„Pionier der Ökumene“: Gäste aus aller Welt nahmen im Regensburger Dom Abschied von Prälat Dr. Albert Rauch

21.01.2015
v.l.n.r.: Weihbischof Reinhard Pappenberger, Bischof Rudolf Voderholzer, Friedrich Kardinal Wetter, Gerhard Kardinal Müller, Domdekan Anton Wilhelm
Mar Grigoriyos Melki Ürek (Metropolit von Adiyaman)
Schola des Byzantinschen Kantorenchores München

„Demütig“, „bescheiden“, „profunder Kenner und Freund der Orthodoxie“, „lebendige Ikone des Barmherzigen Samariters“ – mit diesen Worten beschrieben Weggefährten am Mittwoch im Dom St. Peter zu Regensburg den am 10. Januar in Etterzhausen verstorbenen Prälaten Dr. Albert Rauch. Zu dem feierlichen Requiem waren rund 700 Gläubige gekommen.

Hier können Sie die Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer zum Requiem für Dr. Albert Rauch nachlesen.

Bilder sehen Sie in der Bildergalerie Requiem für den Apostolischen Protonotar Dr. Albert Rauch.

Mehr zu Person und Leben von Dr. Albert Rauch erfahren Sie hier.

Das Bistum Regensburg hat für den Verstorbenen ein digitales Kondolenzbuch eingerichtet. 


Segensreiches Wirken

Albert Rauch war von 1966 bis 2001 Berater in der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz für die Kirchen des Ostens, leitete das Ostkirchliche Institut Regensburg (OKI) und wirkte seit 1972 zusätzlich als Expositus für die Pfarrei St. Michael Etterzhausen. Als Pionier der Ökumene mit der Orthodoxie war er weit über die Grenzen des Bistums hinaus bekannt. Er starb im 82. Lebens- und im 57. Priesterjahr. In den Jahren seines Wirkens hatte er vielfältige Kontakte mit der Orthodoxie sowie innerhalb der Orthodoxie aufgebaut.

 

Kardinal Wetter zelebrierte, Bischof Rudolf Voderholzer predigte, Kardinal Müller reiste aus Rom an

Die Besonderheit seines Lebenswerkes zeigte sich in der Tatsache, dass der emeritierte Erzbischof von München und Freising, Kardinal Friedrich Wetter, dem Requiem vorstand und Rudolf Voderholzer, Bischof von Regensburg, die Predigt hielt. Auch der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Müller, war nach Regensburg gekommen. Die überragende Bedeutung des Prälaten Rauch für die Ökumene drückte sich darin aus, dass bedeutende Würdenträger der Orthodoxie eigens angereist waren, die Prälat Rauch zum Teil als junge Stipendiaten des OKI kennengelernt hatten. Unter ihnen waren Serafim, Metropolit der rumänisch-orthodoxen Metropolie Deutschland und Mitteleuropa, Dr. Theophilos Kuriakose Mor, Metropolit der syrisch-orthodoxen Kirche Zentraleuropa, Grigoriyos Melki Ürek Mar, Metropolit von Adiyaman, und Galaktion, Metropolit von Stara Zagora in Bulgarien.

 

Große Verdienste um die Ökumene

Kardinal Wetter würdigte den Verstorbenen als Segen für die Kirche und als einen engagierten Christen, der mit seiner „demütigen und liebevollen Art und Weise Strahlen der Liebe Gottes“ ausgesendet habe. Bischof Voderholzer betonte, dass sich Prälat Rauch seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil mit dem damaligen Regensburger Bischof Rudolf Graber im Bemühen um eine tiefere Verständigung mit dem orthodoxen Christentum einig wusste und sich in annähernd fünf Jahrzehnten Verdienste um die Ökumene von Ost und West erworben hat. Prälat Rauchs Werk werde in Regensburg eine angemessene Fortsetzung finden. Durch Dr. Rauch habe Regensburg einen außerordentlich guten Ruf in der orthodoxen Welt.

Im Anschluss sprachen Vertreter der Orthodoxie, der katholischen Kirche sowie der von Prälat Rauch betreuten Expositur. Hierbei kam der tiefempfundene Dank darüber zum Ausdruck, wie sehr Dr. Rauch bei allen weltkirchlichen Anliegen stets auch als Seelsorger den Menschen nahe war, sie zusammenführte und an seinem weltumspannenden Wirken teilhaben ließ. Die Ökumene war der Motor des Wirkens des Verstorbenen. Auch die musikalische Mitgestaltung durch die Schola des „Byzantinischen Kantorenchores München“ war ein Ausdruck dafür.

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