„Mauern des Egoismus einreißen“ - Bischof Rudolf firmt 75 junge Christen

12.07.2018

Insgesamt 75 Kindern der 5. und 6. Klassen (44 Buben und 31 Mädchen) aus der Pfarreiengemeinschaft St. Laurentius Grafenkirchen, St. Andreas Pemfling und Mariä Himmelfahrt Waffenbrunn spendete Diözesanbischof Rudolf Voderholzer in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Waffenbrunn das Sakrament der Firmung. "Nicht ohne eine Beziehung zum lebendigen Gott zu leben - dazu möchte der Heilige Geist stärken", nannte der Oberhirte einen wichtigen Aspekt der Firmung in seiner Predigt.

 

Intensive Vorbereitung auf die Firmung

Beeindruckt zeigte sich Bischof Voderholzer in seiner Begrüßung von der langen und auch ansprechenden Zeit der Firmvorbereitung, wobei auch die Gotteshäuser der Pfarreien und deren Kunst einbezogen wurden. Das beim Festgottesdienst dominierende liturgische Rot der Messgewänder erläuterte er als die Farbe des Feuers, der Liebe, des Blutes. Durch das Firmsakrament sollten, so der Bischof, die Herzen zum Brennen gebracht werden.

Verantwortung im Glauben selbst übernehmen

In seiner Predigt erinnerte der Oberhirte an die elf oder zwölf Jahre zurückliegende Taufe der jungen Leute. Er machte deutlich, dass die Eltern nicht nur dieses erste Sakrament für ihre (unmündigen) Kinder bestimmt hatten, sondern noch viele weitere Aspekte: Vorname, Wohnort, Kindergarten, Schule, (Mutter)Sprache, Nation - und auch Glaube/Religion bzw. das Leben, die Existenz selbst. "Die Eltern haben wichtige Vorentscheidungen getroffen, ohne diese könnte man nicht ins Leben kommen", fasste der Bischof zusammen. Ein ganz zentraler Aspekt der Vorentscheidung sei der Glaube bzw. die Zugehörigkeit zur Kirche durch die Taufe, wofür der Bischof den Eltern aufrichtig dankte. Dabei verwies er auch auf die durch den Glauben und die Religion vermittelte Hoffnung auf das ewige Leben und auf die "unendliche Liebe Gottes", was auch den Kindern erläutert wurde. "Nun könnt Ihr Euch zu dieser Entscheidung der Eltern verhalten. Jetzt halten Euch die Verantwortlichen in der Kirche für groß genug, die Verantwortung im Glauben selbst zu übernehmen und das Bekenntnis zum Glauben selbst zu sagen - voller Überzeugung und von ganzem Herzen", wandte er sich an die Firmbewerber.

Mit Jesus im Gespräch bleiben

Zu Gott Vater, dem Schöpfer, der jeden kennt und niemanden vergisst. Zu Jesus Christus, dem Menschenbruder. Und zum Heiligen Geist, der die Talente jedes Einzelnen aufzeigt - in der Kirche, im Verein, im Beruf usw.. Wichtig sei aber auch, mit Jesus im Gespräch zu bleiben und Gottes Willen zu erkennen - durch Gebet und Bibellektüre. Und Bischof Voderholzer appellierte an die Jugendlichen, sich in andere hineinzuversetzen, Mauern des Egoismus einzureißen. Die Eltern und Paten bat der Oberhirte, die Kinder beim Erwachsenwerden zu begleiten, Vorbild zu sein, eine gute Sonntagskultur zu pflegen und über den Glauben zu sprechen bzw. um den Glauben zu ringen.

 

Nach der Predigt legten die Firmlinge ihr Glaubens- und Taufbekenntnis ab. Nach einem stillen Gebet spendete Bischof Voderholzer den 75 jungen Christen, assistiert von Pfarrer Reißer und Pfarrvikar Pater Josephkutty Thomas Kizhakepurathu MCBS, das Firmsakrament. Die Kyrierufe und Fürbitten trugen Firmlinge, Paten und Eltern vor, die Gaben zur Gabenbereitung brachten mehrere nunmehr Gefirmte zum Altar. Am Ende des Festgottesdienstes bedankten sich ebenfalls einige Gefirmte bei Bischof Voderholzer.