Dionysius: Patron gegen Kopfschmerzen

08.10.2018

Der heilige Dionysius war Missionar in Gallien, dem Gebiet des heutigen Frankreichs. Papst Fabianus hatte ihn zusammen mit sechs weiteren Bischöfen entsandt. Um das Jahr 250 herum wurde er der erste Bischof der Stadt Paris. Seine christliche Botschaft erregte Ärger: Der römische Statthalter von Paris ließ ihn mit zwei seiner Begleiter, Rustikus und Eleutherus, gefangen nehmen und zum Tode verurteilen.

 

Kopf unter dem Arm

Die „Legenda aurea“, eine mittelalterliche Sammlung von Heiligenlegenden, berichtet vom Martyrium des heiligen Dionysius. Zunächst soll er, so die Legende, in einen Backofen geworfen worden sein – das Feuer jedoch sei erloschen. Dann habe man ihn an ein Kreuz gehängt, gefoltert und anschließend wieder in das Gefängnis geworfen. Dionysius soll dort noch ein letztes Mal Eucharistie gefeiert haben. Danach solle man ihn zusammen mit den Gefährten geköpft haben. Das Besondere: Dionysius soll der Legende nach immer noch nicht tot gewesen sein. Er hob den Kopf auf, nahm ihn in seine Hände und ging von der Hinrichtungsstätte los. Dieser Ort heißt heute „Montmartre“, Berg der Märtyrer.

 

 

Reliquien in Regensburg?

Dionysius soll noch stolze sechs Kilometer weit gegangen sein, bis zu dem Ort, an dem er begraben sein wollte. Dort starb er dann letztlich doch. In der folgenden Zeit wurde Dionysius zu einem bedeutenden und verehrten Heiligen. Viele Kirchen zeigen Darstellungen des kopflosen Mannes, der sein Haupt unter dem Arm trägt. Dionysius wurde zum französischen Nationalheiligen. Um das Jahr 1050 herum behauptete man in Regensburg sogar, man besäße die Reliquien des heiligen Bischofs. Nicht im französischen St. Denis sollten die sterblichen Überreste des Dionysius liegen, sondern in der Klosterkirche St. Emmeram – eine Legende, die nicht bestätigt werden konnte.

 

 

Einer der 14 Nothelfer

Dionysius zählt heute auch zu den 14 sogenannten Nothelfern. Diese Gruppe versammelt 14 Heilige, die in unterschiedlichen Notlagen angerufen werden sollen. Dionysius etwa hilft bei Kopfschmerzen, Barbara ist die Patronin für Sterbende, Erasmus ist zuständig für Leibschmerzen und Krämpfe. Die Tradition, eine Liste von 14 Heiligen in fester Reihenfolge zu verehren, entwickelte sich wohl im bayerischen Raum. Die Wurzeln stammen aus Nürnberg sowie aus den Bistümern Würzburg, Bamberg – und Regensburg. Dort finden sich früh entsprechende Gebete aus Klöstern oder Darstellungen der Heiligengruppe. Durch die kulturellen Kontakte Regensburgs mit dem südosteuropäischen Raum erklärt sich auch die hohe Zahl an Heiligen aus dem byzantinischen Raum.

Die Kirche gedenkt des heiligen Bischofs Dionysius am 9. Oktober.