Prävention

Die Präventionsbeauftrage des Bistums Regensburg und das Team Kinder- und Jugendschutz sind mit der Aufgabe betraut, den Schutz der Würde und Integrität junger Menschen zu gewährleisten.

Präventionsbeauftragte/Team Kinder- und Jugendschutz

Karin Haubenschild

Seit Herbst 2012 gibt es im Bistum Regensburg eine eigene Stelle zur Prävention sexuellen Missbrauchs. Die Präventionsbeauftragte Karin Haubenschild soll dazu beitragen, dass eine Kultur der Achtsamkeit und eine Sensibilisierung für das Thema in unserer Diözese geschaffen werden kann.

Kontakt und weitere Informationen finden Sie hier: Präventionsbeauftragte Karin Haubenschild

Institutionelles Schutzkonzept

Wozu gibt es ein Schutzkonzept?


Die Schaffung eines institutionellen Schutzkonzeptes wird den kirchlichen Einrichtungen in § 3 der Präventionsordnung des Bistums Regensburg verbindlich vorgeschrieben. Das Schutzkonzept soll in der jeweiligen Einrichtung helfen, den spezifischen und allgemeinen institutionellen Risikofaktoren, die einen sexuellen Missbrauch begünstigen, zu begegnen. Auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes von Achtsamkeit, Wertschätzung und Respekt fügen sich die einzelnen Bausteine zu einem Gesamtgebilde, das den Eigenheiten der jeweiligen Einrichtung Rechnung trägt und ein tragfähiges Konzept, das zum einen sexuellen Missbrauch verhindern soll, zum anderen aber auch Wege und Hilfen errichtet, wenn es doch zu einem Missbrauch gekommen ist.

Bausteine


Risikoanalyse: Eine gründliche Analyse der eigenen Situation ist notwendige Voraussetzung für ein tragfähiges Schutzkonzept. Jede Einrichtung muss sich bewusst machen, wo die eigenen Risikofaktoren liegen und wie ihnen entgegengewirkt werden kann.


Partizipation:
In die Entstehung und Weiterentwicklung des institutionellen Schutzkonzeptes sollen alle Beteiligten miteingebunden werden. Dies sind die die Kinder, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen, sowie deren Eltern, die in den Institutionen beschäftigten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter, und die Leitung der Einrichtung. Dadurch wird auch deutlich gemacht, dass das Konzept auf gegenseitigem Respekt und Achtung der anderen beruht.

Erweitertes Führungszeugnis und Selbstauskunft: Personen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, dürfen nicht wegen einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung verurteilt sein. Daher müssen diese Mitarbeitenden ein sogenanntes erweitertes Führungszeugnis nach § 30a BZRG vorlegen. Darüber hinaus müssen alle Mitarbeitenden und zukünftigen Mitarbeitenden erklären, dass gegen sie kein Ermittlungsverfahren wegen einer dieser Straftaten eingeleitet ist und sich verpflichten, ihren Arbeitgeber umgehend zu informieren, sollte ein solches eingeleitet werden.

Bewerbung/Personalgespräche: Bereits in den Bewerbungsgesprächen mit potentiellen neuen Mitarbeitern soll das Thema Prävention angesprochen werden um zu klären, ob der Kandidat die Bereitschaft mitbringt, die entwickelten Maßnahmen mitzutragen. Auch während des Beschäftigungsverhältnisses soll die Prävention ein fester Bestandteil der Personalgespräche werden. Dadurch soll das Thema stets präsent sein und einen wichtigen Raum einnehmen.

Verhaltenskodex und Verpflichtungserklärung: In dem zu erstellen Verhaltenskodex werden verbindliche Regeln festgelegt, die den Umgang miteinander regeln. Dabei geht es um Nähe und Distanz, Wahrung der Intimsphäre, Sprachregelungen etc. Dadurch sollen Unsicherheiten vermieden werden und Grenzverletzungen leichter erkannt werden. Alle Mitarbeitenden müssen diesen Verhaltenskodex anerkennen.


Fortbildung/Schulungen:
Durch verpflichtende Schulungen zu den Themen Missbrauch und Prävention sollen alle Mitarbeitenden auf einem gemeinsamen Niveau des Themas befinden und soll das Thema zu einem ständigen Prozess etabliert werden.

Beschwerdewege: Innerhalb der Institution muss sichergestellt sein, dass es ein funktionierendes Beschwerdesystem gibt. Fehlverhalten und Missstände müssen unproblematisch und transparent weitergegeben werden können. Diese Wege müssen allen Beteiligten, den Mitarbeitenden, den Kindern und Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen bekannt sein und zugänglich sein.

Primärprävention: Die Institutionen müssen Maßnahmen und Konzepte erstellen, die die ihnen anvertrauten Personen stärken und ihnen Selbstwirksamkeit verschaffen.

Qualitätsmanagement: Das Erstellen des Schutzkonzeptes ist ein erster Schritt. Wirklich wirksam greifen kann es aber nur, wenn es einer ständigen Überprüfung, Weiterentwicklung und Verbesserung unterliegt.