Priesterrat steht hinter Bischof Gerhard Ludwig – Gutiérrez zu Gast

26.10.2004
Stadtdekan Alois Möstl, Bischof Gerhard Ludwig und Gustavo Gutiérrez

(pdr) Zu seiner Herbstsitzung ist der Priesterrat der Diözese Regensburg Anfang der Woche im Bildungshaus Spindlhof zusammengetreten. Das Gremium, das durch seine Zusammensetzung die 1100 Priester der Diözese repräsentiert, beschäftigte sich intensiv mit der Situation des Bistums. Unter der Leitung von Bischof Gerhard Ludwig standen der konsequente Finanzkurs sowie die Organisation der Seelsorgeeinheiten und der zugehörigen Pastoral auf der Tagesordnung. Diskutiert wurde auch das Modell der kindbezogenen Förderung, das von der Staatsregierung mit dem neuen Kindergarten-Gesetz eingeführt wird.

Zuvor hatte der Regensburger Bischof einem Bericht über die Lage im Bistum abgegeben. Darin war er auch auf den Fall des Liturgiewissenschaftlers Dr. Jilek eingegangen, dem Anfang Oktober die Lehrerlaubnis entzogen worden war. „Die Entscheidung, Dr. Jilek aus der Katholischen Fakultät zu entfernen, wurde vom Priesterrat einhellig begrüßt“, stellte der Sekretär des Priesterrats, Stadtdekan Alois Möstl, im Anschluss fest. „Wer sich in seinem Inneren so weit von der Kirche entfernt hat, kann nicht mehr junge Priesteramtskandidaten und Theologiestudenten ausbilden.“ Zur Situation des suspendierten Oberalteicher Pfarrers Hans Trimpl war sich der Priesterrat mit dem Bischof in der Hoffnung einig, dass Trimpl in den priesterlichen Dienst zurückkehren möge. „Eine Umkehr, auch im biblischen Sinn, ist immer möglich, das hat auch der Bischof noch einmal deutlich gemacht“, so Möstl.


Gustavo Gutiérrez als Gast
Kurzfristig hatte Bischof Gerhard Ludwig den südamerikanischen Theologen Gustavo Gutiérrez eingeladen, den Priesterrat in Spindelhof zu besuchen. Gutiérrez berichtete von der Zusammenarbeit seines Heimatbistums mit der Diözese Regensburg. Dabei dankte er Bischof Gerhard Ludwig, der bereits seit vielen Jahren durch Vorträge im Priesterseminar im peruanischen Cusco zur Ausbildung von Geistlichen wesentlich beitrage. Gutiérrez, Leiter des Instituto Bartolomé de Las Casas, betonte die Notwendigkeit einer intensiven Zusammenarbeit auch im universitären Bereich. „Wir können von einander viel lernen, doch dazu müssen wir miteinander reden. Wir sollten uns nicht durch sprachliche Grenzen abhalten lassen, in andere Teile der Welt zu blicken. Als Katholiken sind wir, egal wo, geliebte Kinder Gottes“.

Reise durch die Region Weiden

Bei seiner Vorausschau auf die kommenden Monate kündigte Bischof Gerhard Ludwig an, noch dieses Jahr die Region Weiden für mehrere Tage zu besuchen. Dabei würden er und das Domkapitel zu verschiedenen kirchlichen und weltlichen Terminen den intensiven Kontakt zu den Menschen der Region suchen. „Wir freuen uns, dass sich der Bischof die Zeit nimmt, unsere Region so ausführlich zu besuchen“, so der Weidener Regionaldekan Gerhard Pausch. „Neben Begegnungen mit dem Klerus und den Dekanatsräten werden wir unterschiedliche Schwerpunkte in dem Besuchsprogramm setzen, wie etwa ein Besuch im Arbeitsamt oder ein Gespräch mit Schulabgängern“.

Der Priesterrat besteht aus 69 Mitgliedern. Dazu gehören der Diözesanbischof, alle Mitglieder des Domkapitels, die acht Regionaldekane, die 33 Dekane des Bistums oder ihre Stellvertreter, sowie die Sprecher der katholischen Fakultät, der diözesanen Verbände und Einrichtungen, die Sprecher der Religionslehrer, der emeritierten Priester, der Ordensleute und die Vertreter der Kapläne.

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