Frau ist ins Gebet vertieft
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Beten: Ach, dass ich einen hätte, der mich hört ...

Egal, wie allein wir uns manchmal fühlen: Einer ist für uns da. Einer hört zu. Immer. Überall. Mit liebendem Herzen. Verständig. Mitfühlend. Verzeihend. Ehrlich. Wie der beste Freund. Gott wartet sogar auf uns. Wie ein Liebender auf die Geliebte. Lassen wir es doch einfach darauf ankommen. Beten zu Gott ist einfach und berührt das Herz wie ein fröhliches Lied, ein Frühlingsspaziergang oder ein zärtlicher Kuss.

Probieren Sie es doch einmal aus!

Beten – aber wie und was?

  • Der erste Schritt. Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe. Machen Sie ein Kreuzzeichen, Hand zur Stirn, zur Brust, zur linken und danach zur rechten Schulter. Öffnen Sie Gott Ihr Herz. 
  • Wo? Wo auch immer Sie stehen, gehen, sitzen oder liegen. Wobei nichts dagegen spricht, die Stille einer Kirche oder Kapelle aufzusuchen. Oder daheim auf dem Küchenstuhl oder draußen in der Natur das Herz dem Himmel zu öffnen. Fürs Beten gibt es keinen falschen Ort.
  • Wie? Entzünden Sie beispielsweise eine Kerze oder stellen Sie eine Ikone auf. Falten Sie die Hände oder öffnen Sie sie wie einer, der beschenkt werden soll. Knien Sie. Stehen oder sitzen Sie. Lassen Sie Ruhe in sich aufkommen. Sprechen Sie frei von der Leber weg, wählen Sie sich einen Gebetstext oder lassen Sie Gott einfach auf sich wirken.
  • Wann? Morgens, Mittags, Abends, bei Tisch, bei Freude, bei Ärger, wenn Sie helfen wollen, in der Not oder wann immer Sie bewusst in Gottes Gegenwart sein möchten. Er ist immer für Sie da! Gott kennt keinen Feierabend!
  • Bitten. Man kann Gott um alles bitten. Sogar um ein Wunder. Alles, was ein Mensch im Leben braucht, finden Sie im Vater Unser. Denn er kennt uns am besten mit unseren Sorgen und Nöten.
  • Ärger. Gott nimmt wie ein Blitzableiter Ihren Ärger und Ihre Sorgen an. Egal, was Sie ihm scheinbar zumuten: Gott hält alles aus. Werfen Sie Ihren ganzen Ärger auf ihn, er wird ihn verwandeln. Nur zu, keine falsche Bescheidenheit! Bestürmen Sie Gott!
  • Loben. Wie sehr freuen wir uns doch, wenn wir von Anderen gelobt werden! Auch Gott tut dies. Loben Sie ihn doch auch mal ab und zu. Preisen Sie Gott – mit Worten, Gesten, ihrem ganzen Leben.
  • Danken. Sagen Sie auch einmal „Danke!“, wenn Gott erkennbar in Ihr Leben eingegriffen hat! Wenn eine scheinbar ausweglose Situation oder eine Krise „wie durch ein Wunder“ gemeistert wurde. Oder ein Gebet erhört wurde. Oder dass es Sie überhaupt gibt! In jedem Fall: Dank sei Gott!
  • Fürbitten. Bitten Sie vor Gott für Ihre Liebsten – egal ob diese leben oder bereits verstorben sind - oder auch für Ihnen fremde Menschen. Wünschen Sie Ihren Mitmenschen nur das Beste, egal wie schwer dies manchmal auch fällt! Wir sitzen alle im selben Boot. Und bitten Sie Ihre Mitmenschen auch, für Sie zu beten. Vergessen Sie vor Gott vor allem nicht die Menschen, denen es besonders schlecht geht, die in großer Not und Bedrängnis sind. 
  • In Not. Senden Sie im Gebet „SOS“-Signale zu Gott! Er hat uns auf seinem Radarschirm und sendet seine Schutzengel um uns beizustehen. Mit Gott an unserer Seite kann nichts schief gehen.
  • Tagesgebete. Beginnen Sie den Tag mit einem Morgengebet. Unterbrechen Sie den Tag ab und zu für ein Gebet. Und beenden Sie den Tag mit einem Abendgebet. Hierfür eignen sich zum Beispiel morgens, mittags und abends der „Angelus“ oder das Stundengebet, das kontinuierlich betbare „Jesus-Gebet“ oder auch ein einfaches, schnelles Stoßgebet zwischendurch. So oder so: Bleiben Sie in Kontakt mit Gott.
  • Tischgebete. Ob allein oder in Gemeinschaft: Bitten Sie Gott um das „tägliche Brot“. Danken Sie ihm dafür, dass Sie genug zu essen und zu trinken haben. Nehmen Sie nichts für selbstverständlich. Und denken Sie an Andere, denen es nicht so gut geht wie Ihnen.
  • Rosenkranz. Das große meditative Gebet, bei welchem gemeinsam mit Maria das Leben Jesu betrachtet wird. Besorgen Sie sich doch mal einen Rosenkranz und probieren Sie es aus. Vorsicht: Suchtgefahr! Oder machen Sie es wie die alten Mönche: Lesen Sie alleine oder in einer Gruppe eine Bibelstelle und fragen Sie Gott, was er Ihnen damit in diesem konkreten Moment sagen möchte.
  • Beten zur Mutter Gottes, zu den Heiligen. Mit dem irdischen Tod ist nicht alles aus. Auch diejenigen, die uns bereits zu Gott vorausgegangen sind, stehen weiterhin mit uns in Kontakt. Sie können wir bitten, für uns bei Gott einzutreten. Sie sind ihm besonders nahe. Allen voran Maria, aber auch andere Heilige oder unsere früheren Freunde und Verwandten. Sie werden sich wundern, wer sich alles für uns einsetzt bei Gott!
  • Inneres, kontemplatives Gebet. Beten ohne Worte, Bilder und Gedanken. Sich einfach in Gottes Hände fallen lassen und versuchen, seine überströmende Liebe auf sich wirken zu lassen. Ist nicht nur was für Mystiker und Visionäre, sondern für alle Menschen.
  • Beten ohne Unterlass. Beten Sie immer und immer wieder. Ob alleine, in Gebetsgruppen, in Pfarreien, Klöstern oder auf Wall- und Pilgerfahrten. Daheim. Unterwegs. In der Freizeit. Ein kurzes Gebet am Arbeitsplatz. Halten Sie Kontakt mit Gott. Nehmen Sie sich dafür regelmäßig Zeit und Ruhe. Denn liebevolle Beziehungen sollten gepflegt werden. Am besten durch ein ritualisiertes Gebetsleben.