Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Sinzing: Kirche wirkt angsthemmend

01.04.2020

„Gerade jetzt müssen wir für die Menschen da sein.“ Maria Sporrer, Gemeindereferentin in Sinzing, und Pfarrer Bernhard Reber reagierten schnell auf die Corona-Krise. Abwarten und Tee trinken gibt es nämlich nicht in der Seelsorge. Rasch wurde ein Einkaufsdienst auf die Beine gestellt. Mehr als 20 Helfer über die Grenzen der Konfessionen hinweg erklärten sich bereit, zu helfen. Die Gemeindemitglieder dürfen wissen: „Wir wären da, falls alle Stricke reißen.“ Sogar eine pfarreieigene Facebookseite gibt es jetzt, um mit den Gläubigen in Kontakt zu bleiben.

 

Gebet darf nicht einschlafen

Innerhalb einer Woche wurde ein Sonderpfarrbrief erstellt, in dem die neue Lage erklärt und auf das private Beten hingewiesen wurde. Das Gebet dürfe nicht still und heimliche einschlafen, nur weil die sichtbare Gemeinschaft der Gläubigen in der Kirche fehle. Die geistliche Gemeinschaft, die Christen schon immer untereinander verbindet, kann dabei spürbar werden.

 

Neue Techniken ausprobieren

Zusammen mit der Organistin gestaltete Maria Sporrer Musikvideos. Tröstende Psalmengesänge unterlegt sie mit Bildern aus der Pfarrkirche. Es sei für sie sehr ungewohnt gewesen, ein Video zu erstellen, aber von der Gemeinde bekam sie viele positive Rückmeldungen. Auch Pfarrer Bernhard Reber nutzt das Medium Film, um den Gläubigen etwa Maria Verkündigung zu erklären.

 

 

Kirche gegen Angst

Als Kirche müssen wir gegen die Angst in dieser Krise arbeiten, meint die Gemeindereferentin. Sie sieht eine Chance in der besonderen Situation: Menschen, die sonst weniger mit der Pfarrei zu tun haben, öffnen sich und nehmen die ermutigenden Impulse gerne an.

 

Ein geschützter und tröstender Ort

In der Pfarrkirche legt sie zeitweise ruhige und meditativer Musik auf. Aber „ob mit oder ohne Musik, es kommen immer wieder Menschen in die Kirche“, erzählt Maria Sporrer. Ein kleiner Marienaltar wurde eingerichtet. Gläubige können dort eine Kerze anzünden und ihre Bitten aufschreiben. Die Kirche wird als geschützter und tröstender Ort wahrgenommen. Ein Ort, um seine Sorgen abzulegen.

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