Red Friday For Future für 120 Mädchen – Bischof Rudolf spendet den Schülerinnen der 6. Klassen der Marienschulen das Sakrament der Firmung

02.12.2019

„120 ist eine wahrlich biblische Zahl!“, sagte Bischof Rudolf zu Beginn des feierlichen Gottesdienstes zu den Firmlingen. „Das ist zehn mal zwölf. Aus der Apostelgeschichte wissen wir, dass die Urkirche zwischen Ostern und Pfingsten aus 120 Frauen und Männern bestand. Diese empfingen am Pfingstfest den Heiligen Geist in Form von brennenden Feuerzungen“. Richtig pfingstfestlich war demnach auch die Atmosphäre im Hohen Dom St. Peter: 120 brennende Kerzen schmückten den Altarraum – die Firmkerzen der Mädchen, die diese im Rahmen ihrer einjährigen Vorbereitung auf das Fest gefertigt hatten. Zwar gab es nicht unbedingt ein Sausen und Brausen in der Luft, doch immerhin ein reges Wuseln und Wispern in den Bankreihen, denn jeder Firmling hatte seinen Firmpaten sowie Eltern und Geschwister mitgebracht. Die Chöre der Marienschulen waren ebenfalls allesamt versammelt und ließen mit ihren hellen Stimmen die Maria-Ward-Messe von Thomas Humbs erklingen.

Firmung: Ein roter Freitag für die Zukunft

„,Die Englischen‘ nennen sie sich auch und daher müssten die Schülerinnen der Marienschulen gut verstehen, was an diesem Freitag, dem 29.11.2019, weltweit in irgendeiner Weise begangen würde: der Black Friday für Konsumfreudige, der Friday for Future für alle, denen die Klimarettung am Herzen liegt“, sagte Bischof Rudolf in seiner Predigt. Doch die vielen Mädchen, die sich an diesem Freitag im Dom St. Peter versammelt hatten, feierten weder das eine noch das andere. Sie waren hier, um das Sakrament der Firmung zu erhalten. „Das ist dann kein Black Friday und kein Friday for Future, sondern ein Red Friday for Future“, rief Bischof Vorderholzer den Mädchen zu. „Denn bei der Firmung steht die Farbe Rot im Mittelpunkt. Rot für das Feuer, die Liebe und das Blut.“

Feuer, Licht, Blut

Das rote Feuer und das Licht des Heiligen Geistes, so Bischof Rudolf, solle den hier versammelten jungen Christinnen den rechten Weg ins Leben weisen, in ihnen glühen und ihre jeweilige einzigartige Berufung erkennen lassen. Rot sei aber auch die Farbe der Liebe, die Liebe zu Gott und den Menschen. Nächstenliebe und die Fähigkeit zu Empathie seien das, was alle Christen auszeichne. „Ausgrenzung und Mobbing haben da keinen Platz“, mahnte Voderholzer. Das rote Blut schließlich ist zugleich Symbol für das Leben und des Leidens Christi. Viele ältere Semester kennen vielleicht noch die scherzhafte Drohung: „An der Firmung kriegst ne Watsch´n“. Tatsächlich ist mit der Watsch´n eigentlich das Handlauflegen gemeint. Ein Missverständnis – dessen Begründung jedoch gar nicht so dumm war: Mit dem Segen soll der Firmling im Glauben bestärkt werden. Und die Watsch´n – so wurde die Geste der Handauflegung missdeutet – solle dem Firmling das Rückgrad stärken, damit er in zweifelhaften Situationen sicher sein und sagen kann: „Ja, ich stehe zu meinem Glauben!“

Nach der Predigt des Bischofs sprachen die 120 Mädchen gemeinsam das Taufbekenntnis und dann war es endlich so weit, sie durften gemeinsam mit ihrem Firmpaten nach vorne kommen, der Bischof salbte sie mit geweihtem Chrisam, legte ihnen die Hand auf und segnete sie. Dabei nannte er jedes Mädchen bei seinem Namen und sprach die Worte: „Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.“ Nach der Zeremonie bedankten sich die Firmlinge ganz herzlich bei ihren Eltern, die ihnen den Weg zum Christentum gewiesen haben, bei den Firmpaten, die ihnen ein gutes Beispiel und Vorbild sind, sowie bei Bischof Rudolf, der aus den Händen der Mädchen einen wunderschönen – natürlich reichlich mit leuchtend roten Blumen bestückten – Strauß erhielt. Die Firmung für die Marienschulen Regensburg gehört traditionell zu den letzten Firmungen im Kirchenjahr. Insgesamt haben im Jahr 2019 mehr als 9.000 Mädchen und Jungen im Bistum Regensburg das heilige Sakrament der Firmung erhalten. „Und jetzt geht es richtig los mit dem Christsein, lasst den Heiligen Geist in Euch glühen!“, verabschiedete Bischof Rudolf die frisch Gefirmten in diesen ihren Red Friday for Future.

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