Die Fülle der Musik – zum Hören und zum Mitsingen

07.12.2018

Donnerstag, 16.15 Uhr, in der Kirche St. Andreas in Regensburg-Stadtamhof: Kantorin
Kornelia Cichoń und Organist Jonas Hilger, Studierende an der Hochschule für kath.
Kirchenmusik und Musikpädagogik, proben mit Prof. Dr. Christoph Hönerlage den Psalm 19,
"Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes", für den Gottesdienst. "Wie wäre es, wenn wir
an der Stelle ,ohne Worte und ohne Reden, unhörbar bleibt ihre Stimme', die
Orgelbegleitung weglassen und sie dann wieder dazunehmen bei den Worten , Doch ihre
Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.'?" schlägt
Hönerlage vor. - Die suggestive Artikulation der Kantorin und der belebende Wiedereinstieg
der Orgel überzeugen alle Beteiligten: Das unterstreicht die Textaussage! So machen wir' s!


17.00 Uhr: Der Studiochor der Hochschule für kath. Kirchenmusik und Musikpädagogik
probt. Prof. Kunibert Schäfer gibt den Dirigenten letzte Hinweise zur Interpretation. Die
Aufstellung der Solisten und des Chores wird optimiert. Im heutigen Gottesdienst werden
drei Stücke aus einer neu komponierten Messvertonung für Soli, Chor, Streicher und Orgel
musiziert, kombiniert mit Elementen aus einer gregorianischen Choralmesse.


Nicht nur die Studierenden sondern alle Mitfeiernden des Gottesdienstes spüren: Nicht
"business as usual" wird hier praktiziert. Gefragt sind Ideenreichtum, liturgisches Wissen,
musikalisches Können und Engagement. In ihren Gottesdiensten entfaltet die Hochschule für
kath. Kirchenmusik und Musikpädagogik die "Fülle der Musik" - nicht als Selbstzweck
sondern als Gottesdienst. So steht es im Flyer auf der Homepage der HfKM, und so kann es
jeder erleben - immer donnerstags in der Studienkirche St. Andreas.


Kantoren, Sängerinnen, Chor, Schola, Organisten und weitere Instrumentalisten kommen
wechselweise zum Einsatz. Das musikalische Spektrum reicht von noch nie gehörter
zeitgenössischer Musik bis hin zur faszinierenden Welt des Gregorianischen Chorals - ein
Zeitraum von 1200 Jahren! Dabei treten die Musiker in einen vielfältigen Dialog mit der
Gemeinde. Interessierte sind zum Mitsingen im Chor eingeladen: Jeweils um 17.00 Uhr
findet die Chorprobe in der HfKM statt. Der Gottesdienst beginnt in der Regel um 18.30 Uhr.
Der Fülle der Musik entspricht die Fülle der gottesdienstlichen Formen: Neben der Hochform
der katholischen Liturgie, der Feier der Heiligen Messe, wird auch die Tagzeitenliturgie, das
Stundengebet der Kirche, gefeiert. Hierfür bildet das prachtvoll geschnitzte barocke
Chorgestühl der Augustinerchorherren in der St. Andreaskirche die ideale räumliche
Voraussetzung: Hier können sich zwei Gruppen abwechselnd die Psalmverse zusingen und
sich in eine Jahrhunderte alte Meditationsform einüben. Die Themen der Psalmen erweisen
sich dabei als topaktuell: Leben und Tod, Himmel und Erde, Lob und Klage, Gott und Mensch.

Im Advent haben Interessierte noch zweimal Gelegenheit, die Vesper in St. Andreas
mitzufeiern. Donnerstag, 13. Dezember 2018, findet diese ausnahmsweise bereits um 17.30
Uhr statt. Unter dem Leitwort "Der Herr ist nahe" erklingen lateinische und deutsche
Vespergesänge mit der Schola der Hochschule unter Leitung von Prof. Dr. Christoph
Hönerlage und Dozent Markus Rupprecht an der Orgel. Die Gemeinde ist zum Mitsingen
eingeladen.


An die Vesper schließt sich um 18.30 Uhr im benachbarten Konzertsaal der Musikhochschule
(Seifensiedergasse) ein Vortrag von Prof. Dr. Christoph Hönerlage an: "Von der Schrift zum
Klang. - Die Faszination gregorianischer Neumenhandschriften". Er ist Teil der
Veranstaltungsreihe des Regensburger Bibliotheksverbundes zum Europäischen
Kulturerbejahr 2018: "Was soll bleiben? Die Vielfalt kultureller Überlieferung". Besonderheit
dieses Vortrags: Er wird begleitet von gesungenen Interpretationsbeispielen der Schola. Zum
Abschluss erklingen einige der vorgestellten 1200 Jahre alten gregorianischen Gesänge aus
dem Weihnachtsfestkreis, interpretiert von Studierenden der HfKM und Prof. Dr. Christoph
Hönerlage.


Die letzte Vesper vor Weihnachten steht im Zeichen der Magnificat-Antiphon "O Clavis
David" und wird nach der monastischen Ordnung gefeiert: Donnerstag, 20. Dezember 2018,
18.30 Uhr. Neben der Schola sind auch Solisten und der Chor beteiligt, unter anderem mit
Andreas Hammerschmidts Motette "Machet die Tore weit" und Johannes Eccards "Übers
Gebirg Maria geht". Interessierte sind zum Mitsingen im Chor herzlich eingeladen. Probe:
17.00 Uhr in der Musikhochschule.


Die liturgische Leitung der Vespern hat Hochschulpfarrer Hermann Josef Eckl.
Im Neuen Jahr beginnen die Hochschulgottesdienste in St. Andreas wieder am Donnerstag,
10. Januar 2019, 18.30 Uhr, mit einer Messfeier unter dem Leitwort "Vidimus stellam eius -
Wir haben seinen Stern gesehen". Die Schola singt die selten zu hörenden, ebenso
ausdrucksstarken wie klangschönen gregorianischen Gesänge von Epiphanie. Leitung: Prof.
Dr. Christoph Hönerlage und Studierende.


Die Meditation "Birg mich im Schatten deiner Flügel" mit Gregorianischem Choral,
Chormusik und Orgelimprovisation bei den Tagen Neuer Musik am Donnerstag, 17. Januar
2019, 18.30 Uhr, verspricht ein intensives und inspirierendes Miteinander und
Gegeneinander von Alt und Neu, Wort und Ton, Komposition und Improvisation - und
womöglich Gott und Mensch.


Zum Abschluss der Tage Neuer Musik findet am Sonntag, 20. Januar 2019, 21.00 Uhr, eine
Messfeier in St. Paul statt. Der Neue Kammerchor unter Leitung von Prof. Kunibert Schäfer,
singt neue Chormusik aus Skandinavien und dem Baltikum von Pärt, Sisask und Gjello.


Text: Prof. Dr. Christoph Hönerlage