Die Pilger durchschreiten die vierte Heilige Pforte der Barmherzigkeit

01.04.2016

Am Freitag gelangten die Regensburger an die vierte und letzte Station ihrer Pilgerreise: Die Heilige Pforte in der Lateranbasilika. Sie steht in vielfältiger Weise für Anfang und Ursprung und für Neubeginn. Insbesondere ist die Lateranbasilika nicht zuletzt durch ihr Patrozinium Johannes der Täufer ein Ort der Erinnerung an die Taufe. Im Baptisterium wurde der Überlieferung nach Kaiser Konstantin getauft. Mit ihm beginnt in einer besonders intensiven Weise die Geschichte des christlichen Abendlandes. Gleichzeitig hat hier Papst Bonifaz VIII. im Jahr 1300 das erste Heilige Jahr ausgerufen.

So lag es nahe, dass die Pilgergruppe in den österlichen Tagen an diesem Ort, der die Bedeutung der Taufe in Erinnerung ruft und die eigene Taufe neu bewusst werden lässt, die Heilige Messe mit Bischof Rudolf Voderholzer feierte. Bevor der lange Zug von Ministranten, Priestern, Musikern, Sängern und den Wallfahrern durch die Heilige Pforte schritt und in das Kirchenschiff einzog, feierten alle die traditionelle Statio vor dem Gotteshaus.

Und der Regensburger Oberhirte hatte für die Pilger eine besondere Überraschung im Gepäck. Jeder erhielt ein signiertes Bild von Papst em. Benedikt XVI. Bischof Rudolf hatte den Heiligen Vater zusammen mit einer kleinen Delegation des Bistums Regensburg am Vortag besucht. Dabei ließ Papst Benedikt alle Pilger recht herzlich grüßen.

 

Christen halten das Römische Reich zusammen

Die Lateranbasilika steht, so Bischof Rudolf in seiner Predigt, für eine neue Etappe der kirchlichen Geschichte. Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt Rom und des Erdkreises, so lautet der Ehrentitel der Basilika. Am 9. November feiert die ganze Kirche den Weihetag der Lateranbasilika. Sie ist die erste große Kirche nachdem im Jahr 312 die Kirche in Rom endlich ihre Freiheit erlangt hatte. Nachdem Konstantin an die Macht gekommen war hatte er verstanden, dass das Römische Reich ohne die Christen nicht mehr zusammen gehalten werden konnte. Er wandte sich dem christlichen Glauben zu. Er schenkte der Religion des Kreuzes, in dessen Zeichen er den Sieg errungen hatte die Freiheit. Die Freude, dass endlich die Verfolgungszeit zu Ende war, drückt sich aus in dieser Kirche und in der Freude über die Weihe der ersten Basilika.

Das Kreuz wird zum Zeichen für Segen und Liebe

Das vierte Jahrhundert gilt als Zeit der Blüte für das Christentum. Es beginnt damit, dass das Kreuz nicht mehr versteckt werden musste. Die Einsicht, dass das Kreuz, ursprünglich ein Marterwerkzeug, zum Zeichen des Segens, zum Zeichen des Sieges, zum Zeichen des Inbegriffs der Liebe Gottes für die Menschen geworden ist. Langsam darf der Gekreuzigte in der Öffentlich gezeigt werden. Das Christentum wird zu einer öffentlichen Größe. Es beginnt damit, dass die Christen ihre Liturgie feiern und gestalten dürfen. Das es Prozessionen gibt in den Kirchen und außerhalb. Nach 300 Jahren der Verfolgung wurde das Blut der Märtyrer zum Samen für neue Christen. Christen eroberten durch ihre geistliche und geistige Überzeugungskraft den gesamten Mittelmeerraum.

 

Gleichzeitig müsse man sich daran erinnern, dass diese Freiheit für viele Christen gerade gegenwärtig keine erlebbare Realität ist: „Wir protestieren, wir empören uns, dass es wahrscheinlich keine Zeit gegeben hat, in der so viele Christen um ihres Glaubens willen verfolgt und getötet werden. Auch wenn wir es nicht unmittelbar selbst erleben, haben wir zuverlässige Nachrichten, dass in manchen Ländern dieser Welt Christen genauso verfolgt werden wie diejenigen in den Verfolgungsschüben des römischen Reiches. Für diese Menschen wollen wir alle beten, die für ihren Glauben das Leben lassen müssen!“, so das Appell des Bischofs.

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