Sexueller Missbrauch

Die begangenen Missbrauchstaten katholischer Geistlicher und anderer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kirche hat bei den Opfern großes Leid verursacht und ihnen schwere Verletzungen zugefügt. Die Katholische Kirche verurteilt diese Taten zutiefst und will durch die Bereitstellung von materiellen und immateriellen Leistungen zum Ausdruck bringen, dass sie das Leid der Opfer sieht und anerkennt. Diese Hilfen haben das Ziel, zur Heilung der Folgen des sexuellen Missbrauchs beizutragen und bei der Bewältigung belastender Lebensumstände zu unterstützen.

Daher wurden zwei Arten von Hilfen eingerichtet. Dies ist zum einen die Möglichkeit, eine Psychotherapie oder Paarberatung in Anspruch zu nehmen, zum anderen werden materielle Leistungen gewährt. Beides kann unabhängig voneinander beantragt werden.

Ansprechpartner

Dr. Martin Linder

Dr. Martin Linder

 

Dr. Martin Linder, Jahrgang 1946, ist Ansprechpartner des Bistums Regensburg für Verdachtsfälle sexuellen Missbrauchs.

 

„Als Missbrauchsbeauftragter möchte ich meine berufliche und persönliche Erfahrung einbringen und daran mitwirken, dass Opfer sexueller Gewalt in der katholischen Kirche Verständnis, Abbitte, Gerechtigkeit und konkrete Hilfe finden.“

 

Kontakt:

 

Lena-Christ-Weg 6

93055 Regensburg

Tel.: +49 941 7054 6470

E-Mail: Dr.Martin.Linder@t-online.de

 

Das gesamte Statement und weitere Informationen finden Sie hier: Dr. Martin Linder 

Marion Kimberger

Marion Kimberger

 

Marion Kimberger ist die weibliche Ansprechpartnerin für Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter im kirchlichen Dienst. Sie wurde 1954 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie ist seit 1982 Juristin. Bis 2015 war sie als Rechtsanwältin mit der Fachanwaltsbezeichnung "Fachanwältin für Familienrecht" tätig.

 

„Falls Sie sexuellen Missbrauch durch ein Kirchenmitglied erfahren mussten, stehe ich als Ansprechpartnerin gern zur Verfügung. Aufgrund meiner Ausbildung zur Juristin hoffe ich, Ihnen helfen zu können.“

 

Kontakt:

 

Tel.: +49 941 2091 4268

E-Mail: marion.kimberger@kimberger-online.de

 

Weitere Informationen zur weiblichen Ansprechpartnerin finden Sie hier: Marion Kimberger

 

 

Antrag auf Anerkennung

Voraussetzungen und Inhalt materieller Leistungen

Die materielle Kompensation der Folgen der erlittenen Tat obliegt primär dem Täter selbst. In Fällen, in denen Forderungen gegen den Täter nicht realisiert werden können, weil zum Beispiel etwaige Schadensersatz- oder Schmerzensgeldansprüche bereits verjährt sind, oder der Täter nicht mehr belangt werden kann oder nicht freiwillig leistet, gewährt die betroffene kirchliche Körperschaft subsidiär Leistungen. Die Höhe der Leistung soll sich an den individuellen Bedürfnissen orientieren, es wird ein Betrag bis zur Höhe von 5.000 EUR gewährt, in Einzelfällen sind auch andere oder zusätzliche Leistungen möglich.

 

Der Betrag wird unabhängig von der Erstattung von Kosten für Psychotherapie oder Paarberatung übernommen.

 

Antragsberechtigt sind Personen, die geltend machen, als Minderjährige Opfer eines sexuellen Missbrauchs durch Kleriker, Ordensangehörige und andere Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen im kirchlichen Bereich geworden zu sein.

 

Der Antrag ist schriftlich unter Verwendung des Vordrucks zu stellen. Die Missbrauchsbeauftragten unterstützen Sie gerne beim Ausfüllen des Antrags. Bitte beachten Sie auch die Ausfüllhinweise.

 

Die Richtigkeit der gemachten Angaben ist an Eides Statt zu versichern. Der Antrag ist den Missbrauchsbeauftragten zu übermitteln, dies kann persönlich, per Post oder Mail erfolgen.

 

Bitte beachten Sie:

Wenn Sie als Opfer, bzw. Betroffene oder Betroffener den Antrag für „Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde“ ausfüllen, kann das eventuell psychische/seelische Probleme auslösen, weil mit dem Aktivieren der Erinnerungen auch das Leid wieder spürbar wird (Fachleute sprechen von „Dekompensation“). Wir empfehlen deshalb, den Antrag im Beisein des oder der Missbrauchsbeauftragten, einer vertrauten Person oder eines Therapeuten auszufüllen.

 

 

Voraussetzungen und Inhalt der Psychotherapie

Voraussetzungen:

  • Akuter therapeutischer Bedarf
  • Keine Kostenübernahme durch andere Kostenträger (z.B. die Krankenkassen)
  • Vorlage eines Behandlungsplans durch einen approbierten Psychotherapeuten

Umfang:

  • Max. 50 Sitzungen bis zur Höhe des Stundensatzes für verhaltenstherapeutische Behandlungen entsprechend der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP), Stand August 2016: 100,56 €

Ablauf:

  • Die entstandenen erstattungsfähigen Kosten werden jeweils gegen Vorlage der vom Psychotherapeuten und dem Patienten abgezeichneten Rechnung erstattet. Entstehende Fahrtkosten können im Einzelfall übernommen werden.  

Voraussetzungen und Inhalt der Paarberatung

Voraussetzungen:

  • Akuter therapeutischer Bedarf
  • Keine Kostenübernahme durch andere Kostenträger (z.B. die Krankenkassen)
  • Vorlage eines Behandlungsplans durch einen Paartherapeuten, der Psychologe oder Psychotherapeut sein muss

Umfang:

  • Max. 25 Sitzungen bis zu max. 100 € Stundensatz

Ablauf:

  • Die entstandenen erstattungsfähigen Kosten werden jeweils gegen Vorlage der vom Paarberater und dem Klienten abgezeichneten Rechnung erstattet. Entstehende Fahrtkosten können im Einzelfall übernommen werden.