Franz von Sales: Meister der Frömmigkeit

24.01.2020

Franz von Sales sollte eigentlich eine ganz andere Karriere hinlegen. Als er 1567 geboren wurde, sah sein Vater ein öffentliches Amt für ihn vor. Franz studierte Rechtswissenschaften, wurde Doktor beider Rechte – des weltlichen und des kirchlichen. Innerlich jedoch zog es ihn zur Theologie; auch das studierte er an der Universität von Padua. Nach Abschluss seiner Studien wollte er Priester werden. Der Papst verlieh ihm die Würde des Dompropstes von Annecy. Dort residierte der Erzbischof von Genf, da die Stadt selbst unter calvinistischer Herrschaft stand.

 

 

Neues Missionskonzept

Franz von Sales machte auf sich aufmerksam. Er wollte die calvinistischen Christen wieder vom katholischen Glauben überzeugen. Das gelang erst schleppend. Der heilige Franz kam auf die Idee, Flugblätter drucken und verteilen zu lassen. So konnte er viele Christen erreichen. Im 20. Jahrhundert wurde er deswegen von Papst Pius XI. zum Patron der Schriftsteller und Journalisten erhoben. 1602 wurde Franz von Sales selbst zum Bischof von Genf ernannt. Dort widmete er sich ganz der Seelsorge, besuchte seine Pfarreien und sorgte sich um die Umsetzung der auf dem Konzil von Trient beschlossenen Reformen. Gemeinsam mit der heiligen Johanna Franziska von Chantal gründete er einen Orden, der sich nicht nur innerhalb der Klostermauern dem Gebet widmen, sondern in der Welt wirken sollte: Die Salesianerinnen. Auch die später gegründeten Ordensgemeinschaften der Salesianer Don Boscos, der Don Bosco Schwestern und die Oblaten des heiligen Franz von Sales basieren auf der Spiritualität des heiligen Franz.

 

 

Jeder kann fromm sein

Seine Ideen schrieb Franz von Sales in der sogenannten Philothea nieder. Es ist sein berühmtestes Werk und heißt übersetzt „die Gott liebende Seele.“ Franz wollte darin allen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten den Weg zur Frömmigkeit zeigen. Er schreibt: „Die vor mir über die Frömmigkeit schrieben, hatten fast ausnahmslos Leser im Auge, die ein Leben fern von weltlichen Geschäften führten, oder solche, die sie zur Weltflucht bewegen wollten. Ich dagegen will gerade jenen helfen, die in der Stadt, im Haushalt oder bei Hof leben und durch ihren Stand notwendigerweise oft mit anderen zusammenkommen“.

Für ihn war die Vereinbarkeit von Beruf und Frömmigkeit ein wichtiges Anliegen: „Die Frömmigkeit muss anders geübt werden vom Edelmann, anders vom Handwerker, Knecht oder Fürsten, anders von der Witwe, dem Mädchen, der Verheirateten.“ Am Anfang der Frömmigkeit aber steht für ihn die Läuterung, ein mühsamer Weg: „Das Bemühen um die Reinigung unserer Seele kann und soll nur mit unserem Leben ein Ende finden.“ (I,5,36)

 

 

Beichte, Gebet und Messe

Der Mensch solle den besten Beichtvater suchen, denn mit dem Sakrament der Buße beginnt die Reinigung des Menschen. Für eine aufmerksame Gewissenserforschung bietet Franz mehrere Betrachtungen. Am Ende sollte die Generalbeichte stehen – eine schonungslose Beichte über das ganze bisherige Leben. Ohne Angst solle man diese Beichte ablegen. Denn: „Reue und Beichte sind so wohltuend, dass sie die Hässlichkeit der Sünde tilgen und ihren Gestank vertreiben.“ Gebet und Mitfeier der heiligen Messe sollen den Menschen ganz in der Gegenwart Gottes halten. So entwirft Franz von Sales ein Programm, das Leben und Arbeitswelt mit der Liebe zu Gott verbindet. Seine Ideen haben Karriere gemacht. Noch heute prägen sie das Glaubensleben unzähliger Menschen weltweit.

Die Kirche feiert den heiligen Franz von Sales am 24. Januar.

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