Messe vom Letzten Abendmahl und Fußwaschung im Dom mit Familie, Jugendlichen und Tischmüttern

07.04.2004

(pdr) Am Gründonnerstag, 8. April, lädt Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller um 19.30 Uhr zur Mitfeier der „Messe vom Letzten Abendmahl“ in den Dom ein. Im Rahmen der Eucharistiefeier, bei der das Domkapitel konzelebriert, wäscht der Bischof in Erinnerung an das Tun Jesu im Abendmahlssaal zwölf Gläubigen symbolisch die Füße. Caritasdirektor Monsignore Bernhard Piendl und der Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, Prälat Dr. Georg Schweiger, werden gemeinsam mit dem Bischof dieses ausdrucksstarke Symbol für die dienenden Liebe Jesu Christi und der Kirche an zwölf Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern vollziehen. Die Gruppe wurde in diesem Jahr nach dem Thema des Fastenhirtenbriefes des Bischofs zusammengestellt. Dieser hatte die besondere Förderung und Wertschätzung von Familien und den Wert und Würde der Kinder hervorgehoben.

Aus dem Cabrini Haus in Offenstetten kommen Bereichsleiter Michael Rupprecht und die 15-jährige Jennifer Lui, vom Kinderzentrum St. Vinzent in Regensburg Abteilungsleiter Walter Krug und die 15-jährige Sandra Haimerl in den Dom. Aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Sallern stammt die Familie Harald und Angelika Eifler mit dem15-jährigen Michael und der zehn-jährigen Theresa. Zwei Tischmütter von Erstkommunion- bzw. Firmvorbereitungsgruppen in Regensburg St. Wolfgang und Barbing, Elisabeth Preuß und Claudia Hendlmeier, ein Mitglied der Pfadfinder des Dombezirks und Georg Hirmer von der Kolpingjugend Pfreimd vervollständigen die „Zwölf Apostel“.

Festliche musikalische Gestaltung durch die Domspatzen
Die Domspatzen singen am Gründonnerstag unter der Leitung von Domkapellemeister Roland Büchner die Missa „Ne timeas Maria“ von Gastoldi, und unter anderem „Ubi caritas et amor“ von Duruflé, „Ein neues Gebot“ von Karl Norbert Schmid und das „Pange lingua“ und das „Tantum ergo“ von Anton Bruckner. Der Choralchor singt unter der Leitung von Karl-Heinz Liebl. An der Orgel spielt Domorganist Franz Josef Stoiber.

Mit dem Gründonnerstag beginnen die „Heiligen drei Tage“ vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu. Am Gründonnerstag erinnert sich die Kirche in besonderer Weise des „Letzten Abendmahles“ Jesu mit seinen Jüngern und der Stiftung der Eucharistie, die auf diesen Tag zurückgeht. Der Gottesdienst endet nicht - wie sonst üblich – mit dem Schlusssegen. Vielmehr schließt sich eine Nacht des Gebetes an in Erinnerung an die quälende Nacht Jesu auf dem Ölberg und seinen Aufruf „Wachet und betet!“ Nach dem Gottesdienst wird der Schmuck aus der Kirche entfernt und der Altar abgedeckt. Zum Zeichen der Trauer schweigen vielerorts die Glocken bis zum Gloria in der Osternacht.

Stichwort Fußwaschung
Nach dem Johannesevangelium hat Jesus in der Nacht vor seinem Tod mit seinen Jüngern ein Mahl gehalten und ihnen während dieses Mahles die Füße gewaschen. Mit diesem Dienst, den sonst nur Sklaven leisteten, deutete er den Jüngern sein eigenes Leben und ihren zukünftigen Auftrag als liebevollen Dienst füreinander. "Da er die seinen liebte, erwies er ihnen seien Liebe bis zur Vollendung", so schreibt es der Evangelist. Die Liebe ist das Vermächtnis Jesu, das er seinen Jüngern anvertraut. Mit der Fußwaschung gab Jesus ein Beispiel, "damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Johannes-Evangelium).

Über die Jahrhunderte fand dieser Ritus nicht nur Einzug in den Gründonnerstags-Gottesdienst. Auch katholische Fürsten und Kaiser führten ihn als höfische Sitte ein. So übernahm Kaiser Karl V. die Fußwaschung 1532 auf dem Reichstag von Regensburg für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation.

Im kirchlichen Bereich fand die Fußwaschung im Rahmen der Neuordnung der Osterliturgie im Jahr 1955 wieder Eingang in die Liturgiefeier am Gründonnerstag. Mit diesem ausdrucksstarken Symbol wird das zuvor gehörte Evangelium sinnenfällig und symbolisch bekräftigt und gelebt. Der Bischof oder Priester wäscht zum Zeichen seines Dienstes die Füße und bezeugt somit sein Leben in der Nachfolge Christi.

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