Den Dienst vermisst: Ministranten im Bistum Regensburg

13.05.2020
Milena Kleinert und ihr Bruder haben bereits wieder ministriert

Die strengen Auflagen, unter denen seit dem 4. Mai wieder öffentlich Messe gefeiert werden darf, schränken nicht nur die Möglichkeiten der Beteiligung der Gottesdienstbesucher ein. Auch die Aufgaben der Ministrantinnen und Ministranten sind wesentlich reduziert. Auf den ersten Blick bleibt ihnen, coronabedingt, nur noch das Läuten während der Wandlung.

 

Mir hat etwas gefehlt

Die Ministranten der Pfarreiengemeinschaft Alteglofsheim-Köfering im Landkreis Regensburg sind dennoch froh, dass es jetzt weitergeht. Die Oberministrantin von Köfering, Milena Kleinert, ministriert schon seit 2007 und tut dies, weil es ihr wichtig ist, regelmäßig einen Gottesdienst zu besuchen. Sie geht gerne in die Kirche und kommt über das Ministrieren mit Gleichgesinnten zusammen. Die sieben Wochen ohne Gottesdienst fielen ihr nicht so leicht, vor allem die Tage um Ostern: „Es ist mir eigentlich sehr wichtig, die vier Feiertage mitzufeiern. Nicht dabei zu sein war schon schwer. Wir haben dann zu Hause über den Fernseher den Gottesdienst mitverfolgt, aber es geht einem definitiv etwas ab.“ Auch der Oberministrant von Alteglofsheim, Stephan Eberl, vermisste die Gottesdienste: „Mir hat etwas gefehlt, mir war oft langweilig und ich dachte mir dann: Jetzt wäre es extrem schön, in die Kirche zu gehen.“ Auch er ist seit gut zehn Jahren mit Freude Ministrant, aus ähnlichen Gründen: „Zunächst das Zusammenkommen mit den ganzen anderen Ministranten und dann der Glaube an sich, das ist für mich sehr wichtig und dass ich als Ministrant selbst im Gottesdienst mitwirken kann.“ Auch wenn der Dienst derzeit sehr reduziert ist, ist Stephan Eberl froh, dass er jetzt wieder ministrieren darf. Darüber hinaus, so bemerkte Milena Kleinert, sei es ja nicht nur das Läuten bei der Wandlung – die Ministranten seien jetzt auch wichtig, um die Atmosphäre wiederherzustellen.

 

 

 

Ministrantendienst konkret

Im Video erklärt Diözesanjugendseelsorger Christian Kalis im Interview mit dem Ministrantenseelsorger Winfried Brandmaier, welche Regeln für den Ministrantendienst im Bistum aktuell gelten:

Auch Stephan Eberl hat zusammen mit seinem kleinen Bruder mittlerweile wieder ministriert

 

 

Ministrantenseelsorger Winfried Brandmaier hat außerdem viele anregende Ideen für die Ministrantenarbeit während der Ausgangsbeschränkungen: Ministranten - Kontakt(los).

 

Was fehlt, wenn die Ministranten fehlen?

Die aktuelle Krise hebt nicht zuletzt die Bedeutung der Ministranten hervor: Einerseits unterstreichen sie grundsätzlich die Feierlichkeit der Messe – sie gehören einfach dazu, egal, wie viele Aufgaben sie haben. Und dann führt gerade das Ausbleiben ihrer üblichen Dienste zum Nachdenken: Ist es nicht ein großer Unterschied, ob der Priester sich etwa bei der Händewaschung selbst die Hände wäscht und auch andere Dinge völlig im Alleingang tut oder ob ein Messdiener ihm „zuarbeitet“?

 

 

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