Bischof Rudolf hält die Morgenmesse in der Erscheinungskapelle von Fátima

15.06.2016

Zu Beginn des vierten Tags der Fátimareise des Institutum Marianum Regensburg hat Bischof Rudolf Voderholzer gemeinsam mit den Regensburger Pilgern die Morgenmesse an einem wahrhaft heiligen Ort gefeiert: in der Erscheinungskapelle. Rein äußerlich hat sich die Cova da Iria, der zentrale Ort der Erscheinungen in Fátima, seit damals stark gewandelt. Heute sieht man einen großen Platz und Kirchen, umringt von einer ganzen Stadt. Damals waren es Felder und Weiden, auf denen arme Hirtenkinder die Tiere hüteten. "Eine Gegend wahrhaft am Ende der Welt", so Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt.

"Ausgerechnet hier", fuhr er fort, "mit drei Kindern, beginnt ein Werk, dass mich immer wieder tief ins Staunen bringt." Noch bevor irgendjemand hätte wissen können, dass im Oktober 1917 in Russland die Revolution ausbrechen würde, mit ihren gewaltigen Folgen für die ganze Welt, wurde in Fátima schon der Auftrag erteilt, für die Bekehrung Russlands zu beten. Gleichzeitig wurde dem Rosenkranzgebet Erhörung verheißen. "Ja, wer hätte das denn erfinden sollen?", fragte der Regensburger Bischof.

"Noch etwas bewegt mich hier in Fátima ganz außerordentlich", sagte Bischof Voderholzer. Vor hundert Jahren, zur Zeit der Erscheinungen, herrschte der Weltkrieg. Eine Folge war unter anderem auch der Kommunismus. Doch auch in unseren Tagen gebe es Herausforderungen, nicht zuletzt wenn der Blick auf den Glaubensschwund in Europa gerichtet wird. "Die vielleicht größte Herausforderung weltpolitisch gesehen ist gegenwärtig ein radikalisierter, fanatisierter Islam."

Der Name Fátima - auch im Islam von Bedeutung

Fátima habe auch in dieser Hinsicht eine prophetische Dimension. "Vielleicht geht die Vorsehung noch viel weiter als wir ahnen." Denn der Name des Ortes spielt auch im Islam eine große Rolle. Fátima, so hieß die jüngste Tochter des Propheten Mohammed. Eine Legende besagt, dass auch der Name des Orts Fátima im Zusammenhang stehe mit der Überwindung des Islams auf der Iberischen Halbinsel. Die Iberische Halbinsel ist geschichtlich gesehen die einzige Region, die sich von der Herrschaft des Islams wieder befreien konnte.

Bischof Rudolf Voderholzer: "Sollte nicht auf die Fürsprache der Gottesmutter von Fátima hin auch Bewegung kommen in diese für uns Christen so rätselhafte Religionsgestalt des Islams, die dadurch gekennzeichnet ist, dass sie gerade den Glauben an Jesus Christus als den Gottessohn bekämpft? Sollten nicht durch das Wirken der Gottesmutter zumindest die extremen Auswirkungen des Islams geheilt werden können? Wir können nicht genug beklagen, dass der extreme Islamismus den Namen Gottes in unglaublicher Weise in Verruf bringt, den Gottesglauben mit dem Verdacht belegt, gewaltsam zu sein - aber das ist doch der Widerspruch zu jeder wahren Religion. Ich setze meine Hoffnung auch auf die Treue der Gottesmutter, die in Fátima ihre Fürsorge für die Kirche und die ganze Welt gezeigt hat."

Zu Beginn der Morgenmesse hatte der Regensburger Bischof seine Hochachtung und seinen großen Dank für das Wirken des IMR ausgesprochen, das von Bischof Rudolf Graber gegründet wurde. Der Bote von Fátima unterstütze die Botschaft und den geistlichen Impuls, der von diesem Ort, von Fátima, ausgeht.

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