Bischof Rudolf Voderholzer packt bei der Weinlese mit an

20.09.2019

„Es heißt ‚lesen‘! Wer ‚ernten‘ sagt, zeigt, dass er nichts von der Sache versteht“ – so Bischof Rudolf. Dass er selbst etwas von der Sache versteht, stellte der Bischof am Freitagmorgen unter Beweis. Auf Einladung des Winzers Oswald Zitzelsberger hat Bischof Rudolf Voderholzer die Ärmel hochgekrempelt und zusammen mit einigen anderen Bekannten und Freunden Zitzelsbergers und ein paar Mitarbeitern bei der Lese der Weißburgunder-Trauben geholfen. Mit Herrn Zitzelsberger verbindet den Bischof nicht nur die Liebe zum Wein, sondern auch die Tatsache, dass sie beide dem dritten Zweig des Deutschen Ordens angehören, Zitzelsberger als Familiare, Bischof Voderholzer seit Anfang des Jahres als Ehrenritter.

Mit vollem Einsatz dabei

Als der Bischof am unweit von Kager gelegenen Weinberg bei strahlender Morgensonne ankam, wurde er mit viel Begeisterung empfangen. Schließlich hat man nicht alle Tage so einen Erntehelfer mit von der Partie. Man hielt sich nicht lange auf, sondern schritt gleich zur Tat. Der Winzer gab noch kurz ein paar Instruktionen und Sicherheitshinweise, der Bischof bekam eine Schürze und ein paar Gummihandschuhe und dann konnte es losgehen. Für den Bischof war dies schon die zweite Weinlese – im Gegensatz zur ersten, die in einem viel steileren Hang stattfand, sei diese „ein Spaziergang“ gewesen. Jeder Helfer wählte sich eine Rebzeile aus, an der er nach und nach alle Reben einsammelte. Bei dieser meditativen Tätigkeit verwunderte es nicht, dass dem Bischof mit der Zeit theologische Assoziationen kamen. Er wies auf die Erwähnung der Trauben und des Weins in den liturgischen Texten zur Gabenbereitung hin: „Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit.“

Weinbau in der Region

Auch wenn es viele nicht wissen – die Regensburger Region hat eine 2000 Jahre alte Weinbautradition. Aufgrund klimatischer Veränderungen und anderer Gründe wurde der regionale Wein („Baierwein“) in den letzten Jahrhunderten vom Bier fast verdrängt. Aber seit etwa 50 Jahren wird in der Region wieder verstärkt Wein angebaut. Auch der Weinberg von Oswald Zitzelsberger ist noch ganz jung. Die Lese, bei der Bischof Rudolf half, war deshalb eine ganz besondere: Es handelte sich um eine sogenannte „Jungfernernte“, die allererste Ernte eines neu angepflanzten Weinbergs. Im nächsten Jahr gibt es dann den Wein zu kaufen – übrigens als der erste zertifizierte Biowein in Regensburg, wie Zitzelsberger stolz erwähnte.

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