Profilierte Theologie an der Universität – Dekan Schärtl-Trendel besucht Bischof Voderholzer

14.10.2019

Der neue Dekan der Fakultät für Katholische Theologie an der Universität Regensburg, Prof. Dr. Schärtl-Trendel, hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer einen Antrittsbesuch abgestattet. Vor fünf Jahren war er dem Bischof bereits in einem ähnlichen Rahmen begegnet. Es handelte sich damals um einen Besuch anlässlich der Herausgabe des Buches "Dogmatik heute". Zu jenem Zeitpunkt lehrte Schärtl-Trendel an der Universität Augsburg. Mittlerweile ist er Inhaber des Lehrstuhls für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Universität Regensburg und seit dem 1. Oktober dort auch Dekan der Fakultät für Katholische Theologie.

Ein echter Oberpfälzer

Prof. Dr. Thomas Schärtl-Trendel stammt aus dem Bistum Regensburg. Er ist in Weiden in der Oberpfalz aufgewachsen und war intensiv in der Jugendarbeit tätig, auch als Diözesanjugendleiter der Kolpingjugend. Er drückte seine Verbundenheit mit dem Bistum aus und sprach in diesem Zusammenhang von "Prägungen, die man oft erst dann bemerkt, wenn man älter wird". Der Dekan versteht sich demnach als typischen Oberpfälzer. Charaktereigenschaften eines Oberpfälzers sind für Dr. Schärtl-Trendel eine gewisse Nüchternheit und eine stillere Form von Frömmigkeit.

Schärfung des Fakultätsprofils

Insgesamt geht es darum, das Fakultätsprofil zu schärfen. Die Fakultät wird in einem hohen Maße aus Drittmitteln finanziert. Was seine Amtszeit betrifft, so setzt Dr. Schärtl-Trendel auf Transparenz und Information. Darüber hinaus geht es ihm nicht zuletzt darum, den aktuellen Ereignissen jeweils gerecht zu werden. Wo der neue Dekan die Rolle der Theologie als Wissenschaft sieht? Zunächst verweist er auf den kirchlichen Auftrag. Die intellektuelle Beschäftigung mit dem Glauben ist maßgeblich, unter anderem liegt darin die ungebrochene Bedeutung der theologischen Wissenschaft. Das theologische Wissen könne auch in andere Wissenschaften transportiert werden. Hier komme der Theologie oft eine eigene Deutungskompetenz zu. Der Dekan hofft darauf, dass in Zukunft weitere Studiengänge angeboten werden. Beispielsweise ist ein Studiengang "Perimortale Wissenschaften" in Entwicklung, in dem es um die interdisziplinäre Behandlung der Themen Sterben, Tod und Trauer gehen soll.

Interdisziplinäres Arbeiten

Derzeit durchläuft die Theologie als Wissenschaft erhebliche Veränderungen. Hier sei vor allem die Diversifizierung der einzelnen Disziplinen zu nennen. Der Forschungsdiskurs einzelner theologischer Fächer werde immer spezieller und unüberschaubarer, so dass ein Gesamtblick auf die Theologie aus einer einzigen Perspektive kaum noch möglich erscheint. Da stelle sich erneut "die alte Frage nach der Mitte der Theologie", sagte der Dekan. Immer wichtiger werde die interdisziplinäre Arbeit.

Kritik an Bologna-Reform

Prof. Schärtl-Trendel sieht, zusammen mit zahlreichen Kollegen und übrigens auch Theologiestudenten, nicht wenig Verbesserungsbedarf, was die Bologna-Reform betrifft. Ihr größtes Problem seien die nach Themen, statt nach Fächern geordneten Module und die wenig ausgeprägte Kompatibilität mit anderen Universitäten - gerade letztere hatte die Reform eigentlich verbessern sollen. Eine Lösung sieht der neue Dekan darin, von den thematischen Schwerpunkten der Module abzugehen und die Module kleinteiliger zu strukturieren. Eine solche Veränderung hatte Dr. Schärtl-Trendel in seiner Augsburger Zeit schon für das dortige Philosophiestudium umgesetzt.

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