Bischof Rudolf Voderholzer segnet Krippenausstellung in Landshut Seligenthal

09.12.2019
Bischof Rudolf erhielt als Geschenk eine Krippendarstellung in einer Spanschachtel.

Am zweiten Adventsonntag feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit  Stadtpfarrer Josef Thalhammer, Pfarrer Martin Martlreiter, Präsident des Verbands Bayerischer Krippenfreunde,  Spiriutal Pater Bonifatius, und Pfarrer i.R. Anton Merkt einen Pontifikalgottesdienst in der Landshuter Klosterkirche Seligenthal. Danach segnete er die Krippenausstellung. In vielen Krippen sei in der Adventszeit das Jesuskind noch nicht zu sehen, bemerkte Spiritual Pater Bonifatius in seiner Begrüßung. Die Leerstelle deute auf die frohe Erwartung zu Weihnachten hin. Allerdings gebe es auch Leerstellen, die durch Orientierungslosigkeit und unguten Zeitgeist  entstünden.


Bischof Voderholzer: "Krippe und Eucharistie ergänzen sich"

"Ich freue mich, in der mit Sonnenstrahlen durchfluteten wunderbaren Klosterkirche in ihrer barocken Schönheit, am Festtag Maria Empfängnis, Eucharistie feiern zu dürfen", betonte Bischof Rudolf. Er dankte Äbtissin Petra Articus von der Zisterzienserinnen-Abtei für die Einladung zur Krippensegnung. "Krippe und Eucharistie ergänzen sich", sagte der Bischof. In manchen Krippen stellten Hirten vor dem Kind ein gebundenes Lamm. Aufmerksame Betrachter könnten in diesem Kind das Lamm Gottes vergegenwärtigt sehen. Der gesamte Lebensweg des Kindes führe zur Hingabe am Kreuz, um sich den Menschen in der Eucharistie zu schenken. Menschen sollten zur würdigen Krippe werden für seine Ankunft.

In seiner Predigt führte Bischof Voderholzer an, dass für wichtige prominente Gäste zahlreiche, zeitlich weit vorausschauende Vorbereitungen getroffen werden müssten. Der Messias sei nicht wie ein Präsident gekommen, nicht so, wie es die Phantasie erwartet hätte. Er war lange erwartet und vorausgesagt von den Propheten. Leicht wäre er zu übersehen gewesen, weil er nicht von oben herab kam, sondern als kleines Kind von ganz unten. Gott nahm für sein Kommen nicht die Macht in Anspruch, sondern den Charme eines Babys. Maria, die neue Eva, habe Christus, den neuen Adam geboren. Damit wurde der Mensch zur Liebe geschaffen, zur Liebe zu Gott und untereinander.

Bischof Rudolf Voderholzer segnete die Krippenausstellung im Kloster.


Papst Franziskus sieht Krippen als johannische Hinführung

Papst Franziskus lobte und empfahl in seinem Apostolischen Schreiben die Krippentradition. Sie seien wichtig für die Verkündigung und eine johannische Hinführung. Mit ihrer Hilfe könne die Heilsgeschichte mit allen Sinnen erfasst werden. Der Papst legte nahe, sie an vielen Stellen aufzubauen als sichtbare Liebe Gottes und lebendiges Evangelium. Ob dieser Aussage empfänden alle Krippensammler und -freunde eine Bestätigung und große Freude, so der Bischof. Der bemerkenswerte Landshuter Krippenweg, bei dem er vor zehn Tagen den Eröffnungsvortrag gehalten habe, mit der beeindruckenden Ausstellung im Kreuzgang des Klosters, entsprächen dem Anliegen des Papstes. Durch die neue große Krippenstiftung im Kloster Seligenthal könnte bei den Schülerinnen und Schülern eine Sehnsucht erwachen, selbst Krippen aufzubauen oder sogar selber herzustellen. Für alle Besucher sei sie ein Ansporn, den eigenen Platz in der Krippe zu finden, selber zur Krippe zu werden, denn "Gott muss in meinem Herzen geboren werden". Äbtissin Petra Articus lud die Familien ein, mit ihren Kindern die Krippen zu besuchen und sie in das Geheimnis der Menschwerdung Gottes hinzuführen. Mit einer Klosterarbeit dankte sie dem Stifterehepaar Jutz für die vielen überlassenen Krippen und das damit verbundene Vertrauen. Zur Erinnerung an die Ausstellungssegnung überreichte sie Bischof Rudolf eine eigene kunstvoll gefertigte Krippendarstellung.

Karl-Heinz und Hildegard Jutz stellten dem Kloster mehr als 300 Krippen zur Verfügung. Hier mit Äbtissin Petra Articus.


Bischof Rudolf segnete die Krippenausstellung

Im Anschluss an die Feier der Heiligen Messe segnete Bischof Rudolf die große Krippensammlung im Kreuzgang des Klosters. Er wünschte der Ausstellung viele Besucher, auf dass Weihnachten auch richtig Weihnachten werde. Als ausgewiesener Krippenfreund-und kenner nahm er sich lange Zeit zur Betrachtung und freute sich über die angeregten Gespräche mit den Krippenbauern und Besuchern.

Im Herbst 2018 vertraute der begeisterte Krippenbauer und -sammler Karl-Heinz Jutz und seine Frau Hildegard den Schwestern von Seligenthal über 300 Krippen an. Aus dem 400 Kilometer entfernten Bühl in Baden-Württemberg übersiedelten mit zwei Lastwägen die Schätze aus 40 Jahren Sammlung. Als Konrektor begann Karl-Heinz Jutz in der Schule, mit den Kindern Krippen zu bauen. Dabei wuchs seine Begeisterung und wurde zur Leidenschaft der Familie für volkstümliche Krippen aus dem eigenen Lebensraum sowie aus Südamerika, Afrika und Frankreich. Neben der eifrigen Sammelleidenschaft baute das Ehepaar Jutz viele Krippen selbst. Für eine riesige Papierkrippensammlung wurden  Papierbögen auf Sperrholz aufgetragen, ausgeschnitten und bemalt. Mit den jährlichen Ausstellungen unterstützten sie ein integratives Kinderhaus und die Missionsarbeit. Altersbedingt suchten sie eine neue Heimat für ihre geschätzte wertvolle Krippensammlung, die zusammen bleiben sollte. Das Stifterehepaar war zur Eröffnung der Ausstellung angereist. Es empfindet nach eigenen Angaben eine tiefe innere Befriedigung und Freude über den würdigen Platz im Kloster. Eine weitere Krippenspende erhielt das Kloster mit einer großen französischen Krippe von Familie Fendt aus Balshausen bei Günzburg. Diese Krippe ist im hinteren Bereich der Klosterkirche aufgestellt. Die Krippen in der Seligenthaler Abtei sind noch bis 2. Februar 2020 zu sehen.

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