Eröffnung der Adventszeit – Amtseinführung von Prälat Dr. Franz Frühmorgen als neuer Dompropst

03.12.2018

Am 1. Dezember 2018 zelebrierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Hohen Dom St. Peter eine Pontifikalvesper zur Eröffnung der Adventszeit. Neben zahlreichen Gläubigen, Priestern, rund 40 Diakonen, Priesterseminaristen war auch das gesamte Domkapitel zugegen, da im Rahmen diese Vesper auch der neue Dompropst, Prälat Dr. Franz Frühmorgen, in sein Amt eingeführt werden sollte. Die Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Max Rädlinger sowie Professor Franz-Josef Stoiber an der Orgel gestalteten die Pontifikalvesper musikalisch.

Bischof Rudolf segnete den Adventskranz und entzündete die erste Kerze.

 

Glaubensbekenntnis und Treueeid

Da mit der Vesper am Vorabend des 1. Advents das neue Kirchenjahr beginnt, läuteten die Glocken des Doms vor Beginn der Vesper zehn Minuten lang mit vollem Geläut. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zog zusammen mit allen Geistlichen über das Südportal des Domes in das Gotteshaus ein. Domdekan Johann Neumüller gab zu Beginn der Zeremonie der Amtseinführung die Ernennung des Prälaten Dr. Franz Frühmorgen zum Dompropst bekannt. Prälat Frühmorgen legte vor Bischof Rudolf sein Glaubensbekenntnis und den Treueeid ab. Beim abschließenden Satz legte er seine rechte Hand auf das Evangeliar. Bischof Rudolf übergab als Zeichen der Amtseinführung das Kapitelkreuz an den neuen Dompropst mit den Worten: "Empfange das Kreuz des Dompropstes. Christus hat sein Leben hingegeben für die Seinen. Er sei dir Vorbild und Ansporn im Dienst für die Kirche". Schließlich wurde der neue Dompropst von Bischof Rudolf, Domdekan Neumüller und Domkapitular Michael Fuchs im Friedensgruß umarmt. Daraufhin nahm er seinen Platz im Chorgestühl ein.

Prälat Dr. Franz Frühmorgen legte den Treueeid ab und legte dabei seine Hand auf das Evangelium.

 

Unverständnis und Widerspruch des Zeitgeistes widerstehen

In seiner Predigt erinnerte Bischof Rudolf an den verstorbenen letzten Dompropst Prälat Anton Wilhelm, dem er seinen Dank für dessen Leistungen in seinem Amt entbot. Der Bischof attestierte dem neuen Dompropst eine große Erfahrung an pastoraler, administrativer und menschlicher Erfahrung, die ihm in seinem neuen Amt zugutekommen würden. Der Bischof dankte auch dem gesamten Domkapitel und zeigte sich froh darüber, "dass in Regensburg der ursprüngliche Sinn und Zweck des Domkapitels" noch erhalten sei. Hier sei noch ersichtlich, dass die Kirche eben kein Konzern sei, sondern eine Gebets- und Zeugengemeinschaft, die sich dem zentralen Zeichen des Kreuzes unterordne. "Auf Ihn zu hören und in den Dienst nehmen zu lassen" sei das höchste Ziel der Kirche, sagte der Bischof. Der Anspruch des Amtes eines Dompropstes liege darin, sagte er weiter, dass er "dem Unverständnis und Widerspruch des Zeitgeistes widerstehen müsse und nicht umfallen dürfe". Auch stelle der Dompropst eine Art "Hausvater" für die Priester dar und sei für menschliche Belange zuständig. Er sorge auch dafür, dass die Priester im Verwaltungsbereich nicht allzu sehr belastet würden, damit sie ausreichend Zeit für die Seelsorge hätten.

Mit der Umarmung, dem Friedensgruß, schloss die feierliche Amtseinführung des neuen Dompropstes.

 

Zölibat nicht in Frage stellen

Bischof Rudolf nahm auch Bezug auf die aktuelle Diskussion über den Sinn des Zölibats. "Die Ehelosigkeit um des Himmelsreiches willen ist die Lebensform Jesu und seiner Apostel", sagte Bischof Rudolf und verwies dabei auch auf das II. Vatikanische Konzil, das dies auch bestätigt habe. Er verwahrte sich dagegen, dass der Missbrauchsskandal instrumentalisiert würde, um die Praxis der Kirche, respektive den Zölibat, in Frage zu stellen. Es habe noch in keinster Weise ein Beweis dafür erbracht werden können, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Zölibat und sexuellem Missbrauch geben könne, sagte der Bischof.

Außerdem stellte der Bischof fest, dass es nicht angemessen sei, im kirchlichen Kontext von "Karrieren und Professionalisierung" zu sprechen. Natürlich, räumte er ein, dürfe auch im kirchlichen Kreise nicht verhehlt werden, dass hier nur Menschen tätig sein. Doch es gelte für alle das Ziel, die persönliche Eitelkeit und die Erwartungen hintenanzustellen. "Die überwältigende Mehrheit der Priester übt ihr Amt gewissenhaft aus", sagte der Bischof und erklärte, dass die Stimmung in der Priesterschaft des Regensburger Bistums sehr gut sei.