„Zu danken zeigt wahre Größe“ - Bischof Rudolf Voderholzer besucht zum Erntedankfest die Pfarrei Geigant

07.10.2019
Die Kirchengemeinde von Geigant schenkte Bischof Rudolf ein Kreuz aus Glas.

Vor 50 Jahren wurde die Pfarrkirche Geigant im Landkreis Cham fertiggestellt. Dieses freudige Ereignis ließ sich Bischof Rudolf Voderholzer nicht nehmen und feierte gemeinsam mit der Geiganter Pfarrgemeinde das Pontifikalamt zu Erntedank und trug sich anschließend in das Goldene Buch der Stadt Waldmünchen ein.

Schon vor der Ankunft des Bischofs hatten sich zahlreiche Vereinsabordnungen, Kinder und Pfarrangehörige im Pfarrhof versammelt, um Rudolf Voderholzer einen würdigen Empfang zu bereiten. Bei seiner Ankunft wurde er nicht nur mit Fähnchen schwenkenden Kindern empfangen, sondern durfte zugleich ein Glas-Kreuz als Geschenk in Empfang nehmen. Anschließend zog Bischof Voderholzer gemeinsam mit der Pfarrgemeinde in die üppig geschmückte Pfarrkirche Sankt Bartholomäus ein. Dort war zum Erntedankfest ein großer Erntedankaltar aufgebaut.

Die Altarinsel war mit Erntegaben reich geschmückt.

 

Ursprung des Betens ist die Dankbarkeit

In seiner Predigt ging der Bischof auf drei magische Worte ein - wie sie von Papst Franziskus genannt werden: Bitte, Danke und Verzeihung. "Diese drei Worte verbessern das Zusammenleben in der Familie, in der Schule aber auch im Beruf. Bitte und Danke sagen und der Königsweg zum guten Miteinander, um Verzeihung bitten", stellt Bischof Voderholzer die Wichtigkeit dieser Worte heraus. Denn zu danken zeige wahre Größe und einen reifen Menschen - in der Beziehung zwischen Menschen, aber auch in der Beziehung zu Gott.

"Heute feiern wir Erntedank und der Dank des Menschen für die Ernte reicht weit zurück. Lange vor dem Christentum. Denn wer denkt, der dankt", sagt Voderholzer und stellt die These in den Raum, dass der Ursprung des Betens die Dankbarkeit sei. Dazu fällt ihm ein Zitat von Showmaster Robert Lemke ein, der sinngemäß gesagt habe: "Die Zahl der Atheisten in einem Jet nimmt rapide ab, wenn Triebwerke ausgefallen sind." Einen reifen Christen mache das Dankgebet zu Gott aus - und nicht erst, wenn es ihm schlecht gehe. "Es wäre schön, wenn sich folgendes Sprichwort unter Christen durchsetzen würde: Wohlstand lehrt beten."

 

 

 

Auf den schön dekorierten und üppigen Erntedankaltar verweisend, meinte Bischof Rudolf Voderholzer, dass das Erntedankfest zu feiern nicht die menschlichen Bemühungen in der Landwirtschaft schmälern sollen. "Allerdings wären alle menschlichen Bemühungen vergebens, wenn Gott in das Samenkorn keine Lebenskraft geben würde. Der Bauer kann den Ertrag steigern, aber das etwas wächst, das liegt bei Gott." Das allein sei Grund genug, immer wieder für den Erntesegen zu beten. Abschließend dankte Bischof Voderholzer dafür, dass die schöne Pfarrkirche von Geigant vor 50 Jahren fertiggestellt wurde und 2020 die 50-jährige Weihe gefeiert werden könne. "Ich habe vorab den Kirchenführer gelesen und bin beeindruckt von der Ausstattung dieser Kirche", sagt der Bischof. Hier gebe es so viele Details, dass die Kirche an ein aufgeschlagenes Religionsbuch erinnere. Darum dürfen die Geiganter auch mit Fug und Recht behaupten: Unsere Kirche ist eine ganz besondere Kirche. "Erfreuen Sie sich immer wieder an den Details und Einzelheiten in ihrer Kirche. Sie gleicht einem Zelt Gottes und der 32 Meter hohe Kirchenturm prägt das Ortsbild schon von weitem."

 

 

Ein imposantes Bauwerk mit klaren Linien ist die Pfarrkirche in Geigant. Erbaut ab 1966 in der Ortsmitte Geigant.

 

Über die Geiganter Pfarrkirche

Bereits Anfang der 1960er-Jahre erkannte der damalige Ortsgeistliche Josef Fenzl die Notwendigkeit einer neuen und größeren Pfarrkirche. Zumal die alte Kirche stark baufällig und eine Vergrößerung wegen der umliegenden Häuser nicht möglich war. Also entschloss man sich, im Ortskern von Geigant eine neue, größere Kirche zu errichten. 1966 war schließlich Grundsteinlegung und bereits am 23. Dezember 1968 folgte die Segnung. Die Konsekration durch Weihbischof Karl Flügel fand am 31. Mai 1970 statt. Die neue Pfarrkirche besteht aus einer quadratischen Grundfläche und vier hohen Giebelwänden, von denen drei mit Glasflächen versehen sind. Dadurch entsteht der Eindruck eines Zelt-Baus. Der freistehende Glockenturm (32 Meter hoch) wird durch den Haupteingang mit dem Gotteshaus verbunden.

 

 

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