Weihnachten zum Anfassen – Krippenausstellung mit 40 Exponaten im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut

06.12.2018
40 Exponate umfasst die Krippenausstellung im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut, die Bischof Rudolf Voderholzer gemeinsam mit Bürgermeister Markus Müller (3.v.r.), Landrat Franz Löffler (4.v.r.), Initiatorin Dr. Maria Baumann und weiteren Ehrengästen eröffnete.

Beim christlichen Weihnachtsfest darf sie auf keinen Fall fehlen: die Krippe. Schon als Kind kommen wir damit in Berührung, wenn wir die Figuren jeden Tag neu anordnen, neue Szenen hinzufügen und sehnsüchtig darauf hin fiebern, endlich das Jesuskind in die Krippe legen zu dürfen. Wie viel mehr und vor allem völkerverbindend eine Weihnachtskrippe sein kann, zeigt die Ausstellung von Weihnachtskrippen aus aller Welt im Wallfahrtsmuseum Neukirchen b. Hl. Blut im Landkreis Cham, die Bischof Rudolf Voderholzer am Dienstagabend eröffnet hat. 40 Exponate sind in der Sonderausstellung noch bis 27. Januar 2019 zu sehen – darunter auch einige Exemplare aus dem Privatbesitz des Bischofs.

„Hier kommen wir dem Auftrag nach, den Menschen die christlich-abendländische Kultur nahe zu bringen.“

Es ist seit 25 Jahren das erste Mal, dass ein Bischof zu einer Ausstellungseröffnung zu uns nach Neukirchen beim Heiligen Blut gekommen ist“, freut sich Bürgermeister Markus Müller ganz besonders über den Gast aus Regensburg. Krippen gibt es nicht zum ersten Mal im Wallfahrtsmuseum zu sehen – bereits zum 4. Mal werde den Krippen eine Sonderausstellung gewidmet. Erstmals seien laut Müller allerdings alle Kontinente mit einem Exemplar vertreten. „Diese Ausstellung ist doch nirgends so gut platziert wie bei uns im Wallfahrtsmuseum“, sagt Bürgermeister Müller. Den gleichen Tenor stimmte auch Landrat Franz Löffler an, der zudem betonte, wie froh er sei, dass aus dem ehemaligen Pflegschloss vor 25 Jahren das Wallfahrtsmuseum geworden sei: „Hier kommen wir dem Auftrag nach, den Menschen die christlich-abendländische Kultur nahe zu bringen.“

Der Rittsteiger Dreigsang umrahmte die Ausstellungseröffnung musikalisch.

Glaube zum Anfassen

„Gott hat sich mit der Geburt seines Sohnes anfassbar und anschaubar gemacht“, erklärt Bischof Rudolf Voderholzer den gut 100 Besuchern der Ausstellungseröffnung. Den Glauben gebe es seither zum Anschauen, anders als im Judentum und im Islam, die bilderlos sind. „Krippen sind eine Sonderform der bildlichen Darstellung unseres Glaubens.“ Die ersten Weihnachtskrippen gab es um 1560. Sie luden ein, die Ereignisse im Neuen Testament mit allen Sinnen zu erleben. Zunächst wurden Krippen vor allem für Kirchen und Fürstenhöfe gestaltet. Nach ihrer Verbannung aus den Kirchen in der Zeit der Aufklärung wurden die Weihnachtskrippen in den Wohnstuben heimisch. „Heute bringen sie inmitten allen Trubels und aller Oberflächlichkeit, wovon das Weihnachtsfest bedroht ist, das Zentrum in Erinnerung und sind deshalb von nicht hoch genug einzuschätzender missionarischer Bedeutung“, erklärt Bischof Voderholzer. Die Botschaft sei überall dieselbe: Der ewige Gottessohn werde als Kind der Jungfrau Maria in der Armut eines Stalles geboren. 

Gerade mal so groß wie ein Daumen ist diese Mini-Krippe in der Flasche. Sie stammt aus Peru.

Weltweit verbreitet

Die Vielfalt der Weihnachtskrippe – wie sie auch in der Ausstellung zu sehen ist – erkläre sich in der weltweiten Verbreitung. „Es gibt Weihnachtskrippen aus allen möglichen Materialien zu sehen: Holz Papier, Ton, Stein, Porzellan, Glas, Wolle, Wachs, Metall und die Playmobil-Krippe aus Plastik“, sagt der Bischof. Dabei hole sie das Geschehen in das jeweilige Heimatland: „So tragen die Hirten in der peruanischen Krippe die Kopfbedeckung der Indios, Maria und Josef in den afrikanischen Krippen sind ebenso schwarz wie die Hirten und alle Könige und in der alpenländischen Krippe findet Weihnachten in der schneebedecken Winterlandschaft statt.“ 

Mit recycelten Zündkerzen hat ein Künstler aus Burkina Faso eine Metallkrippe hergestellt.

Abschließend bedankte sich Bischof Rudolf Voderholzer bei Dr. Maria Baumann, Leiterin der Kunstsammlungen des Bistums Regensburg, für die Initiative, die Ausstellung von Krippen aus aller Welt zu organisieren. Bürgermeister Markus Müller erklärte die Ausstellung im Anschluss für eröffnet und die gut 100 Besucher staunten über die Vielfalt der Krippendarstellung, die die 40 Exponate eindrucksvoll zeigten.

 

Das Neukirchner Wallfahrtsmuseum (Marktplatz 10, 93453 Neukirchen b. Hl. Blut) hat Dienstag bis Freitag von 9 bis 12 und 13 bis 17 Uhr geöffnet.

Samstag, Sonntag und an Feiertage von 10 bis 12 und 13 bis 16 Uhr.

An Heiligabend und Silvester ist von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

Die Sonderausstellung ist noch bis 27. Januar 2019 zu sehen.