Krippenbauer trotzen der Krise – Raimund Pöllmann schnitzt die Figur der heiligen Corona

14.05.2020
Krippenbauer Raimund Pöllmann aus Ettmannsdorf ist gerade dabei, eine von 17 Figuren zu überholen. In der Corona-Krise nimmt das Ehepaar Pöllmann keine Krippenaufstellungen vor. Pöllmanns hoffen aber, dass die Pandemie bald vorübergeht.

Christine und Raimund Pöllmann aus Ettmannsdorf sind bekannte Experten in Sachen Krippen. Sie stellen seit Jahrzehnten in verschiedenen Kirchen des Bistums und darüber hinaus Krippen auf. Immer wieder wechseln sie die Szenen der Jahreskrippen. In diesem Jahr können sie aber keine Aufstellungen vornehmen – wegen des Corona-Virus ist es angezeigt, das Haus nicht zu verlassen. Dr. Veit Neumann hat mit dem engagierten Ehepaar gesprochen, was in dieser Situation zu tun ist.

 

Herr und Frau Pöllmann, was ist zurzeit für einen Krippenbauer überhaupt möglich?

Zurzeit war es für uns nicht möglich Krippenszenen aufzustellen, denn dann müssten wir das Haus verlassen. Das sollten wir aber wegen der Ausgangsbeschränkungen nicht. Deshalb hat es heuer an Ostern von uns auch keine Krippendarstellungen gegeben.

 

Was tun Sie in einer solchen konkreten Situation?

Wir haben uns entschlossen zu tun, was schon lange ansteht: eine Krippe, die wir in St. Konrad Ettmannsdorf im Advent und an Weihnachten aufstellen, zu restaurieren. Das haben wir vor einigen Wochen in Angriff genommen. Wir sind damit kurz vor der Vollendung.

Wie viele Figuren haben Sie auf dem Prüfstand?

Wir haben 17 Figuren. Diese bekleideten Figuren leiden im Laufe der Jahre unter dem Aufstellen, Abbauen etc., mehr als festgeschnitzte Figuren. Gründe dafür sind Temperaturschwankungen und ungleichmäßige Luftfeuchtigkeit im Bühnenraum und im Figurenschrank.

 

Wie viel Zeit benötigen Sie, um eine Figur zu restaurieren?

Das kommt darauf an, was an der Figur gerichtet werden muss. Häufig löst sich die Fassung ab. Dann muss sie ergänzt oder neu aufgetragen werden.

 

Krippen haben den Vorteil, den Glauben verkünden zu können, ohne die Gefahr mit sich zu bringen, sich anzustecken.

Das ist eine sehr gute Aussage. Krippenfiguren können sich grundsätzlich nicht infizieren. Wir könnten die Figuren aufstellen, die gerade jetzt aktuell wären.

 

Gibt es einen Bezug zu Corona, also das Thema Corona in der Krippenaufstellung?

Eigentlich gibt es zu dem aktuellen Thema Corona keinen Bezug. Aber andere Darstellungen wären möglich: zum Beispiel die Szene der Heilung eines Leprakranken in der Krippe – durch Jesus. Natürlich braucht es dann diese spezifische Figur des Leprakranken.

Der "junge König" gehört zu einem Ensemble aus drei "Königen" (dazu: der "Alte König" und der "Mohr"), die um das Hochfest der Epiphanie in der Krippe von St. Konrad Ettmannsdorf zu sehen sind. Derzeit ist der junge König in Inspektion. Er ziert den Handzettel, den Bischof Voderholzer Menschen überreicht, damit diese die Homepage www.jahreskrippen.de besuchen.

Und Sie brauchen die Zeit, um die Figur des an Lepra Erkrankten zu schnitzen und zu bekleiden. Jetzt hätten Sie ja die Zeit dafür?

Ja, jederzeit und gerade jetzt kann eine solche Figur geschnitzt, modelliert und bekleidet werden.

 

Worauf hoffen Sie in diesen schwierigen Zeiten?

Wir hoffen darauf, dass es bald besser wird und diese Corona-Pandemie bald vorbei ist.

 

Im Anschluss an dieses Gespräch stellte sich heraus, dass Raimund Pöllmann in den nächsten Tagen mit der Figur der heiligen Corona beginnen möchte, deren Gedenken in diesen Tagen begangen wird. Spätestens im Sommer wäre es dann möglich, eine Szene aus ihrem Leben in der Jahreskrippe von St. Josef in Regensburg zu zeigen. Herausgestellt hat sich bei dieser Gelegenheit übrigens auch, dass der „junge König“ eine der 17 Figuren ist, die sich derzeit bei Herrn Pöllmann in Inspektion befinden. Sie hat einige Bekanntheit dadurch erlangt, dass sie die Vorderseite des Handzettels ziert, den Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zu verteilen pflegt, um auf www.jahreskrippen.de aufmerksam zu machen.

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