Die reiche Symbolsprache des Christentums nutzen – Bischof Voderholzer erteilt 77 Volksschullehrern die Lehrbeauftragung

19.11.2019

„Sie haben eine verantwortungsvolle, große und schöne Aufgabe“, sagte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am vergangenen Samstag bei der Verleihung der Missio Canonica an 77 Religionslehrer aus dem gesamten Bistum. Im Rahmen eines Pontifikalamts in der Pfarrkirche Sankt Mang in Stadtamhof gaben sie das Versprechen, den Religionsunterricht gemäß der katholischen Lehre zu erteilen. Im Anschluss erhielten die Lehrer für Grund-, Haupt- und Förderschulen die Beauftragung durch den Bischof.

 

Die Kirche ist wesenhaft Missio

Bischof Rudolf betonte in seiner Predigt, dass es Missio in einem engeren und in einem weiteren Sinne gebe. Im engeren Sinn verstehe man darunter die Lehrbeauftragung, wie sie die Religionslehrer erhalten. Missio im umfassenden Sinn gründe dagegen in der Taufe und in der Firmung und gehe jeden Gläubigen in gleicher Weise an. „Du hast nicht nur eine Mission, du bist eine Mission“, zitierte Bischof Rudolf Papst Franziskus aus seinem Lehrschreiben Evangelii gaudium. Der Papst habe ihm gegenüber persönlich im Hinblick auf die Kirche in Deutschland betont, dass Kirche wesenhaft Missio, wesenhaft Evangelisierung sei.

Das „Fremdwort Gott“ vertraut machen

„Möglicherweise sind Sie die ersten Missionare, die ersten Evangelisten im Leben der Schüler“, hob Bischof Rudolf die Bedeutung der Religionslehrer hervor. In dieser verantwortungsvollen, großen und schönen Aufgabe sei es wichtig, die Sprachfähigkeit in Bezug auf den Glauben zu erhalten und zu vermitteln. Ziel sei es das „Fremdwort Gott“ zu etwas zu machen, was eine gewisse Vertrautheit mit sich bringt. Dabei sei es wichtig, für die Kinder und Jugendlichen ein kleines Paket zum Mitnehmen im Herzen zu schnüren, mit einem Morgengebet, mit einem Tischgebet, einem Abendgebet und mit Liedern. Denn: „Wer singt, der betet doppelt. Und dreifach.“ Gerade in dramatischen Situationen des Lebens brauche man das Gebet. Dann würden die auswendig, besser inwendig, gelernten Gebete helfen, da einem die richtigen Worte nicht einfallen.

Die Symbolsprache des Christentums vermitteln

Es gelte auch, den Schülern die Symbolsprache des Christentums zu vermitteln. Kinder hätten ein feines Gespür für die Gesten der Liturgie, wenn die Gemeinde beim Hören des Evangeliums steht und beim Hochgebet kniet, oder wenn das Evangelium hochgehoben und wenn es geküsst werde. Die Zeichensprache solle erschlossen werden, „dass sie sehen, was sie schauen“. „Nützen Sie den Reichtum dieser reichen Symbolsprache des Christentums“, bat Bischof Rudolf die angehenden Religionslehrerinnen und -lehrer. Zum Abschluss dankte er ihnen auch für die Bereitschaft, in den Dienst der Kirche zu treten. Und bittet sie, dass sie das Feuer des Evangeliums so lehren, dass der Funke auch auf die Schüler überspringe.

 

Glaube und Wissen vereinen

Im Anschluss an das Pontifikalamt bekamen alle 77 Lehrerinnen und Lehrer aus der Hand des Bischofs die Urkunden überreicht. In einem kurzen einleitenden Grußwort legte ihnen Domdekan Johannes Neumüller, Leiter der Hauptabteilung Schule, den Heiligen Albertus Magnus, dessen Gedenktag am 15. November war, als Vorbild nahe. Dieser sei nicht nur ein großer Heiliger, sondern auch ein großer Lehrer gewesen. Von ihm stamme das Zitat: „Die vornehmste Kraft des Menschen ist die Vernunft. Das höchste Ziel der Vernunft ist die Erkenntnis.“ Und Neumüller schloss dem noch einen Ausspruch von Hans-Urs von Balthasar an: Forschende Theologie müsse gleichzeitig kniende Theologie sein. Darum sei es gerade als Religionslehrer so wichtig, Glaube und Wissen zu vereinen.

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