Spatenstich für den Neubau der St.-Wolfgang-Realschule Cham der Schulstiftung der Diözese Regensburg

16.05.2019
Vertreter der Diözese Regensburg, des Landkreises und der Stadt Cham, Architekten und der Schulfamilie mit den Schülersprechern machten den ersten Spatenstich für den Neubau.

Mit einem symbolischen Spatenstich erfolgte am Donnerstag, dem 16. Mai 2019 der Startschuss für den Neubau der künftigen Realschule der Schulstiftung der Diözese Regensburg auf dem Chamer Schulberg. Den gemeinsamen Spatenstich tätigten unter anderem Domdekan Johann Neumüller, Direktor der Schulstiftung im Bistum Regensburg, Landrat Franz Löffler für den Landkreis Cham, Realschuldirektor Josef Maier und Markus Weber für das Architekturbüro Schnabel & Partner aus Bad Kötzting. Der Neubau der koedukativen Realschule folgt der Zusammenlegung der bisherigen Gerhardinger- und Maristen-Realschule in Cham.

 

Finanzierung der Baumaßnahme

Die Gesamtkosten der Baulast (gerundet) betragen 39 Mio. Euro, der Zuschuss der Diözese Regensburg aus Kirchensteuermitteln beträgt 24,5 Mio. Euro (zzgl. Vorfinanzierung der staatl. Zuschüsse), der Zuschuss der Regierung der Oberpfalz beläuft sich auf rund 12 Mio. Euro, der Zuschuss des Landkreises Cham auf 2,5 Mio. Euro.

 

Landrat Franz Löffler betonte, dass die neue Schule neben der Realschule Roding (aktuell ca. 600 Schüler) die größte Realschule im Landkreis werde. Die Anzahl der Realschulen im Landkreis verringere sich durch die Zusammenlegung zwar von 6 auf 5. Dafür steige aber die Qualität. Künftig stehen den Schülerinnen und Schülern alle Zweige offen. Dies habe auch der Kreistag so gesehen. In der Sitzung im Juli 2017 habe sich dieser deshalb einstimmig für den Neubau ausgesprochen, so der Landrat.  

 

Namensgebung der neuen Realschule

"Schulen zu unterhalten gehört zu den ureigenen Aufgaben der Kirche. Die Schulstiftung im Bistum Regensburg tritt damit das Erbe der klösterlichen Bildung an. Seit jeher waren es Ordensleute, die in den Klöstern Kindern und Jugendlichen schulische Erziehung und Bildung ermöglicht haben. Dabei geht es freilich nicht um eine reine Wissensvermittlung, sondern auch um die Ausbildung junger Menschen nach dem christlichen Leitbild", erklärt Domdekan Johann Neumüller in seinem Grußwort. Sein Dank gilt den Vertretern der Regierung der Oberpfalz, des Landkreises Cham, der Stadt Cham sowie der Schulfamilie und allen beteiligten Firmen für die konstruktive Zusammenarbeit in der Planungsphase für den Neubau der neuen Realschule.

Nach der Zusammenlegung der Gerhardinger- und Maristen-Realschule starteten die beiden Schulen bereits im September 2018 einen Wettbewerb unter Schülern und Lehrern, um einen neuen Namen für die gemeinsame Realschule zu finden.  "Die Namensfindung gestaltet sich nicht einfach", erklärt Domdekan Johann Neumüller: "Uns von der Schulstiftung und der Schulleitung hat keiner der Vorschläge zugesagt, und unser Bischof hat daraufhin ebenso einen Vorschlag, ich betone - einen Vorschlag eingebracht, der uns von der Schulstiftung -  auch aus historischen Gründen - gut gefallen hat. Meiner Meinung nach wäre der Name St.-Wolfgang-Realschule Cham der Schulstiftung der Diözese Regensburg - auch aus historischer Sicht - ein geeigneter Name. Wolfgang, der selbst eine Domschule ins Leben rief und zur Gründung des Bistums Prag böhmische Gebiete abtrat, wäre ein guter Namensgeber für die neue Schule in Cham, denn noch heute gibt es enge Verbindungen der Schulfamilie zu anderen Schulen in Tschechien", betont Johann Neumüller.

 

Außerdem  wurde im Jahre 975 infolge der Trennung von Bischofsstuhl und Kloster St. Emmeram durch Wolfgang von Regensburg die Zelle Chammünster dem Bischof zugeteilt und Chammünster damit zur Urpfarrei des Oberen Bayerischen Waldes. Ein weiterer Grund also für die bisher vorgesehene Namensgebung. Es gibt aber trotzdem Überlegungen - unter nochmaliger Einbeziehung aller an den Schulen Beteiligten möglicherweise einen anderen Namen für die neue Schule zu finden, erklärt der Direktor der Schulstiftung im Bistum Regensburg, Domdekan Neumüller: "Wegen der Aufregungen um die mögliche Namensgebung mache ich den Vorschlag, dass nochmals Schüler, Lehrer, Förderverein, Elternbeirat zwei Vorschläge einbringen, die wir zusammen dann nochmals besprechen werden".

Die Baumaßnahme führt neue und alte Bausubstanz in ansprechender Weise zusammen, wie eine erste Visualisierung zeigt (Bildnachweis: Architektenbüro Schnabel & Partner).

 

Raumprogramm und Bauphasen

Nach einer Machbarkeitsstudie im Mai 2016 wurde beschlossen, das mittlerweile denkmalgeschützte Studienheim St. Josef in das neue Schulgebäude zu integrieren. Die neue Realschule wird rund 700 Mädchen und Jungen in insgesamt 24 Klassenräumen ein neues Zuhause geben. Neben den Klassenräumen werden zudem Ausweichräume, Kunst- und Musikräume, Räume für die Ganztagesschule, Räume für Lehrküche, Werken, Textiles Gestalten, Naturwissenschaften, Informatik, Lehrerzimmer, Verwaltung, Bibliothek und ein Speiseraum mit Ausgabeküche geschaffen. "Der Entwurfsgedanke stellt die Solitärwirkung des Bestandsgebäudes heraus und betont die ortsprägende Ausstrahlung des denkmalgeschützten Bauwerks nach Süden und Westen. Als zentrale Begegnungsstätte verbindet im Neubau ein geschossübergreifendes Atrium die beiden Alt- und Neubaubereiche ohne jedoch die zugewandten Seiten des Bestandsgebäudes zu verbergen. Alle Neubauten erhalten Flachdächer und bleiben in der Höhenentwicklung bewusst unter der Trauflinie des denkmalgeschützten Hauptgebäudes", betont Architekt Markus Weber.

 

Im Bauabschnitt 1 erfolgt der Neubau der Schule und die Sanierung des Altbestandes (Beginn: Mai 2019). Die Fertigstellung des ersten Bauabschnittes ist für September 2021 geplant. Dann folgt auch der Abbruch der Maristen-Realschule. Im Bauabschnitt 2 im Oktober 2021 erfolgt der Neubau der Zweifachsporthalle, deren Fertigstellung für September 2023 geplant ist. Die Betreuung der Bau- und Sanierungsmaßnahme unterliegt der Katholisches Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg GmbH.

 

 

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