Der Dom St. Peter in allen Farben – Kunstinstallation von Ottmar Hörl in der Regensburger Altstadt

17.09.2019
Die Kunstinstallation kommt gut an bei den Regensburgern.

Der Regensburger Dom ist ein einzigartiges gotisches Bauwerk. Der Bau dauerte 600 Jahre lang, erst vor 150 Jahren wurden die Domtürme vollendet. Die Regensburger sind sehr stolz auf ihren Dom. Anlässlich des 150. Geburtstages der Vollendung der Regensburger Domtürme wurde der Künstler Ottmar Hörl aus Nürnberg tätig. Die Anregung dazu kam von Dr. Maria Baumann, Leiterin der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg, und der Galeristin Dr. Andrea Madesta mit Unterstützung von Monsignore Dr. Schrüfer, die den Dom in den Mittelpunkt des Interesses setzen und durchaus auch Anregungen zum Diskurs geben wollen.

 

300 Miniatur-Dome

Professor Hörl brachte dazu den Dom in Serie. Er schuf 300 Mini-Dome in den Farben Purpurrot, Opalgrün, Nachtblau und Gold. 180 Exemplare dieser Plastik-Dome wurden in einem vier Meter hohen und 15 Meter langen Regal auf der Südwestseite des Neupfarrplatzes vor dem Karavan-Denkmal aufgestellt, respektive aufgeschraubt. Diese Mini-Dome sind eine Installation des Künstlers Hörl, die den Titel "Souvenir, Souvenir?!" trägt. Schon von Beginn des Aufstellens stieß die Installation auf das Interesse der Regensburger und der Touristen und musste als Fotomotiv unzählige Male herhalten. Ottmar Hörl, ehemaliger Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, hat bereits in der Vergangenheit ähnliche Installationen erfolgreich durchgeführt. So brachte er 10.000 Eulen nach Athen, 7000 Dürer-Hasen nach Nürnberg, 1000 Einheitsmännchen nach Schwerin und 100 Märchenkönige in das Nymphenburger Schloss. Hörl will seine Kunst als Mittel zur Kommunikation sehen, die sich im öffentlichen Raum abspielen soll. Der Künstler will mit seiner Installation aus Domminimodellen die Regensburger auf ihre Stadt und ihren Dom aufmerksam machen und Gespräche fördern.

180 Plastik-Dome wurden in einem vier Meter hohen und 15 Meter langen Regal auf der Südwestseite des Neupfarrplatzes aufgestellt.

 

Baumeistern wird Respekt gezollt

Am Sonntag fand die Eröffnung der Ausstellung statt. Domvikar Monsignore Dr. Werner Schrüfer dankte Hörl dafür, dass er bereit gewesen sei, das erste Mal in seiner langen Laufbahn eine Installation mit Architektur zu machen. Schrüfer richtete seinen Dank für die erfolgreiche Realisierung dieser Kunstinstallation neben Ottmar Hörl auch an Dr. Maria Baumann und Dr. Andrea Madesta, die dieses Projekt initiierten. Maria Baumann erinnerte daran, dass der Dom früher bereits als Druckgrafik und dann als Fotografie und Postkarte in Serie gegangen sei. Auf diese Weise sei der Regensburger Dom auch bekannt und zum Wahrzeichen Regensburgs geworden. "Den Dom erleben wir heute ganz aktuell in der Installation von Ottmar Hörl", sagte Baumann. Er habe den Dom zur Skulptur gemacht und auf diese Weise dessen Baumeistern, die Können den Regensburger Dom mit großem Können erbaut hätten, Respekt gezollt. Der Künstler mache den Betrachtern aber auch klar, wie sehr die Regensburger in ihrer Stadt von Kunst und Kultur umgeben seien.

 

Blick auf Dom wird erneuert

"Seine Art, Kunst zu machen, ist vielleicht die demokratischste Art, die wir kennen. Jeder kann teilhaben ohne museale Hemmschwelle. Es ist Kunst auf der Straße, Kunst im Vorbeigehen und sie wirkt. Das haben wir in den letzten zwei Tagen, seit diese Installation aufgebaut ist, gesehen. Sie sorgt für viele Diskussionen und genauso soll es sein", sagte Baumann. Ziel sei, dass der Blick auf den Dom wieder erneuert werde. Die Galeristin Dr. Andrea Madesta erklärte, dass sie sowohl positive als auch negative Reaktionen auf die Installation erlebt habe. Die negativen seien jedoch ebenso fruchtbar, denn "was uns aufregt, verfolgt uns. Und es beschäftigt uns. Kunst ist nicht dafür da, Sie zu beglücken... Es geht darum, Sie aus ihrer Komfortzone zu holen. Dies ist eine Konzeption, die Ottmar Hörl extrem gut versteht." Die Installation solle dazu anregen, den Dom mit nach Hause zu nehmen. Dr. Madesta forderte die Regensburger dazu auf, sich so einen Minidom anzuschaffen. Denn die Skulpturen können käuflich erworben werden.

 

Der Dom ist der Star in dieser Stadt!

Professor Hörl erklärte, dass die Idee hinter der Installation darauf fuße, dass es 600 Jahre gedauert habe, diesen Dom aufzubauen. Man könne sich heutzutage nicht mehr vorstellen, wie groß die Anstrengung und auch die Motivation der Regensburger Bürger gewesen sei, dieses Bauwerk letztendlich zu vollenden. "Der Dom ist der Star in dieser Stadt!", sagte der Künstler. Insofern sei dieser Dom der "Siegerpokal" für Regensburg. Er wolle mit diesem Regal das kollektive Bewusstsein darauf richten, was innerhalb dieser 600 Jahre passiert sei. Dies müssten die Regensburger im Kopf haben und sich um Geschichtsbewusstsein bemühen, denn dies sei grundlegend. Hörl erklärte, dass die Produktion der Mini-Dome, die zirka 40 Zentimeter hoch und knapp einen halben Meter lang sind, relativ schwierig gewesen sei. Das größte Problem habe darin gelegen, die gegossenen Skulpturen wieder aus den Gussformen herauszubekommen, da die Kathedrale ein äußerst komplexes Bauwerk sei.

Bildnachweis: Gerald Richter

 

 

 

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