Paul VI. und die erste Mondlandung: „Ehre Euch, die ihr den Mond erobert habt.“

16.10.2019

Die Welt hielt den Atem an, als Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch einen Fuß auf den Mond setzte. Mit seinen Worten schrieb er Geschichte: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“ Um eben diesen Schritt mitzuerleben, blieben Millionen Menschen wach und warteten gespannt vor den Fernsehgeräten.

Einer von ihnen war Papst Paul VI.. Die Päpste hatten seit langem großes Interesse an der Erforschung des Alls. Die Specola Vaticana wurde bereits im 16. Jahrhundert gegründet und ermöglichte Erkenntnisse, die für die Durchführung der gregorianischen Kalenderreform dienlich waren. Paul VI. aber zählte sicherlich zu den weltraumbegeistertsten Päpsten.

In der historischen Nacht der Mondlandung beobachtete er durch ein Teleskop eine Zeitlang den Mond von der Vatikanischen Sternwarte in Castel Gandolfo aus. Nach der geglückten Landung auf dem Erdtrabanten richtete er sich an die Astronauten der Apollo 11-Mission: „Wir sind Ihnen mit unseren guten Wünschen und unseren Gebeten nahe. Zusammen mit der gesamten katholischen Kirche begrüßt Sie Papst Paul VI.“ Und weiter sagte der Papst mit lobpreisenden Worten: „Ehre sei Gott im höchsten Himmel und Friede auf Erden den Menschen guten Willens! […] Ehre und Segenswünsche auch Euch, die ihr den Mond erobert habt.“

Bereits einige Tage zuvor, beim Angelus am 13. Juli 1969, verwies Paul VI. auf den baldigen Start der drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins. Eine „einzigartige“ und „wunderbare“ Mission, so der Papst, um die in diesen Tagen alle Gedanken kreisen würden. Einige Tage später, beim Angelus am 20. Juli, bekräftigte er: „Heute ist ein großartiger Tag, ein historischer Tag für die Menschheit.“ Und auch nach der Mondlandung riss sein Interesse nicht ab. Am 16. Oktober 1969 empfing Paul VI. die Astronauten bei einer Audienz. Die Statuette, die der Papst ihnen, die aufgebrochen waren in das Unbekannte, überreichte, bringt einen netten Vergleich mit sich: sie zeigt die heiligen drei Könige.

 

Das „mysterium lunae“

Seit jeher richten Menschen die Augen in den Nachthimmel. Der Mond fasziniert. Immer ist er aus unserer Sicht im Wandel. Er ermöglicht Licht in der Nacht, auch wenn er nicht aus sich heraus leuchtet. Über dieses „mysterium lunae“ hat vor kurzem Papst Franziskus gesprochen, während seiner Generalaudienz am 10. April 2019: „Was bedeutet es, dieses ‚mysterium lunae‘? Dass es wie der Mond ist, der kein eigenes Licht hat: Er reflektiert das Sonnenlicht. Auch wir haben kein eigenes Licht: Das Licht, das wir haben, ist ein Widerschein von Gottes Gnade, von Gottes Licht[…]. Wenn du liebst, dann darum, weil jemand neben dir dich zur Liebe erweckt hat und dich hat verstehen lassen, dass darin der Sinn des Lebens besteht.“

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