Erhard von Regensburg: Unermüdlicher Missionar

07.01.2019
Meister des Uta-Codex, angefertigt für das Kanonissenstift Niedermünster in Regensburg: Erhard, um 1020/25

Viele historisch gesicherte Daten gibt es zum heiligen Erhard nicht. Man vermutet heute, dass der heilige Mann aus Südfrankreich stammt, möglicherweise aus der Stadt Narbonne. Er wurde vermutlich vor dem Jahr 700 geboren. Vielleicht wurde er in Narbonne schon Bischof. Als Wandermönch jedenfalls verkündete er unermüdlich das Evangelium. Ganz besonders wirkte er im Elsass. Dort soll er sieben Kirchen gegründet und mehrere Klöster errichtet haben. Hier soll sich auch ein ganz besonderes Wunder ereignet haben.

 

Wundersame Heilung im Elsass

Im Elsass lebte Odilia, die Tochter des Herzogs. Sie war blind zur Welt gekommen und wäre aufgrund dieser Tatsache beinahe schon von ihrem Vater umgebracht worden. Odilia überlebte und wurde in ein Kloster gebracht. Durch einen Engel sei der heilige Erhard zu ihr geschickt worden. Erhard soll Odilia getauft haben und ihr durch ein Wunder das Augenlicht gegeben haben. Deswegen wird der heilige Bischof Erhard von Regensburg bis heute mit einem Evangelienbuch dargestellt, auf dem zwei Augen zu sehen sind – sie stehen für die beiden Augen der Odilia.

 

Missionar in Regensburg

Bischof Erhard kam nach seiner missionarischen Tätigkeit im Elsass nach Regensburg an den Hof des Agilolfingerherrschers Theodo. Die Agilolfinger waren seit dem sechsten Jahrhundert die Herzoge von Bayern und Schwaben, ihre Residenz hatten sie in der Donaustadt Regensburg. Unermüdlich verkündete Erhard auch hier das Evangelium, noch bevor Regensburg offiziell zum Bistum erhoben wurde. Auch hier habe Erhard nun Wunder gewirkt – den Brunnen des Klosters Niedermünster etwa habe er mit seinen bloßen Händen gegraben. Niedermünster selbst ist eine Gründung des heiligen Bischofs. Hier sollte er nach seinem Tod auch bestattet werden.

 

„Ein Heiliger Europas“

Die Missionsleistung des heiligen Erhard ist enorm – gerade unter den Voraussetzungen seiner Zeit. 2014 bezeichnete Bischof Rudolf Voderholzer den heiligen Missionar daher als „europäischen Heiligen und einen Heiligen für Europa“. Die Heilung der Odilia könne auch eine religiöse Dimension aufweisen: „Der Glaube schenkt Licht, er macht erst wirklich sehend – Wer glaubt, sieht mehr!“, so Bischof Rudolf bei seiner Predigt zum Erhardsfest 2014. Bis heute werden die Reliquien des heiligen Erhard in Niedermünster verehrt. Jedes Jahr wird von der Pfarrei im Andenken an den Heiligen auch der „Erhardswein“ ausgeschenkt.

Die Kirche gedenkt des heiligen Erhard am 8. Januar. Der Tag wird im Bistum Regensburg als Fest begangen.

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