Totenvesper für Bischof emeritus Manfred Müller

27.05.2015

Zahlreiche Priester und Gläubige feierten am Mittwoch mit Bischof Rudolf Voderholzer und dem Regensburger Domkapitel in der Kathedrale St. Peter die Totenvesper für Bischof emeritus Manfred Müller. Am 20. Mai 2015 war der Altbischof im Kloster Mallersdorf verstorben. Vor Beginn der Vesper nahm Bischof Rudolf im Hof des Bischöflichen Ordinariats den Sarg des Verstorbenen in Empfang, besprengte diesen mit Weihwasser und inzensierte ihn anschließend mit Weihrauch.

Bevor sich der Trauerzug über Kornmarkt und Domplatz hinein in die Regensburger Kathedrale in Bewegung setzte, lud Bischof Rudolf die Gläubigen ein, sich in die Prozession mit dem Sarg des Verstorbenen einzureihen: „ Wir geleiten Bischof Manfred nun hinüber in den Dom, wo wir morgen seinen toten Leib zur letzten Ruhe betten. ‚Wer glaubt, ist nie allein‘, sagt Papst Benedikt, ‚im Leben nicht und auch im Sterben nicht.‘ So rufen wir die Heiligen an. Sie mögen mit uns bei Gott für den Verstorbenen eintreten, dass er ganz heimkehren darf und seine Erfüllung findet im himmlischen Jerusalem.“ Die Prozession begleitete zuerst das Glockengeläut der Niedermünsterkirche, später das Geläut des Doms St. Peter.

Die Träger bahrten den Sarg vor den Altarstufen der Regensburger Kathedrale auf einem Katafalk auf. Ein Foto daneben, erinnerte an Manfred Müller, der von 1982 bis 2002 als Bischof von Regensburg wirkte. Die Chorschola der Katholischen Hochschule für Kirchenmusik und Musikpädagogik gestalteten die Totenvesper musikalisch. Domorganist Prof. Franz-Josef Stoiber spielte die Orgel.

„Wir sind zusammengekommen, um ihn (Bischof Manfred) heute ein letztes Mal in seiner Kathedrale zu begrüßen und von ihm Abschied zu nehmen, bevor wir ihn morgen in der Bischofsgruft beisetzen werden. Wir tun es in tiefer Dankbarkeit für sein Wirken als Bischof, als erster Beter und Verkünder des Glaubens für die ihm anvertrauten Gläubigen.“, so Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt.


Manfred Müller, so der Bischof weiter, sei am 15. November 1926 zur Welt gekommen. Sein Geburtstag falle auf den Gedenktag des seligen, 1931 heilig gesprochenen Dominikanergelehrten Albertus Magnus, der von 1260 bis 1262 zwei Jahre der Kirche von Regensburg als Bischof vorgestanden habe. Die göttliche Vorsehung habe es so gefügt, dass er einer seiner Nachfolger werden sollte. Mit Albert dem Großen habe Bischof Manfred nicht nur die Herkunft aus dem Schwabenland geteilt – Albert stammte aus Lauingen an der Donau – sondern auch die Leidenschaft, den Glauben mit Gründen der Vernunft zu durchdringen, die Vereinbarkeit von Glaube und naturwissenschaftlichem Zugang zur Wirklichkeit aufzuweisen. „Die Wahrheit in Liebe verkünden“, lautete sein Wahlspruch, dem er schon als Weihbischof in Augsburg und dann als Diözesanbischof in Regensburg mit größter Lebendigkeit erfüllte, erklärte Bischof Rudolf.

Während der Amtszeit von Bischof Manfred seien im Bistum Regensburg außerordentlich viele Priester geweiht worden. Das läge gewiss nicht nur am Bischof, aber es sei doch auch ein Zeichen dafür, dass er sich als Vater auch des Presbyteriums verstand, den Priestern zugetan war, ein offenes Ohr hatte für sie, für ein gutes Klima sorgte und der Sorge um die Priester und den Priesternachwuchs erste Priorität einräumte, hob Bischof Rudolf Voderholzer mit Dank hervor: „Dafür bin ich ihm und sind wir alle ihm außerordentlich dankbar. Dass das Bistum Regensburg heute vergleichsweise so gut dasteht, verdanken wir auch ihm. Am stärksten und nachhaltigsten hat Bischof Manfred als Schulbischof gewirkt.“, so der Bischof in seiner Predigt.

Im Regensburger Dom hatten die Gläubigen noch bis in die Abendstunden die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch für Bischof em. Manfred Müller einzutragen. Nach der Totenvesper kamen zahlreiche Regensburger und Getreue des Verstorbenen diesem Aufruf nach und verabschiedeten sich zugleich am Sarg von ihrem Altbischof.

Hier geht es zur Bildergalerie der Totenvesper

Hier können Sie die Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer hören: 

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