Das schönste Ausstellungsstück – Das Haus der Bayerischen Geschichte bietet einen 80m² großen Spiegel für die Regensburger Domtürme.

07.06.2019

Nach vier Jahren Bauzeit wurde am 4. Juni 2019 das Museum des Hauses der Bayerischen Geschichte in Regensburg eröffnet.

Für alle Passanten und Besucher gibt es ein besonderes Highlight: ein 80 Quadratmeter großes Fenster, das sich in Richtung der Altstadt öffnet. Darin spiegelt sich der Regensburger Dom mit seinen weit in die Höhe ragenden Türmen. Ein „Domfenster“ also, das schon Architekt Stefan Traxler gegenüber der Süddeutschen Zeitung derart betitelte, und der größte jemals gebaute Spiegel für gotische Kirchtürme. Die Kathedrale wird damit zum „wichtigsten Exponat der Ausstellung“, sagte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer.

Die architektonische Idee zum Domfenster war bereits in den Konzepten des Museums angelegt: „Ein Highlight ist das Domfenster, eine riesige Öffnung, die sich wie ein Trichter zum Dom hin ausrichtet.“1 Das „Domfenster“ stelle für das Gebäude ein bedeutsames architektonisches Gestaltungselement dar, betont Klemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg, „und in seiner Geste und Bildhaftigkeit einen wichtigen Leitgedanken des Entwurfs, der unter anderem ausschlaggebend dafür war, den Entwurf mit dem ersten Preis auszuzeichnen.“ Klar erkennbar sein soll „das Motiv des visuellen Dialogs des Museums des Hauses der Bayerischen Geschichte mit Dom und Altstadt – gleichsam dem geschichtlichen Horizont der Stadt Regensburg“. Durch die Spiegelung der historischen Umgebung im „Domfenster“ sei dies gegeben.

Besonders passend: In diesem Jahr feiern die Domtürme ein Jubiläum. Sie wurden vor 150 Jahren vollendet und sind seitdem das Wahrzeichen Regensburgs. Die beiden Kreuzblumen, mit denen die Türme gekrönt sind, „segnen“ die Stadt und alle ihre Bewohner vom höchsten Punkt her.

 

 

1 (Quelle: www.hdbg.eu/museum/web/index.html [21.5.2015].)

Museum der Bayerischen Geschichte © wörner traxler richter planungsgesellschaft mbh, Frankfurt am Main

Diözesanbischof Voderholzer und Regionalbischof Weiss haben das Haus der Bayerischen Geschichte gesegnet. Die Segensworte von Bischof Voderholzer in voller Länge:

Lieber Herr Ministerpräsident Söder,

Königliche Hoheit Herzog Franz,

Lieber Hausherr, Dr. Loibl,

liebe Festgäste!

Gerne kommen wir Ihrer Bitte nach, das neue Haus der bayerischen Geschichte nach altem jüdischem und christlichem Brauch bei seiner Eröffnung auch zu segnen.

Der Segen ersetzt nicht den Blitzableiter, die Brandmeldeanlage oder die Hausratversicherung.

Der Segen ist Ausdruck des Glaubens, dass sich die wichtigsten Dinge im Leben überhaupt nicht versichern lassen, dass das, worauf es wirklich ankommt, weder gemacht noch erzwungen werden kann, und dass das wahrhaft Wertvolle nicht gekauft werden kann, weil es unbezahlbar ist:

Echter und dauerhafter Friede, ein gutes Arbeitsklima, Schutz vor Naturkatastrophen und manches mehr.

Der Segen ist Ausdruck des Glaubens, dass die wichtigsten Dinge im Leben Gabe sind, Geschenk, gratis gewährt vom Geber alles Guten, dem Schöpfer Himmels und der Erde. Sein Wort gibt Orientierung, weist den Weg zu einem erfüllten Leben, sagt uns Zukunft und Würde zu.

Dieser Glaube hat unsere bayerische Heimat geprägt.

Für diesen Glauben steht das wichtigste Exponat ihrer Ausstellung, die Domtürme des Regensburger Domes, auf die hin – ganz bewusst – sich das Haus der Bayerischen Geschichte öffnet, und die auf diese Weise hereingeholt werden.

Vor exakt 150 Jahren als Gemeinschaftswerk von Bischof, König und Ingenieurskunst vollendet, lenken sie wie zwei steinerne Zeigefinger unsere Blicke und unsere Herzen nach oben.

Von dort her erbitten wir den Segen für dieses Haus, für alle, die darin arbeiten, und für alle, die es besuchen: Gott mit Dir, du Land der Bayern!

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