Berufsleben mitnehmen“

Diesen bedeutenden Anlass würdigte auch der Präsident der Universität, Professor Dr. Udo Hebel, durch seine persönliche Anwesenheit und sein Grußwort. Darin begrüßte er eigens Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Weihbischof Dr. Josef Graf, die dem Festakt ebenfalls beiwohnten. Zudem beglückwünschte er in besonderer Weise die Absolventinnen und Absolventen „im Einzelnen und kollektiv zu ihren akademischen Erfolgen“. Er gab ihnen den Rat mit, nun in ihre Berufe die kritische Urteilskraft und die Art und Weise, wie man Fragen stellt, einzubringen

 

Bischof Rudolf unterstützt Masterstudiengang „Perimortale Wissenschaften“

Der Dekan berichtete außerdem über die Lage der Fakultät und wusste durchgehend Positives zu berichten. Die Studentenzahlen hätten sich in den vergangenen Semestern mit 588 Studenten erholt. Zugleich arbeite die Fakultät weiter daran, durch die Erarbeitung neuer Studiengänge mehr Studenten zu gewinnen. Darunter falle auch der Masterstudiengang „Perimortale Wissenschaften“, der sich gerade in der Genehmigung befindet. An dieser Stelle konnte Dekan Schärtl-Trendel Erfreuliches berichten: Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der eben anwesend war, um seine Verbundenheit mit der universitären Theologie auszudrücken, hatte ihm bei diesem Anlass die nötige Zustimmung zum Konzept des Masters zugesagt. Darüber hinaus berichtete Dekan Schärtl-Trendel von weiteren Aktionen wie dem Studientag und dem Offenen Campus, mit denen mehr auf die Fakultät und ihr Lehrangebot aufmerksam gemacht werden solle. Außerdem wusste er von zahlreichen Auszeichnungen und Preisen an Fakultätsmitglieder zu berichten. Zusammen mit den Berufungen und neuen Aufgaben von Mitarbeitern der Fakultät zeuge dies von der Relevanz und dem hohen Ansehen der Fakultät.

Es gab Magisterzeugnisse und eine Doktorurkunde

Den ersten Höhepunkt fand der Abend in der Verleihung des Magisterzeugnisses an Elisabeth Eibl sowie in der Überreichung der Doktorurkunde an Benjamin Mitterutzer, der für seine Arbeit „Begründeter Zweifel? John L. Schellenbergs religiöse Skepsis auf dem Prüfstand“ promoviert wurde.

 

Machtstrukturen hinterfragen

Im Anschluss folgte sogleich der zweite Höhepunkt, die Antrittsvorlesung von Professor Ute Leimgruber zum Thema „‚Hidden Patterns‘ – Überlegungen zu einer machtsensiblen Pastoraltheologie“. Ausgehend von der Theologin Judith Gruber (KU Löwen) stellte sie die Beobachtung an, dass die Anfrage an die Machtstrukturen im Wissenschaftsbetrieb in der Theologie bislang kein Thema gewesen sei. Doch werde in der Theologie eine Peripherie definiert, was dazu führe, dass ex negativo auch ein Zentrum definiert werde. Darum sei eine „postkoloniale Relektüre“ auf den theologischen Wissenschaftsbetrieb notwendig. Deshalb sei es die Aufgabe der Pastoraltheologie, Macht material und formal als theologisch relevant anzuerkennen. Den Weg dazu würden drei wichtige Punkte weisen. Zum einen müssten die Referenzpunkte einer solchen Theologie definiert werden. Diese sei diakonisch sowie konzilstheologisch begründet. Zum anderen müssten die bisherigen Repräsentationsformen überdacht werden, die diejenigen, die nicht das Sagen haben, ausschließen. „Subalterne“ müssten beteiligt werden. Zum dritten sei ein zentrales Problem, dass Personen, die nicht gesehen werden, oft das Mensch-Sein abgesprochen würde. Darum sei ein machtsensibler Blick eine genuin theologische Frage.

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