Weihnachten in der Familie

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Wie feiern Menschen Weihnachten? Im zweiten Teil unserer Reihe berichtet eine junge Familie von ihren Vorbereitungen auf das große Fest und die Feier von Weihnachten. Ein Interview von Benedikt Bögle.

Benjamin (32) und Franziska (27) Biberger haben zwei Söhne: Josua wird im Dezember zwei Jahre alt, Elija ist gerade 10 Wochen. Das Paar lernte sich vor zehn Jahren im Kontext kirchlicher Jugendarbeit kennen, 2012 haben sie während des Studiums geheiratet. Benjamin hat selbst fünf Geschwister, ein Diplom in Physik und außerdem BWL studiert. Eine Zeit lang hat er als Unternehmensberater gearbeitet, bis er sich selbstständig gemacht und zusammen mit einem seiner Brüder ein Unternehmen gegründet hat, das mittlerweile 25 Mitarbeiter hat. Franziska ist die Jüngste von vier Geschwistern, hat Pädagogik studiert, nach dem Studium im Jugendamt gearbeitet und ist seit nun zwei Jahren Vollzeitmama. „Josua ist unser fröhlicher, mutiger kleiner Wildfang. Er liebt Baustellenfahrzeuge und seinen Bruder Elija und will später mal Baggerfahrer werden. Elija ist ein aufgeweckter, kleiner Säugling, der gerade anfängt mit seinen großen Augen die Welt zu entdecken“, sagt die Familie.

 

Wie erleben Sie als Ehepaar die Adventszeit?

Familie Biberger: In den letzten Jahren war die Zeit vor Weihnachten meist sehr ereignisreich und wie wahrscheinlich bei sehr vielen Familien sehr stressig. Wir wollten uns aber eigentlich immer bewusst auch auf Weihnachten vorbereiten und haben dafür vor allem die Adventssonntage genutzt. Vor 2 Jahren haben wir auf unseren Sohn Josua gewartet, sein Geburtstermin wäre kurz vor dem Heiligen Abend gewesen, kurz nach Weihnachten kam er dann auf die Welt. Das war für uns ganz besonders intensiv und hat uns irgendwie das Geheimnis von Weihnachten und des Advents ganz bewusstwerden lassen. Gerade an diesem Weihnachten hat sich unser Leben mit der Ankunft unseres Kindes so elementar geändert. Das hat uns vor Augen geführt, was damals in Betlehem im Stall passiert ist und wie dieses Ereignis alles für die ganze Menschheit verändert hat.

Wie bereiten Sie sich mit Ihren Kindern auf das Weihnachtsfest vor? Machen Sie etwas besonderes?

Wir haben die letzten Jahre als Ehepaar versucht, uns zumindest an den Adventssonntagen mit einer Andacht vorzubereiten. Dazu haben wir Stellen aus dem Alten Testament gelesen, die die Ankunft des Messias ankündigen, und uns darüber ausgetauscht, was das für unser Leben bedeutet. Dazu gemeinsam gebetet und gesungen. Und natürlich gab es dazu auch Glühwein und Lebkuchen. Das hat mal besser, mal schlechter geklappt. Unter der Woche haben wir versucht die Adventszeit auch als „Fastenzeit“ zu leben. Plätzchen gibt’s bei uns erst ab dem Heiligen Abend. Dafür dann umso mehr. Dieses Jahr weiten wir die Andachten auf unsere Großfamilie aus – Oma und die Geschwister mit Familien. Die Termine stehen bereits fest in den Kalendern und wir versuchen die Andachten so zu gestalten, dass es für die Kinder spannend ist, und sie auch auf den wahren Sinn von Weihnachten vorbereitet.

 

Advent und Weihnachten werden gerne als „besinnliche Zeit“ bezeichnet. Ist diese Zeit auch für Sie besinnlich?

Stückweise. Gerade zum Ende des Advents und dann zwischen Weihnachten und Hl. Dreikönig auf jeden Fall schon. Wir genießen die Zeit in der Familie, die Romantik des Weihnachtsfestes und versuchen, Gott ganz bewusst näher zu kommen in unserer Familie. Gleichzeitig können wir uns dem Stress der Vorweihnachtszeit auch nur teilweise erwehren und merken dann oft schon kurz vor Weihnachten, dass es ganz schön anstrengend war die letzten Wochen.

 

Worum geht es für Sie an Weihnachten?

Weihnachten für uns primär das Fest zur Geburt Jesu. Wir machen uns bewusst, dass es der Anfang unserer Erlösung und Gottes Liebesbeweis zu uns ist, den wir hier feiern. Der allmächtige Gott, der alles erschaffen hat und alles in seiner Hand hält. Er gibt alles auf. Er macht sich so klein, verletzlich und bedürftig und abhängig von Menschen als kleines Baby.

 

Wie können Sie diesen Kern von Weihnachten auch Ihren Kindern vermitteln?

Bei unseren eigenen Kindern beginnt das ja gerade erst, aber bei unseren Neffen und Benjamins kleinstem Bruder haben wir in den letzten Jahren gesehen, dass Kinder schon extrem viel verstehen, was uns Erwachsenen oft so schwer fällt. Wir lesen die Weihnachtsgeschichte beziehungsweise erzählen diese aus unterschiedlichen Perspektiven nach (z.B. Schafe, Esel, Maria, Hirten), um ihnen ganz greifbar zu machen, dass dies wirklich real passiert ist und was es für uns Menschen bedeutet. Durch eine große Krippe bei Oma und einen Bilder-Adventskalender zur Weihnachtsgeschichte versuchen wir das auch plastisch zu machen für uns und die Kinder.

 

Wie feiern Sie als Familie den Heiligen Abend?

Wir feiern zusammen mit Großeltern und Geschwistern. Erst gehen wir zusammen in die Nachmittags-Christmette mit Krippenspiel, danach gibt es ein typisches Weihnachtsessen. Dann kommt das Weihnachtsgeheimnis. Wenn alle fertig sind, warten wir auf das Christkind, bis der Engel das Glöckchen klingelt. Das jüngste anwesende Kind darf dann voran gehen und alle versammeln sich um Christbaum und Krippe. Dann haben wir zusammen eine Andacht. Dann werden die Geschenke verteilt. Die Jüngsten dürfen die Geschenke an alle verteilen, dann macht einer nach dem anderen ein Geschenk auf. Dazu gibt’s Plätzchen und Punsch.
Dann werden zusammen die Geschenke ausprobiert und mit den Kindern gespielt.



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