Sakramente – Zeichen der bleibenden Gegenwart Gottes in der Welt - Bischof weihte die Öle für Sakramentenspendung

06.04.2004
Zusammen mit Dekanen spricht Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller das Segensgebet über die Öle

(pdr) Bei der „Missa chrismatis“ mit der Segnung der Öle für die Feier der Sakramente im Bistum Regenburg hat Bischof Gerhard Ludwig Müller am Montag der Karwoche im Dom die Spendung der Sakramente als zentralen Heilsdienst der Kirche charakterisiert. „Die Sakramente, zu deren Spendung die heute geweihten Öle dienen, sind Ausdruck der bleibenden Gegenwart Christi in der Welt“, so der Bischof bei dem Gottesdienst mit dem auch der Priestertag des Bistums abgeschlossen wurde. Im Rahmen der Eucharistiefeier erneuerten die Priester, Diakone und Priesteramtskandidaten ihr Bereitschafts-Versprechen für den priesterlichen Dienst. Die Missa chrismatis ist so ein Zeichen der engen Verbundenheit der Priester mit dem Bischof. Nach dem Gottesdienst holten Vertreter aus den Dekanaten im Doms die hl. Öle für die Sakramentenspendung in den Pfarreien des Bistums ab.

Die für die Menschen heilsentscheidende Gegenwart Gottes ereigne sich außer in den Sakramenten auch in der Verkündigung des Wortes Gottes, nannte der Bischof in der Predigt einen weiteren entscheidenden Aspekt des priesterlichen Wirkens neben der Spendung der Sakramente. „Im Dienst am Wort und im Dienst am Sakrament zeigt sich, dass die Kirche eine Heilsgemeinschaft ist und keine Behörde, die nach weltlichen oder politischen Maßstäben arbeitet und beurteilt werden kann.“ In der Kirche gehe es entscheidend darum, alles Handeln vom Heilshandeln Gottes her zu verstehen, das im Evangelium und den Sakramenten der Kirche gegenwärtig ist. Dieses Heilshandeln könne nicht durch menschliches Handeln und Überlegen überboten werden, sondern müsse im Hören auf das Wort und im Mitvollzug der Sakramente gegenwärtig werden. Nur so könne der Heilsdienst der Kirche wirklich aus seinen inneren Wurzeln heraus die Welt zum Heil der Menschen verwandeln.

Den Erhalt von Schulen in kirchlicher Trägerschaft nannte der Bischof in dem Gottesdienst am Anfang der Karwoche als einen wesentliche Bestandteil kirchlicher Arbeit. Junge Menschen sollten auch auf diese Weise in ihrem schulischen Alltag, aber auch in der Mitfeier der Sakramente und in der Verkündigung des Evangeliums in diesen Schulen mit Jesus Christus und seiner befreienden Botschaft in Kontakt kommen. „Die Gegenwart Gottes ist im Leben der Kirche und in der Welt ist auf vielfältige Weise erfahrbar. Nutzen wir die kommenden Ostertage und ihre besondere geistliche Intensität für den Empfang der Sakramente, eine tiefe Erfahrung unseres Glaubens und des aus ihm entspringenden Heils“, sprach der Bischof bei der „Missa chrismatis“ die Einladung zum Gottesdienstbesuch in der Karwoche aus.

Stichwort Öle und Salbung
In der Missa Chrismatis werden drei Öle vom Bischof gesegnet: Der Chrisam, das Katechumenenöl und das Öl für die Krankensalbung. Grundstoff aller Öle ist das Olivenöl, das bereits in der Antike eine wichtige Rolle gespielt hat.

Dem Chrisam werden darüber hinaus unmittelbar vor der Weihe wohlriechende Duftstoffe dazugegeben. Mit diesem Öl werden die Neugetauften und die Firmlinge gesalbt; ebenso wird es bei der Priester- sowie der Altarweihe verwendet. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber, mit dem Öl für die Krankensalbung Kranke und Sterbende gesalbt.

Die Salbung mit Öl ist seit jeher ein symbolischer Hinweis auf die Kraft und Gnade die der Gesalbte empfängt. Im Alten Testament wird beschrieben wie Könige und Propheten zu ihrem jeweiligen Dienst gesalbt wurden als Ausdruck ihrer Anerkennung durch Gott und ihrer Auszeichnung vor den Menschen. Im neuen Testament wird die Salbung mit Öl zur Gesundung der Kranken beschrieben: „Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten und ihn salben mit Öl in dem Namen des Herrn. Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er Sünden getan hat, wird ihm vergeben werden.“ (Jakobusbrief, 5,14ff.).
Auch die hebräische Bezeichnung Messias und die griechische Übersetzung Christus bedeutet „Gesalbter“.

Deswegen salbt der Priester jeden Neugetauften zum Zeichen seiner Berufung und Würde als Christ nach der Taufe mit Wasser mit Chrisam, denn als Christ ist er ein „Gesalbter“.

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