News Bild Gedenken an den ersten deutschen Priester in Fatima: Institutum Marianum pilgert zum portugiesischen Marienheiligtum

Gedenken an den ersten deutschen Priester in Fatima: Institutum Marianum pilgert zum portugiesischen Marienheiligtum

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Vor neunzig Jahren pilgerte ein deutscher Priester – sein Name war Ludwig Fischer – in den damals noch recht unbekannten portugiesischen Ort Fatima, wo einige Jahre zuvor die Gottesmutter drei Hirtenkindern erschienen war. Heute ist Fatima einer der größten und bekanntesten Marienwallfahrtsorte der Welt. Ludwig Fischer aber war seinerzeit ein Pionier. Er war der erste deutsche Priester in Fatima.

Von den Erlebnissen am Erscheinungsort war Fischer derart überzeugt und bewegt, dass er bald beschloss, eine Zeitschrift herauszugeben, den „Bote von Fatima“. Was anfänglich mit einzelnen Beiträgen, dann als Beilage mit wenigen Seiten startete, hat sich weiter- und weiterentwickelt.

Bis heute ist die Zeitschrift ein marianisches Sprachrohr. Der „Bote“ wird vom Institutum Marianum herausgegeben, eines der vier diözesanen Institute in Regensburg. Eine Zeitschrift mit Geschichte also; seit neunzig Jahren.

Anlässlich dieses Jubiläums hat sich eine Pilgergruppe des Institutum Marianum Regensburg (IMR) nach Fatima aufgemacht. Zum Erscheinungstag im September haben sie an den internationalen Feiern teilgenommen, den Karmel in Coimbra besucht, Kardinal António Marto getroffen und die Gedenktafel Ludwig Fischers aufgesucht, die noch heute an den deutschen Fatima-Pionier erinnert.

Die Pilgerfahrt wurde in Kooperation mit dem Bayerischen Pilgerbüro durchgeführt. Prälat Peter Hubbauer, der viele Jahre dem Institutum Marianum Regensburg vorgestanden hatte, und Dr. Stefan Gatzhammer begleiteten die Reise. Julius-Alexander Past, Geschäftsführer des Bayerischen Pilgerbüros und selbst Mitglied des Institutum Marianum, ist es ein Anliegen, allen Portugal-Reisenden den „Boten“ in das Pilgerpaket zu legen. „Ich möchte den Menschen den ‚Boten‘ in den Rucksack geben“, erklärte er.

Zu Gast bei Kardinal António Marto

Es war ein freudiges Wiedersehen: Kardinal António Marto hat die Regensburger Pilgergruppe im Heiligtum in Empfang genommen. Bereits 2016 war eine Delegation des Institutum Marianum mit Bischof Rudolf Voderholzer zu Gast bei Bischof Marto, der sich an die Begegnung gerne zurückerinnerte.

Prälat Hubbauer dankte dem Kardinal für den Austausch und stellte die Gruppe des IMR vor, der sich sogar Pilger aus Australien und den USA angeschlossen hatten. In Fatima spüre man, „dass wir eine katholische, weltumspannende Kirche sind“, so Prälat Hubbauer. Julia Wächter, Redaktionsmitglied des „Boten“, überreichte dem Kardinal einen „Regensburger Rosenkranz“ sowie die aktuellen Boten-Ausgaben als Zeichen der Verbundenheit. Dass Kardinal Marto seit vielen Jahren Leser der deutschen Fatima-Zeitschrift ist, freute die Regensburger besonders.

 

„Die Welt ist für mich nur der Weg zu Gott“ – Seherin Lucia lebte bis zu ihrem Tod im Karmel von Coimbra

Ein Pilgerziel der Gruppe, das mit Fatima auf das Engste verbunden ist, war der Karmel von Coimbra, rund neunzig Kilometer nördlich von Fatima. Dort lebte Schwester Lucia bis zu ihrem Tod im Jahr 2005. In eben jener Kirche, in der Lucia all die Jahre die Heilige Messe mitfeierte, feierten auch die Pilger Gottesdienst. Prälat Hubbauer erinnerte in seiner Predigt daran, dass recht verstandene Marienverehrung immer zu Christus führe. Er ermutigte, sich von Maria und den Heiligen auf diesem Weg, der auch ein Weg des Gebetes ist, bei der Hand nehmen zu lassen.


Ganz in diesem Sinne erscheinen die Worte Lucias, die die Fassade der Klosterkirche zieren: „Die Welt ist für mich nur der Weg zu Gott“. Blau-weiße Fließen, wie sie für Portugal typisch sind, zeigen Lucia zudem mit Unserer Lieben Frau. Vor den Stufen zur Kirche wurde ein Denkmal für Lucia errichtet. Menschen haben Blumen niedergelegt und Kerzen entzündet.


Nachdem die beiden jüngeren Seherkinder von Fatima, Jacinta und Francisco Marto, vor zwei Jahren durch Papst Franziskus heiliggesprochen wurden, ist auch Lucia auf dem Weg zur Seligsprechung. Die diözesane Phase ist bereits abgeschlossen. Nun warte man auf ein Wunder, berichtete Kardinal António Marto.

Eine Regensburger Madonna in Lissabon

Im Museu de São Roque in Lissabon zeigte Pilgerführer Dr. Gatzhammer der Gruppe eine schlanke, silberfarbene Darstellung der Madonna mit Kind. Sie stammt aus dem 15. Jahrhundert. Am Mantelsaum der Madonna befinden sich die Darstellungen zweier gekreuzter Schlüssel. Daraus wurde auf den Herstellungsort Regensburg geschlossen. Im ursprünglichen Silbersockel, der später eingeschmolzen wurde, waren Reliquien des Regensburger Bistumspatrons eingearbeitet, des heiligen Wolfgangs. Das Reliquiar ist bis heute erhalten und befindet sich in der Kirche São Roque.

Im Jahr 2000 kam die silberne Madonna sozusagen wieder in ihre Heimat. Für zwei Monate wurde sie im Regensburger Domschatzmuseum ausgestellt.

Marienverehrung und Mariologie in Regensburg

Das Institutum Marianum fördert seit mehr als fünfzig Jahren marianische Frömmigkeit und die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Mariologie – in Regensburg und darüber hinaus. Es steht unter dem Dach des Akademischen Forums Albertus Magnus. Sechs Mal im Jahr erscheint die Zeitschrift „Bote von Fatima“, das Publikationsorgan des IMR.



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