Der Glaube hat Zukunft – Die Pfarrei St. Wolfgang feiert ihr 100-jähriges Jubiläum

22.02.2021
Andreas Jäger, Pfarrgemeinderatssprecher von St. Wolfgang.

„Vielleicht kennen Sie noch aus Ihrer Kindheit den Satz: ,Sag mal, träumst du?‘ Ich möchte Sie einladen, kurz mit mir zusammen zu träumen.“ Das erklärte Andreas Jäger, Pfarrgemeinderatssprecher der Pfarrei St. Wolfgang in Regensburg. Er beschrieb das Bild einer großen Feier unter freiem Himmel, mit Bratwurstsemmeln, Kuchen und einer Hüpfburg für Kinder. Am Sonntag, 21. Februar, beging die Pfarrei St. Wolfgang ihr 100-jähriges Jubiläum. Bischof Rudolf Voderholzer war dazu eigens gekommen und feierte das Pontifikalamt in der Wolfgangskirche. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte das ursprünglich geplante große Jubiläumsfest nicht stattfinden, dennoch hatten sich die Verantwortlichen viel einfallen lassen, damit es ein würdiges Fest würde.

Mit Datum von 13. September 1921 hatte Bischof Antonius von Henle die Pfarrei St. Wolfgang gegründet. Kumpfmühl war bis dahin auf 4210 Einwohner angewachsen. Viele Fabrikarbeiter und Bahnarbeiter hatten im Süden der Altstadt eine neue Heimat gefunden. Die Gläubigen gehörten bis dahin der Mutterpfarrei St. Emmeram/St. Rupert an. 1921 war allerdings allein das Dekret der Gründung vorhanden. Es gab weder eine Pfarrkirche noch ein Vereinsheim, kein Pfarrhaus und keinen Kindergarten. Ein Jahr später konnte man sich immerhin mit einem Provisorium behelfen. 1922 weihte Bischof von Henle diese Stadelkirche, die zunächst als eine Militärfliegerhalle in Grafenwöhr gedient hatte.

Bischof Rudolf Voderholzer bei der Predigt.

 

 

Stürmische Zeiten in der Kirche

Bischof Rudolf hob dankend die lange Tätigkeit des seit 1. September 1992 als Stadtpfarrer von St. Wolfgang wirkenden Prälaten Alois Möstl hervor. Auch die ganze Gemeinde forme den Priester. „Sie haben alle erlebt, dass es nicht um Anerkennung geht“, sagte der Bischof. Stattdessen sei ein Priester dazu da, der Gemeinde zu helfen, die Sakramente besser zu leben.

Bischof Rudolf wies außerdem darauf hin, dass die Zeiten in der Kirche gerade stürmisch seien. Manche versuchten, demokratische Elemente so sehr auszuweiten, dass Personen für zentrale kirchliche Ämter alle fünf Jahre neu gewählt würden. Dies sei nicht im Sinne des Neuen Testaments oder der Kirche, denn als Priester werde man vielmehr berufen, aber nicht gewählt. „Ich werde alles in meiner Macht Stehende tun, damit das Priestertum und das Sakrament gewertschätzt werden und erhalten bleiben“, sagte Bischof Rudolf. Man dürfe einzelne Missbrauchsfälle nicht als Grund nehmen, um die sakramentale Struktur der Kirche abzuschaffen.

Abschluss der Heiligen Messe.

 

 

Der neue exemplarische Mensch

Zu der Szene im Evangelium, die Jesus nach dessen Taufe zeigt, bemerkte Bischof Rudolf, im Gegensatz zu den anderen Evangelisten stelle Markus den Vorgang stark verkürzt dar. Der Heilige Geist führt Jesus in die Wüste, wo der Teufel ihn in Versuchung führen will (Mk 1, 13): „Und er war in der Wüste vierzig Tage und wurde versucht von dem Satan und war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm.“ Mit dieser kurzen Formulierung wolle Markus den Menschen zeigen, wer Jesus von Nazareth wirklich ist: der neue, exemplarische Mensch, der, im Gegensatz zu Adam, die ihm gestellten Prüfungen besteht. Als der Mensch wie Gott sein wollte, drohte er, die Harmonie mit Gott zu zerstören. Auch heute noch wollten Menschen selbst bestimmen, was Gut und Böse sei, so Bischof Rudolf. Doch Jesus stoße das Tor zum Paradies, das den Menschen verschlossen war, wieder auf und führe sie in die Harmonie Gottes hinein.

Zahlreiche Gläubige waren – den Umständen entsprechend - gekommen.

 

 

Unser Glaube hat Zukunft

Bei jeder vorgelesenen Fürbitte wurde eine der sieben Kerzen entzündet, die in einer Reihe hinter dem Altar aufgestellt waren. Eine Kerze wurde für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges sowie eine für die Corona-Verstorbenen entzündet. Eine weitere wurde für die vielen Kinder entzündet, die in der Wolfgangskirche von Anfang an getauft wurden.

Pfarrgemeinderatssprecher Jäger bemerkte, dass, wenn diese Kinder zusammen mit dem Glauben aufwachsen, auch das Motto „Unser Glaube hat Zukunft“ treffend formuliert sei. Denn die Gläubigen seien viel mehr als nur ein Verein, nämlich eine Pfarrgemeinde mit Christus als Basis: „Und wenn wir uns von Gott inspirieren lassen, uns von ihm begeistern lassen und uns für ihn entscheiden, können wir mit Recht sagen und darauf vertrauen, dass unser Glaube Zukunft hat.“

Entzünden der sieben Kerzen.

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