Buch über „Mahnenden Mühlstein“ an Bischof Voderholzer übergeben

18.11.2020

Im Rahmen einer Buchübergabe hat am 18.11.2020 Bischof Rudolf Voderholzer das Ehepaar Monika und Johannes Heibel getroffen. Der Sozialpädagoge Johannes Heibel ist Vorsitzender des Vereins „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“. Im August dieses Jahres veröffentlichte er den Bildband „Nur ein Stein – und doch so bewegend“, der eine Aktion des Vereins dokumentiert: Mitglieder der Initiative gegen Gewalt reisten elf Jahre lang mit einem Mühlstein durch Deutschland, auf dem ein Jesuswort aus dem Matthäusevangelium eingraviert ist: „Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Ärgernis gibt, dem wäre es besser, wenn ihm ein Mühlstein um den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde“ (Mt 18,6). Im Hintergrund stand die Absicht, durch den Mühlstein zu mahnen, Kindern kein Leid anzutun und ergangenes Leid lückenlos aufzuklären. Zum Abschluss der Aktion vor einem Jahr wurde der Stein Papst Franziskus in Rom übergeben. Der Bildband dokumentiert die Reise des Mühlsteines auf 416 Seiten mit Fotos und Redebeiträgen. Darüber hinaus werde berichtet, „wie die Menschen auf die beabsichtigte Provokation reagierten“, erklärt die Initiative gegen Gewalt in einer Pressemitteilung.

V.l.: Gabriel Weiten, Bischof Rudolf Voderholzer, Johannes Heibel, Monika Heibel

Die Opfer im Blick

Das Ehepaar Heibel freute sich sichtlich, Bischof Voderholzer das Buch persönlich überreichen zu dürfen. Im Anschluss kam es zu einem regen Austausch. Herr Heibel berichtete, dass er sich seit den neunziger Jahren ‑ oft gegen große Widerstände ‑ für die Aufklärung von Fällen von Gewalt im kirchlichen Bereich einsetze. Auch die aktuellen Gutachten in Limburg und Aachen betrachte er sehr kritisch, da er einige Fälle, die dort behandelt werden, selbst in minutiöser kriminologischer Arbeit aufgearbeitet hat. Darüber hinaus beklagte Johannes Heibel in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass das Thema Missbrauch außerhalb der katholischen Kirche zu wenig im Fokus stünde. Er wolle sich in den nächsten Jahren vermehrt um Aufklärung u.a. bei Sportvereinen und im schulischen Bereich kümmern. „Die anderen können sich nicht nur hinter der katholischen Kirche verstecken“, sagte Johannes Heibel. Bischof Voderholzer bekräftigte diese Sichtweise gerade mit Blick auf die Opfer aus dem Bereich anderer Institutionen, die oft vergessen würden, wenn die Taten nicht mehr justiziabel seien. In einem Widmungsexemplar für Herrn Heibel bedankte sich Bischof Voderholzer mit folgenden Worten: „Herrn Johannes Heibel ein herzlicher Dank für sein großartiges Engagement für Aufklärung und Gerechtigkeit“.

Initiative gegen Gewalt

Der Verein „Initiative gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen e.V.“ besteht seit 1993. Die Bandbreite der Vereinstätigkeiten ist groß und reicht von der Begleitung Betroffener und ihrer Unterstützung auch finanzieller Art bis hin zu grundsätzlicher Präventions- und Öffentlichkeitsarbeit. Durch einen Druckkostenzuschuss von 500 Euro und die Abnahme von 20 Bänden unterstützt die Diözese Regensburg das Buchprojekt über den Mahnenden Mühlstein auch finanziell.

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