Neue Wege an der Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik

02.08.2019

Das vielfältige Ausbildungsangebot wird um den Master-Studiengang „Neue geistliche Musik“ zum Wintersemester 2019/20 erweitert.

Mit dem neuen, deutschlandweit bisher einzigartigen Master-Studiengang Neue geistliche Musik komplettiert die Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik ihr umfassendes Studienangebot um einen mittlerweile bedeutenden Bereich der kirchenmusikalischen Praxis.
Damit reagiert die Hochschule auf die Entwicklung der letzten Jahrzehnte, die von der Kirchenmusik eine zunehmende Flexibilität im Repertoire und instrumentaler Ausstattung erfordert. Dabei ist die Anforderung zunächst nicht neu. Schon lange halten Stilelemente des Pop und Jazz Einzug in die Kirchen und Gemeinden, das Angebot für Kinder und Jugendliche bei Familiengottesdiensten, der Wunsch nach einem individuellen Musikangebot bei Taufen, Trauungen oder Requien, sowie rhythmische und moderne Lieder in der Liturgie oder bei großen Kirchenfesten ist mittlerweile Alltag. Auch der Gospelgesang hat sich längst etabliert und ist Anziehungspunkt für viele junge Menschen.

Die Hochschule hat diese Entwicklungen bisher in einzelnen Studienfächern wie beispielsweise Kinder- und Jugendchorleitung oder Popularmusik erfolgreich eingebettet und daraus wertvolle Erkenntnisse gezogen. Mit der Einrichtung des Master-Studiengangs Neue geistliche Musik wird dieser Bereich nun im höchsten Maße professionalisiert und fester Bestandteil einer umfassenden kirchenmusikalischen Ausbildung, wie sie unter katholischen Ausbildungsstätten derzeit nur in Regensburg angeboten wird.

Ziel ist es, die Fähigkeiten des Studierenden im Umgang mit den Stilelementen des Pop, Rock und Jazz zu intensivieren. Dazu gehört die Erweiterung des bisherigen Ausbildungsspektrums auf modernes Instrumentarium, Percussions und Gesangstechniken der Popularmusik. Songwriting, Arrangementbearbeitung, sowie computerunterstützte Kompositionstechniken sind ebenso wichtige Bestandteile, wie grundlegende Kenntnisse an der Gitarre und Bassinstrumenten. Darüber hinaus wird auch Wert auf die Beschäftigung mit Studio- und Beschallungstechnik gelegt. „Das grundständige Kirchenmusikstudium erhält mit dem neuen Master-Studiengang eine Komplettierung, die den Kirchenmusiker vor Ort befähigt, sich in der vollen musischen Bandbreite – vom gregorianischen Choral bis hin zu Pop- und Jazzsongs - auf hohem Niveau zu bewegen“, erzählt Rektor Stefan Baier begeistert. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass der Studiengang und die damit verbundenen neuen Professuren von den verschiedenen überregionalen und regionalen Entscheidungsgremien befürwortet und die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereitgestellt wurden. Baier: „Die einhellige Zustimmung des Stiftungsrats der Hochschule, sowie die uneingeschränkte Unterstützung des Regensburger Bischofs Dr. Rudolf Voderholzer in dieser wegweisenden Weiterentwicklung ist das tragende Gerüst neben einem hochmotivierten Kollegium.“

Gleich drei Professoren, die in Summe ihrer hervorragenden Eignungen die große Breite der Anforderungen abdecken, werden den neuen Studiengang betreuen. Neben den bereits im Hause tätigen Gerwin Eisenhauer (Dozent für Schlagwerk) und Franz Prechtl (Dozent für Klavier und Popularmusik) konnte der Produzent, Komponist und Arrangeur Dieter Falk gewonnen werden, die Inhalte des Studienangebots mitaufzubauen und zu entwickeln.

Alle drei sind sich darüber einig, dass es bei den Inhalten um mehr geht als um die Fragestellung, wie Gospel-, Pop, oder Bandmusik in die bestehende Kirchenmusiktradition eingebunden werden kann. „Es geht um die handwerkliche Qualifikation im Umgang mit den Elementen und Stilistiken der Popularmusik“, sagt Franz Prechtl. „Die Musik folgt oft einer völlig anderen Dramaturgie, die Zusammensetzung des Instrumentariums ist nicht immer aus der klassischen Musik abzuleiten.“ Gerwin Eisenhauer freut sich auf den Dialog und die Auseinandersetzung darüber, welche Qualitäten sich aus dem neuen Studiengang heraus entwickeln. „Ich wünsche mir eine neue Ästhetik für diesen Musikbereich, der sich in Zukunft nicht alleine auf das Covern alter Pop- und Rockballaden und Gospelsongs reduzieren lässt, sondern eine eigene Kreativität und Kraft entwickelt.“ Dazu ergänzt Stefan Baier: „Die Grenzen werden fließend sein. Die neue „klassische“ Musik wird Pate stehen für die Entwicklung einer neuen kirchenmusikalischen Ästhetik.“

Dieter Falk, der als Komponist zuletzt auch große Erfolge mit Musicals und Poporatorien feiern konnte, fordert ohnehin von der Kirchenmusik, „ein kulturelles Spiegelbild der Gesellschaft“ zu sein. „Auch für Musik in der Kirche gilt es, die Menschen bei ihren Bedürfnissen abzuholen. Und dazu gehört auch die Frage, welche Musik sie in der Kirche hören wollen.“ Einig sind sich auch alle Drei darüber, dass die geforderte Kreativität nicht bei Arrangements bestehender Songs oder Kirchenlieder aufhören darf, sondern der Kirchenmusiker als Komponist ein hohes Gewicht erhält. Zudem brauche die neue geistliche Musik eigene lyrische Impulse, die Kirchenmusik muss sich dahingehend neu vernetzen.

Auch der Verwendung von moderner Kompositionssoftware wird ein großes Gewicht beigemessen. Der direkte Praxisbezug zu Fragen der Tontechnik und des Settings in einem Kirchenraum, einem Gemeindesaal oder einer OpenAir-Veranstaltung gehört ebenso zu den Basics, die dem Studierenden vermittelt werden. „Wir wollen, dass diese Musiksparte durch die Professionalisierung der Hauptamtlichen eine neue, höhere Qualität erfährt, die dem gesamten Spektrum des kirchenmusikalischen Angebots zu Gute kommt. Damit rüsten wir die Kirchenmusiker und sein Umfeld für die Zukunft, in der die emotionale Bindung an geistliche Inhalte immer wichtiger werden wird. Die Musik kann dazu einen großen Beitrag leisten,“ so Stefan Baier. Der neue Master-Studiengang „Neue geistliche Musik“ ist anspruchsvoll. Er verlangt bereits fundierte Vorkenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der Popularmusik. Stefan Baier freut sich auf den Beginn des neuen Studiengangs: „Damit können wir noch mehr unsere Studenten zu umfassenden und erstklassigen Musikern ausbilden, die ihre Topqualifikation in die Pfarreien und Diözesen hinaustragen!“

 

Informationen und wichtige Termine

Anmeldefrist zur Eignungsprüfung: 01.10.2019

Termin der Eignungsprüfung: 09.10.2019 09:00 Uhr

Anforderungen zur Eignungsprüfung des Master-Studiengangs unter hfkm-regensburg.de

Ansprechpartner an der Hochschule: Prof. Franz Prechtl (fprechtl@t-online.de)

Online Welt wieder einblenden

Onlinewelt öffnen
Onlinewelt schließen