"Jesus sucht Begeisterte" - Weihbischof Josef Graf spendet 33 Erwachsenen das Sakrament der Firmung

11.06.2019

"Komm Schöpfer Geist" sang die Gemeinde zum Einzug, bevor die Choralschola den Gregorianischen Choral "Spiritus Domini" anstimmte. In seiner Statio erinnerte Weihbischof Graf an das Geschenk Gottes für uns: Pfingsten, als das Fest des bleibenden Ostergeschenkes. "Am 50. Tag der Osterzeit feiern wir das Geschenk der Geistsendung" betonte der Weihbischof und erklärte, dass am heutigen Tag 33 Schwestern und Brüder ein besonderes Pfingstfest, ihr ganz persönliches Pfingsten erleben, wenn sie das Sakrament der Firmung empfangen. Ihnen allen sprach er ein ganz besonderes "Grüß Gott" zu, darunter den 14 jungen Kroaten ein herzliches "Dobro dosli" in ihrer Muttersprache. Einen weiteren persönlichen Willkommensgruß erhielten die Firmbewerber aus Beratzhausen, die sich mit einer zweitägigen Fußwallfahrt in die Domstadt auf ihre Firmung vorbereiten und den Pfingstgottesdienst mitfeierten.

 

Oft sind es einfache Menschen, die besonders ausstrahlen

In seiner Predigt berichtete Weihbischof Josef Graf von Menschen, die ihn begeisterten, denen er auf seinem bisherigen Lebensweg begegnen durfte. Da war die alte Ordensfrau aus seiner Heimat, die Großartiges als Missionarin in den westindischen Inseln geleistet hatte und noch im hohen Alter trotz mancherlei körperlicher Gebrechen eine fast kindliche Lebens- und Glaubensfreude ausstrahlte. Auch die Gesprächsrunden mit dem früheren Generaloberen des Jesuitenordens Pater Pedro Arrupe erwähnte der Weihbischof als einen begeisternden Mann, der in der Kirche einflussreich und bedeutend war, aber stets spüren ließ, wie wenig ihm Macht und Einfluss bedeuten.

 

Heiliger Geist überwindet Barrieren

"Ein weitgereister Mann, der lange Zeit in Japan als Hochschullehrer gewirkt hatte und doch eine ganz natürliche Einfachheit ausstrahlte" resümierte der Weihbischof und betonte, dass es oft die ganz einfachen Menschen sind, die eine besondere Ausstrahlung haben, deren Begegnung man als bereichernd erlebt. Oft möchte man dann so sein, wie diese Menschen. Damit schlug er die Brücke zum Pfingstfest, an dem Jesus seinen Jüngern - und uns - den Heiligen Geist gesandt hat. Den Geist, der die Jünger aus den Mauern der Angst befreite, den Geist, der ihnen Kraft zum Zeugnis für Christus gab, der alle Barrieren überwindet und befähigt den Menschen zu Herzen zu sprechen.

 

"Wir katholischen Christen glauben, dass im Sakrament der Firmung diese Gabe weitergegeben wird" erläuterte der Weihbischof und sagte zu den Firmkandidaten, dass er ihnen als Firmspender die Gabe Jesu zusprechen und übermitteln darf. Das habe nichts Magisches, keinen falschen Zauber, sondern vielmehr eine Gabe, die man annehmen müsse, sich nicht verschließen dürfe. Heute werde besiegelt und vollendet, was in der Taufe begonnen habe. "Die Sache Jesu braucht Begeisterte, sein Geist sucht sie auch unter uns" erinnerte der Weihbischof an ein Lied und betonte: "Jesus will Begeisterte und er sucht nach solchen, die bereit sind, sich von ihm begeistern zu lassen."

Die Pastoralreferentin Heidi Braun, Referentin der Fachstelle Gemeindekatechese im Seelsorgeamt, überreichte den Neugefirmten Firmurkunde und einen Rosenkranz.

Firmung als bewusster und wohlüberlegter Schritt

Nach Gebet und dem gemeinsamen Amen, traten die Firmlinge und ihre Paten nach vorne. Weihbischof Graf tauchte den rechten Daumen in das geweihte Chrisam und zeichnete auf die Stirn des Firmlings das Kreuzzeichen, sprach den Vornamen des Firmlings und "Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist". Für jeden Firmling und Paten hatte er herzliche und persönliche Worte. Die Fürbitten schlossen den Wortgottesdienst mit Spendung der Firmung ab und die Eucharistiefeier begann mit der Gabenprozession durch sechs Sänger der Choralschola.

 

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Firmlinge, Paten und Familienangehörigen im Kolpingshaus zu einem kleinen Umtrunk und Gesprächsaustausch. Weihbischof Josef Graf und Pastoralreferentin Heidi Braun, die Referentin der Fachstelle Gemeindekatechese im Seelsorgeamt überreichten den Neugefirmten Urkunde und Rosenkranz mit herzlichen Worten der Gratulation. Dankesworte gab es von Seiten der Firmlinge. Und so mancher berichtete, warum die Firmung "erst jetzt im Erwachsenenalter" stattfand. Deutlich wurde, dass es immer ein sehr bewusster und wohlüberlegter Schritt war. Sei es, weil die Firmung im "Jugendalter" versäumt wurde, oder als Erwachsener zur römisch-katholischen Kirche konvertiert wurde. 

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