Neuer Verkünder des Evangeliums – Weihbischof Graf weiht Diakon in Aufhausen

28.10.2019
Zahlreiche Gläubige waren gekommen, um die Diakonenweihe mitzufeiern.

"Hier bin ich" sprach Bruder Abraham Ring C.O. am Sonntagabend zu Weihbischof Dr. Josef Graf, der nach Aufhausen in die Wallfahrtskirche Maria Schnee gekommen war, um ihn durch Handauflegung und Gebet zum Diakon zu weihen. In einem feierlichen Gottesdienst nahm der Weihbischof dem Kandidaten aus dem Oratorium des heiligen Philipp Neri, einer Priestergemeinschaft zu der auch Laienbrüder gehören, eingangs das Gehorsamsversprechen ab, weihte ihn durch Handauflegung und Gebet zum Diakon und überreichte ihm nach dem Anlegen von Stola und Dalmatik das Evangeliar.

Pater Winfried M. Wermter C.O., in seinem Amt als Präpositus des Oratoriums, freute sich darüber, dass die Weihe am Seidenbusch-Gebetstag stattfinden kann. P. Winfried stellte den Weihekandidaten als "engsten Seidenbuschforscher" vor, den auch eine tiefe Verbundenheit mit Johann Georg Seidenbusch (1641 - 1729) prägt. Seidenbusch war 62 Jahre Pfarrer von Aufhausen, Initiator der Wallfahrt "Maria-Schnee" und Gründer der Oratorien des Heiligen Philipp Neri in Aufhausen, Wien und München. Im Moment laufen Bestrebungen zur Seligsprechung von Pfarrer Seidenbusch. Ein besonderes Gebetsanliegen legte P. Winfried den Gottesdienstbesuchern ans Herz, da die Mutter des Weihekandidaten vor zwei Tagen verstorben ist.

Durch Handauflegung weihte der Bischof Bruder Abraham Ring zum Diakon.

 

 

Urbild des Dienens - Jesus Christus selbst als Diakon, als Diener

Weihbischof Dr. Josef Graf erinnerte in seiner Predigt an die Bedeutung vom Diakonat, dem Dienst des Dienens: Wirken für Christus und Wirken im Dienst am Menschen. Graf drückte seine Freude aus, dass Bruder Abraham heute sein "Hier bin ich" spricht, welches bereits im Alten Testament eine wichtige Rolle spielte. Schließlich gehe es um etwas Großes bei der Diakonenweihe. Es war provokant, als Diakone zu Beginn der Kirche eingesetzt wurden: die Wortbedeutung war im griechischen Diener und Helfer, im lateinischen Minister und hatte keinen guten Klang. Weihbischof Graf blickte auf das Johannesevangelium, als Jesus im Abendmahlsaal eine Zeichenhandlung tat: die Fußwaschung seiner Jünger. Das sei das Urbild des Dienens - Jesus Christus selbst als Diakon, als Diener. Die Diakonenweihe sei die erste Stufe des Weihesakramentes und auch ein Priester oder Bischof bleibe Diakon.

"Diakonat ist die Basis des Priestertums", so der Weihbischof, der die Weihehandlung erläuterte und betonte: "das Weiheversprechen das heute gegeben wird, wird unmittelbar vor der Priesterweihe noch einmal wiederholt". Der Diakon diene in zwei Richtungen, wie das Kreuz: nach oben und nach unten. Stellvertretend im Dienst für Christus und im Dienst für die Menschen. Seine Aufgaben beschränken sich nicht auf die Diakonie, sondern umfassen wie die anderen geistlichen Ämter auch die Verkündigung, das Martyria -Zeugnis und den Gottesdienst - die Leiturgia - Liturgie. So sei der "Dienst am Wort" sowohl für den Diakon, als auch für Priester und Bischof eine Aufgabe. Die Botschaft sei vorgegeben, von ihr müsse man ergriffen sein im Glauben und dies dann weitergeben.  "Großes ist uns anvertraut", betonte Weihbischof Graf.

 

 

Das Gehorsamsversprechen legte der Kandidat gegenüber seinen Ordensoberen Präpositus P. Winfried Wermter CO und jenen Bischöfen ab, in deren Diözese er eingesetzt wird. Während der Heiligenlitanei lag der künftige Diakon ausgestreckt auf dem Boden, unterdessen betete  Weihbischof Dr. Josef Graf und die ganze versammelte Gemeinde kniend. Feierliche Stille herrschte im Gotteshaus während der Handauflegung und dem Weihegebet des Weihbischofs an dem Kandidaten Bruder Abraham Ring O.C. Freudig präsentierte sich der neue Verkünder des Evangeliums nach dem Anlegen von Stola und Dalmatik. "Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben" sagte der Weihbischof bei der feierlichen Überreichung des Evangeliars. Die Umarmung des neu geweihten Diakons durch den Weihbischof, seinen Ordensoberen und den anwesenden Diakonen beendete die Weiheliturgie.

 

Oratorium des hl. Philipp Neri in Aufhausen

Das Oratorium des hl. Philipp Neri in Aufhausen ist eine Priestergemeinschaft, zu der auch Laienbrüder gehören. Es ist eine Kongregation päpstlichen Rechtes, zu der im Augenblick neben den Mitgliedern auch Novizen gehören. Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind außer der Seelsorge in der Pfarrei auch die Betreuung des Heiligtums und der Wallfahrer von "Maria-Schnee". Die Brüder bieten tagtäglich den Pfarrangehörigen und den Pilgern außer der Eucharistiefeier auch die Anbetung des Allerheiligsten sowie Aussprache- und Beichtgelegenheit an. Im Geiste des hl. Philipp Neri bemühen sie sich um die Evangelisierung besonders durch monatliche Pilger-Einkehrtage und Kurz-Exerzitien.

 

Eine besondere Bereicherung erfährt ihre Mission durch die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft der Dienerinnen vom Heiligen Blut (SAS). Gemeinsam mit ihnen betreuen sie auch den "Freundeskreis vom Heiligen Blut" und bilden so gleichsam eine geistliche Familie, in der auch regelmäßige Exerzitien für Kinder und Jugendliche gestaltet werden (Oratorium Saeculare). Im Gemeinschaftsleben wie auch im Apostolat spielt das Geheimnis des Kreuzes im Symbol des Blutes Christi eine besondere Rolle. Nicht nur in den Andachten, sondern auch in der Verkündigung betonen die Brüder immer wieder die heilende Kraft und Schönheit "der am Kreuz vergossenen Liebe". Darum nennt man sie auch "Oratorianer vom Heiligen Blut".

 

 

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