„Das Heilige Land als Auftrag 1855 - 2005“ – Ausstellung in Basilika St. Emmeram eröffnet

18.06.2005
Kaplan Matthias Karl, Beate Eichinger, Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner, Dr. Reinhold Then und Dr. Andreas Jobst bei der Vorstellung der Austellung

(pdr) Mit einer feierlichen Vesper hat Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner am Freitag in der Basilika St. Emmeram in Regensburg die Jubiläumsausstellung „Das Heilige Land als Auftrag 1855 – 2005“ eröffnet. Die Ausstellung stellt die 150-jährige Geschichte des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande dar. Zahlreiche Fotografien und Dokumente geben Einblick in die Entwicklung des Vereins und seiner Einrichtungen. Der Termin für die Ausstellungseröffnung kurz vor der Wolfgangswoche sei ganz bewusst gewählt worden, so der Generalvikar. Denn im Rahmen der traditionell sehr stark besuchten Wolfgangswoche habe man in diesem Jahr das Heilige Land ganz besonders im Blick. „Das Heilige Land ist das fünfte Evangelium“, so Gegenfurtner. Er habe schon oft bei Pilgerfahrten mit Studenten die Erfahrung gemacht, dass diese durch die unmittelbare Begegnung mit den Heiligen Stätten neues Interesse am Glauben und an Jesus Christus entwickelt hätten. „Das waren richtige Bekehrungserlebnisse“.
Kaplan Matthias Karl, der Diözesanvorsitzende des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande im Bistum Regensburg, stellte in seiner Einführung die Geschichte und die gegenwärtige Situation des Vereins und seiner Einrichtungen im Heiligen Land dar. 1854 reisten zwei Katholiken aus dem Erzbistum Köln ins Heilige Land. Während ihrer Pilgerfahrt lernten sie die schwierige Situation der katholischen Christen in Palästina und den traurigen Zustand der Heiligen Stätten kennen. Nach Köln zurückgekehrt, regten sie 1855 die Gründung des Vereins vom Heiligen Grabe, eines Vorläufers des heutigen Deutschen Vereins vom Heiligen Lande, an. Der Verein machte es sich zur Aufgabe, die katholischen Kirche und ihre Institutionen im Heiligen Land zu unterstützen. Dabei ist er auf finanzielle und personelle Unterstützung aus Europa angewiesen, um v.a. den dort lebenden katholischen Christen, aber auch Angehörigen anderer Konfessionen und Muslimen helfen zu können. Die schwierige politische und gesellschaftliche Lage in Israel hat großen Einfluss auf die Arbeit des Vereins. Insbesondere seit Ausbruch der zweiten Intifada im Herbst 2000 sei die selbstgewählte Aufgabe des Vereins, Brücke in das Land der Bibel zu sein, noch dringender geworden.
Die Problematik der gegenwärtigen Lage in Israel und Palästina spiegelt sich auch in der Begleitausstellung „Betlehem heute – ein Blick über die Mauer“ wieder, die von Beate Eichinger von der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) im Bistum Regensburg vorgestellt wurde. Nicht nur Juden und Palästinenser, sondern auch die in Betlehem lebenden Christen hätten unter den Spannungen und dem Bau der Mauer zu leiden.
Die beiden Veranstaltungen sind noch bis zum 26. Juni im Hochchor von St. Emmeram zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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