Streng genommen keine Kirche – Einweihung der Garnisonskirche Netzaberg

07.02.2017
Im Gottesdienstraum haben bis zu 600 Personen Platz.

Die Kapelle, die nach dreijähriger Bauzeit hoch auf dem Netzaberg thront und weit ins Land blickt, wurde am Freitag ihrer Bestimmung übergeben. Rund 18 Mio. Dollar kostet das Gebäude, das als Gotteshaus für rund 40.000 Amerikaner - Soldaten und ihre Familienangehörigen - dient, die in der Oberpfalz leben. 600 Menschen finden darin Platz. Bischof Rudolf Voderholzer war am Freitagnachmittag dabei, als das Haus eingeweiht wurde. Impressionen von diesem Nachmittag finden Sie in unserer Mediathek.

Streng genommen kann man nicht von einer Kirche sprechen, denn offen ist das Gebäude für Menschen aller Glaubensrichtungen, die bei den amerikanischen Streitkräften stationiert sind. Dazu zählen nicht nur Baptisten, Pfingstler, Lutheraner oder Calvinisten. Auch Anhänger des Islam, Buddhisten, Juden oder Hindus beten in seinen Mauern.

Deshalb ist das Gebäude vielfältig ausgelegt. Fast alles ist beweglich. Das große in eine Stahlplatte gestanzte Kreuz lässt sich verschieben, das Kreuz über dem Altar kann sich hinter Flügelhölzer verbergen. Der Altar selbst lässt sich verschieben und bewegen, ebenso die beiden Ambo.

Hinter den Aufbauten der Bühne liegt ein kleines Becken, durchaus groß genug für einige Schwimmzüge, in dem Ganz-Körper-Taufen mit Erwachsenen stattfinden können. Kniebänke lassen sich in den Sitzreihen herausziehen und wieder hineinschieben, praktisch und geräuschlos auf Rollen. 

Die Raumtechnik, 1,8 Mio Dollar teuer, bietet effektvolle Beleuchtung in allen Ebenen des Raumes. Die Tontechnik ist perfekt. Der Raum lässt sich teilen. Um ihn herum liegen viele kleine Räume. Ein Beichtraum, eine Sakristei, ein Raum für Eltern, deren Kinder mal eine Auszeit brauchen, eine Sakramentskapelle,  Unterrichtsräume.

Bischof F. Richard Spencer und Bischof Rudolf Voderholzer durchschneiden das Band.

Ein Bekenntnis der Amerikaner zum Standort in der Oberpfalz

Bischof Rudolf ließ sich gerne von Susanne Bartsch herumführen. Die Architektur war ihm vertraut. Die Architekten Brückner und Brückner zeichnen sich nicht nur für das Gotteshaus der Amerikaner verantwortlich. Sie konzipierten auch die Sanierung des Ordinariates in Regensburg. Typisch für Ihren Baustil sind die regionalen Materialien, das Holz aus den Wäldern der Region oder die Solnhofener Platten, eine Architektur, die für sich selbst spricht und wirkt und die ohne Schnickschnack den Gast umfängt.

Auf Nachfragen von Journalisten betonte der Bischof die Bedeutung des Gebäudes.  Es sein ein Bekenntnis der Amerikaner zum Standort in der Oberpfalz und auch zum Bündnis mit Deutschland und Europa. Es sei vor allem den Amerikanern zu verdanken, dass Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg einen neuen Anfang gefunden habe und einen rechtsstaatlichen, freiheitlichen Weg gehen konnte, der zu Wohlstand und hoher Lebensqualität geführt habe. Allein deshalb freute sich der Bischof, an der Eröffnungsfeier dabei sein zu dürfen.

Nach der Eröffnungsfeier erteilte Bischof Voderholzer in der vollen Laurentiuskirche von Eschenbach den Blasiussegen. Weil sich so viele Menschen auf den Weg gemacht hatten und den Segen erbaten, mussten die Senioren im Altenpflegehaus St. Clara Geduld aufbringen. Aber auch hier konnte Bischof Voderholzer schließlich den Blasiussegen spenden.

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