Mit Muße auf Krippentour mit Bischof Rudolf: Alles eilt herbei, um den Messias zu begrüßen

11.12.2019

„In jedes Haus gehört eine Krippe!“ In diesem Punkt ist sich Bischof Rudolf Voderholzer ganz sicher. Dass er ein passionierter Krippensammler ist, ist kein Geheimnis. Er besitzt auch nicht nur eine Krippe, sondern hunderte: ganz kleine, ganz große, Krippen aus Holz, Stroh, Stein, Ton, Wachs, Papier … Aus wirklich jedem Material lässt sich eine Krippe herstellen. Zuletzt bekam Bischof Rudolf eine Miniaturkrippe aus Donaukieseln geschenkt. All diese Schätze durfte am vergangenen Montagabend eine Gruppe aus Kareth, darunter Pfarrer Josef Beer, Familie Steinke, Familie Frimberger, Familie Pichlmeier, Pfarrvikar Dr. John Ogucha aus Nigeria und Pfarrvikar Victor aus Indien, besichtigen.

Bischof Rudolf hatte die Gruppe bereits im Frühjahr diesen Jahres spontan im Bischofshaus empfangen. Doch damals blieb zu wenig Zeit für die Besichtigung der umfangreichen Krippensammlung. Jetzt im Advent brachten die Karether viel Muße mit, um den Bischof durch seine Sammlung zu begleiten. „Sie sind die ersten in diesem Jahr, die den neuen Ausstellungsraum zu sehen bekommen“, verriet Bischof Rudolf. Ganz gespannt waren dementsprechend seine Gäste.

Was sucht das Osterlamm an der Weihnachtskrippe?

Zuerst zeigte Bischof Rudolf den ruhigen Innenhof, den ehemaligen Kreuzgang des Klosters Niedermünster. Dann führte er seine Gäste in das Bischofshaus, wo der Großteil seiner Krippen eine Herberge gefunden hat. I­­­m Refektorium steht seine persönliche Krippe. Es ist eine orientalische Krippe, die auch in diesem Jahr wieder Zuwachs erwartet. Seine Familie möchte ihm nachträglich zum Geburtstag noch eine Figur oder Figurengruppe schenken. Welche es genau wird, das wurde noch nicht verraten. „Schafe sind immer möglich“, sagte Bischof Rudolf. Besonders wichtig ist ihm das „Agnus Dei“, das Lamm Gottes, das jede Krippe haben soll und das bereits auf Tod und Auferstehung Jesu verweist. Zu einer richtigen Krippe gehören nämlich nicht nur Maria, Josef und das Jesuskind. Die Krippenlandschaft ist um einiges vielfältiger und vieldeutiger. Alles eilt herbei, um zu sehen, zu staunen und den Messias zu begrüßen. Dabei steht hinter jedem Lebewesen und hinter jedem Gegenstand eine tiefere Bedeutung.

Nachhaltig und heilsam – Krippen sind voll im Trend

Bei Bischof Rudolf sind nicht nur die klassischen Weihnachtskrippen zu sehen, sondern ebenso eine Passionskrippe sowie zahlreiche weitere Krippenaufstellungen, deren Inhalt Leben und Wirken Jesu ist. Viele Krippen sind auch mit Figuren aus dem Alten Testament bestückt. „Diese Figuren sind immer ein Zeichen für die Verbindung des Alten Bundes mit dem Neuen Bund sowie natürlich ein Verweis auf die Ankunft des Herrn“, erläuterte der Bischof seinen Gästen. Diese zeigten sich ganz hingerissen. „So viele Krippen, das ist ja unglaublich! All die Arbeit, die dahintersteckt und die interessanten Materialien. Was für eine Kunst!“, sagte Pfarrvikar Dr. John aus Nigeria. Besonders interessierten ihn natürlich die afrikanischen Krippen, die zum Teil aus wertvollen Tropenhölzern geschnitzt sind. „Sich mit Krippen zu beschäftigen und Krippen selbst zu fertigen und aufzustellen kann unendlich heilsam sein“, sagte Bischof Rudolf. Das ist der Grund, weswegen in wirklich allen Teilen der Welt – und bei weitem nicht nur in den katholisch geprägten Ländern und Regionen – Krippen gefertigt werden.

Ihren Ursprung fand die Tradition des Krippenaufstellens wahrscheinlich bei den Jesuiten in Prag. Und bis heute sind die böhmischen Krippen sehr kunstvoll und begehrt. Zwei Krippen aus einem anderen osteuropäischen Land erregten ebenfalls die Bewunderung der Gäste, vor allem die der Damen. Die beiden polnischen „szopki“ (sprich Schopki) aus Krakau zieren die Bibliothek des Bischofs. Das Material, aus dem die Krippen gefertigt sind, ist Stanniolpapier. „Einfach wunderschön und dabei sogar nachhaltig. Das Material ist ja quasi recycelt. Aber eine unheimliche Fitzelarbeit“, waren sich alle sicher.

Nach einem kurzen musikalischen Innehalten in der Hauskapelle zeigte Bischof Rudolf noch die Münchner Krippe, die im Ordinariat zu bewundern ist, sowie seine Passionskrippe und natürlich die ganz neu hergerichteten Räume, wo die Krippen nun nach und nach ihren Platz bekommen sollen. „Die endgültige Aufstellung möchte ich entweder selbst vornehmen oder gut überwachen, damit eine jede Figur ihren richtigen Platz bekommt und die Dynamik und Dramatik richtig zum Vorschein kommt. Achten Sie auf die Gesichter und Haltungen der Figurengruppen. Da ist echte Interaktion zu sehen!“ Viele Geschichten wusste der Bischof über jede der Krippen zu erzählen. Die Stunden der Krippentour vergingen wie im Fluge. „So macht das Warten auf Weihnachten noch mehr Freude! Und das Aufstellen und Betrachten der Weihnachtskrippe können wir jetzt bestimmt viel bewusster gestalten. Vielen, vielen Dank, für die wunderschöne Führung!“ Mit diesen Worten verabschiedeten sich die Gäste bei Bischof Rudolf, der ihnen noch einen Ratschlag mit auf den Weg gab: „Sehen Sie sich unbedingt die Krippe in Mindelheim an!“

Wem der Genuss einer persönlichen Krippenführung mit dem Regensburger Bischof nicht vergönnt ist und wem auch der Weg nach Mindelheim zu weit ist, der findet mit nur wenigen Klicks und rund um die Uhr alle Informationen über Krippen unter www.jahreskrippen.de

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